Abschiebung in Nürnberg Kriminalamt prüft rabiates Vorgehen gegen Demonstranten

Als der afghanische Berufsschüler Asef N. abgeschoben werden sollte, kam es zum Tumult mit Verletzten. Interne Ermittler gehen nun der Frage nach, ob das Vorgehen der Polizei zu brutal war.

Am 31. Mai eskalierte eine erst friedliche Demonstration gegen die Abschiebung von Asef N. (mit gelbem Shirt)
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Am 31. Mai eskalierte eine erst friedliche Demonstration gegen die Abschiebung von Asef N. (mit gelbem Shirt)


Der Polizeieinsatz in einer Berufsschule hielt vor gut einem Monat die Öffentlichkeit in Atem. Die Beamten sollten die Abschiebung von Asef N. durchsetzen, ein afghanischer Berufsschüler in Nürnberg. Als seine Mitschüler und andere Demonstranten gegen die Maßnahme protestierten, griff die Polizei hart durch, es gab Verletzte.

Vielleicht zu hart? Der Einsatz könnte nun juristische Folgen für beteiligte Beamte haben. Im Landeskriminalamt liefen interne Untersuchungen wegen Verdachts auf Körperverletzung im Amt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth am Freitag. Ermittelt werde aber noch gegen unbekannt. Zuerst hatten die "Nürnberger Nachrichten" über die Ermittlungen berichtet.

Medienbericht als Auslöser

Offenbar führte ein Medienbericht zu den Ermittlungen. Dort wurden zwei Teilnehmer der Protestaktion gegen die Abschiebung interviewt. Und sie gaben dort an, im Tumult von Beamten verletzt worden zu sein.

Der Einsatz Ende Mai hatte eine Welle der Kritik ausgelöst. Erst diese Woche hatten das bayerische Innenministerium und die CSU im Landtag den umstrittenen Polizeieinsatz verteidigt.

mamk/dpa

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