Durchschnittsnote 2,4 in Baden-Württemberg Schüler machen schlechtestes Abi seit 22 Jahren

Schlechtes Zeugnis für den Südwesten: Zwar schaffte fast jeder Vierte ein Abitur mit einer 1 vor dem Komma - trotzdem hat der Abi-Jahrgang von 2013 in Baden-Württemberg ein maues Ergebnis eingefahren. Die Durchschnittsnote ist die schlechteste seit 1991.

Abiturienten bei der Prüfung: Eine 1,0 bekamen 1,6 Prozent der Absolventen
DPA

Abiturienten bei der Prüfung: Eine 1,0 bekamen 1,6 Prozent der Absolventen


Stuttgart - 22 Jahre. So lange hat es keinen Jahrgang in Baden-Württemberg gegeben, der einen noch schlechteren Abi-Abschluss gemacht hat als der im vergangenen Jahr. Die Abiturienten des Bundeslands kamen auf eine Durchschnittsnote von 2,4 - dem niedrigsten Wert seit 1991, teilte das Statistische Landesamt jetzt mit. Insgesamt hatten fast 32.900 Schüler im ersten Prüfungsjahr nach Ausscheiden des "Doppeljahrgangs G8/G9" an den allgemeinbildenden Gymnasien ihre Abschlussprüfung abgelegt.

Knapp 32.300 von ihnen bestanden die Prüfungen auch, 1,9 Prozent erreichten nicht die Mindestnote 4,0 und scheiterten. Im Vorjahr fielen 1,6 Prozent der Abiturienten durch. Am häufigsten erreichten die baden-württembergischen Schüler die Note 2,6. Eine 1,0 bekamen 1,6 Prozent der Absolventen, immerhin jeder Vierte hat nun einen Abschluss mit einer 1 vor dem Komma vorzuweisen. Auf der anderen Seite mussten sich fast ebenso viele mit einer 3,0 oder schlechter zufriedengeben.

Auch an den beruflichen Gymnasien waren im vergangenen Jahr rund 16.400 Kandidaten zur Hochschulreifeprüfung angetreten, 4,6 Prozent von ihnen bestanden die Prüfung nicht. An den beruflichen Gymnasien lag die Durchschnittsnote beim Abitur 2013 bei 2,55 und damit exakt auf Vorjahresniveau. Die Traumnote 1,0 erzielten 0,6 Prozent der Absolventen. Der Anteil der Abiturzeugnisse mit einer Durchschnittsnote von 3,0 oder schlechter war an den beruflichen Gymnasien mit 29 Prozent wesentlich höher als an den allgemeinbildenden Gymnasien.

Die Zahlen könnten den Druck auf die diesjährigen Abi-Anwärter erhöhen: In der kommenden Woche legen rund 51.000 Schüler in Baden-Württemberg ihre Prüfungen ab.

vks/dpa



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Seite 1
antilobby 07.03.2014
1.
Baden-Württemberg muss als Land entscheiden was man will: Elitenausbildung mit starker Selektion vor der Abitur oder breite Ausbildung mit Abitur für alle.
stalkingwolf 07.03.2014
2. Notenspiegeländerung?
Bei meiner Tochter haben wir nicht schlecht geschaut, als sie mit 2.4 das beste Zeugnis in der Klasse hatte. Die Anforderungen sind drastisch erhöht worden und gar nicht mehr mit früher vergleichbar (Sachsen). Was früher eine 1 war, ist heute noch eine 2, was eine 3 heute eine 4 usw.
SchnurzelPuPu 07.03.2014
3. Fast ein Jahr gerechnet
Respekt, Schwaben sind wohl gründlich. Äh und der Rest wundert mich nicht, da wurde halt ein Jahrgang verbraten, der dummerweise in die Mahlsteine des G8/G9-Überganges geraten ist. Nutzt ihnen aber nichts, das berücksichtig keine Universität und später kein Personaler. Pech gehabt.
fitzke 07.03.2014
4. und
und dann sollen über 11000 Lehrerstellen gestrichen werden. Mahlzeit.
eiffe 07.03.2014
5.
Zitat von sysopDPASchlechtes Zeugnis für den Südwesten: Zwar schaffte fast jeder Vierte ein Abitur mit einer 1 vor dem Komma - trotzdem hat der Abi-Jahrgang von 2013 in Baden-Württemberg ein maues Ergebnis eingefahren. Die Durchschnittsnote ist die schlechteste seit 1991. http://www.spiegel.de/schulspiegel/abi/baden-wuerttemberger-machen-schlechtestes-abi-seit-1991-a-957485.html
Einfach die Anforderungen absenken, dann ergibt sich gleich ein viel positiveres Bild. Klappt doch in allen anderen Bundesländern bisher auch ganz gut. Und wird bei Arbeitslosen- und Kriminalitätsstatistik auch schon lange so gehandhabt.
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