Austausch-Log Elchtest vor dem Mökki

USA, Finnland, Ecuador: Im SchulSPIEGEL berichten vier Schüler von ihrem Austauschjahr. Diesmal macht Ilka Urlaub ohne fließendes Wasser und begegnet ihrem ersten Rentier, und Janine darf in der Schule kein bauchfreies T-Shirt mehr tragen.


Ilkas Rentier-Alarm: Wie finnisch denn das?

Austauschjahr in Finnland: Ilka Thiele, 15

Austauschjahr in Finnland: Ilka Thiele, 15

"Mökki" heißt finnisch "Ferienhaus", und das ist eines der ersten Wörter, die ich gelernt habe. Denn meine Gastfamilie hat eines, mitten im lappländischen Wald an einem See mit Sandstrand. Dort ist es vollkommen ruhig. Man hört fast nichts, nur seinen eigenen Atem und den Wind.

Wir haben da kein fließendes Wasser, nur den See und einen Brunnen, und Strom gibt es nur, wenn die Sonne scheint (über Solarzellen auf dem Dach). Im Winter ist die Gegend so zugeschneit, dass man das Mökki gar nicht erreichen kann, und im Frühling kommt man nur mit Skiern dorthin. Abenteuerlich! Und Tiere gibt es dort...

Rentier auf Umwegen: Ilkas Tierwelt
Ilka Thiele

Rentier auf Umwegen: Ilkas Tierwelt

Als ich gerade mit meiner Gastschwester Henkka am Strand war, rief mein Gastvater plötzlich nach uns: Wir sollten mal gucken kommen. Und ich staunte nicht schlecht. Da stand tatsächlich ein wildes Rentier vor unserem Haus! Das sind diese riesigen Tiere mit verästeltem Geweih, die locker auch mal 300 Kilo wiegen können.

Das Ren kam immer näher. Das Geweih ist so imposant, da wird einem schon etwas mulmig. Sogar meine Gastschwester war einem Rentier noch nie so nah gewesen, es war vielleicht drei Meter entfernt. Zum Glück ließ es sich von uns nicht beeindrucken und lief weiter zum See.


Janine in Ramona: Bulldogge als Maskottchen

Endlich bin ich an einer amerikanischen Schule registriert, in Ramona, Kalifornien. Sie heißt "Ramona Highschool", ist echt groß und das Maskottchen eine Bulldogge. Ich komme in die Senior-Klasse und kann hier nach einem Jahr mit den anderen einen Abschluss machen.

Ein Jahr in Kalifornien: Janine Ankru, 17

Ein Jahr in Kalifornien: Janine Ankru, 17

Meine Kurse konnte ich mir allerdings nicht aussuchen. Auf meinem Stundenplan stehen jetzt Englisch, amerikanische Geschichte, Calculus (Mathematik), Anatomy (so was wie Bio) und Civics (eine Art Sozialkunde). Dann hat mir mein Berater Mr. Martin ein T-Shirt und einen Pullover mit dem Schul-Logo in die Hand gedrückt, und nun bin ich reguläre Schülerin. Der Unterricht geht von 7.20 oder 8 Uhr bis 14.15 Uhr, danach fahre ich in dem Jeep meiner Gastschwester Caitlin nach Hause. Sie hat im Juni ihren Führerschein gemacht.

Die ersten Schultage waren am Anfang echt verwirrend. Ich bin von Raum zu Raum gerannt, habe die Zeiten vom Stundenplan nicht verstanden, und jeden Tag fängt die Schule zu einer anderen Uhrzeit an. Die Lehrer sind hier viel lässiger und cooler als zu Hause.

Dafür ist alles strenger: Man kann sich keine Fehlstunden erlauben, und es gibt einen Dresscode. Verboten sind zum Beispiel Spaghettitops, bei denen man die BH-Träger sieht, bauchfreie Tops und Baggy-Hosen, die den Blick auf Unterwäsche freigeben.



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