Baden-Württemberg Jetzt auch Mathetests für Flüchtlingskinder

Bisher geht es vor allem um die deutsche Sprache - in Baden-Württemberg werden Flüchtlingskinder bald auch in anderen Fächern getestet. So sollen sie schneller eine passende Schulklasse finden.

Was wisst Ihr denn schon? Deutschkurs für Flüchtlingskinder in Erfurt
DPA

Was wisst Ihr denn schon? Deutschkurs für Flüchtlingskinder in Erfurt


Das Kultusministerium in Baden-Württemberg lässt Flüchtlingskinder künftig in Mathematik und anderen Fächern testen, um ihren Leistungsstand zu erfahren. Damit sollen die Jugendlichen schneller in eine Schulklasse auf ihrem Leistungsniveau eingegliedert werden.

Das kündigte Kultusminister Andreas Stoch (SPD) bei einer Fachtagung über die Ausbildung junger Flüchtlinge an. Bisher lernen Flüchtlingskinder relativ isoliert in sogenannten Vorbereitungsklassen die deutsche Sprache.

Für das Projekt auf Länderebene stellt auch der Bund Geld bereit, zunächst zwei Millionen Euro. Wird der Versuch ein Erfolg, könnten andere Länder folgen. Die Tests sollen ab Mitte Februar beginnen.

In Baden-Württemberg besuchen derzeit etwa 30.000 Flüchtlinge sogenannte Vorbereitungsklassen, die meisten in einer Werkrealschule. Werkrealschulen sind ein Schultyp, den das Land 2010 neben Gymnasium, Realschule und Hauptschule eingeführt hat. Bereits zum Jahreswechsel kündigte Kultusminister Stoch an, die Bildungsbiografie von Flüchtlingen systematisch in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes erfassen zu wollen.

Der Lehrer ein Roboter?

Die große Zahl von Flüchtlingen stellt bundesweit das Schulsystem vor neue organisatorische Probleme. Geflüchtete Kinder sollen unter anderem möglichst schnell Deutsch lernen und auf einen Kenntnisstand gebracht werden, der ihnen das Lernen in der Regelschule ermöglicht.

Vergangene Woche brachten Forscher der Universität Bielefeld sogar den Einsatz von Lernrobotern ins Gespräch. Die Wissenschaftler testen in den kommenden drei Jahren, ob sich Maschinen mit menschlichen Zügen als Sprachtrainer für Vier- bis Fünfjährige bewähren. Zum Einsatz kommen soll das Roboterkind "Nao", ein knapp 60 Zentimeter großer Roboter eines französischen Herstellers. Er verfügt über Kameras und Mikrofone und ist in der Lage, mit seiner Umwelt zu kommunizieren.

mamk/dpa



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