Grundschulprojekt "Schweini-Robo" sammelt Hundekot auf

Den Drittklässlern an einer Schule im fränkischen Schweinfurt stinkt es: Auf ihrem Schulweg liegen überall Hundehaufen. Sie haben einen Roboter konzipiert, der für Ordnung sorgt.

"Schweini-Robo", Schüler der Auenschule in Schweinfurt
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"Schweini-Robo", Schüler der Auenschule in Schweinfurt


Mit "Schweini-Robo" soll der Schulweg wieder sauber werden. Drittklässler an der Auen-Grundschule in Schweinfurt in Bayern haben einen kleinen Roboter entwickelt, der Hundekot auf den Straßen erkennen, aufsammeln und wegräumen soll. "Wir haben uns immer geärgert, dass auf dem Schulweg so viele Hundehaufen liegen", erzählt Noah, 9. So kam es, dass die Schüler aktiv wurden.

"Irgendwie hat sie der Roboter nicht mehr losgelassen", erzählt die Klassenlehrerin Daniela Behr über ihre Schüler. Die Kinder fotografierten Hundekot auf dem Schulweg, markierten neue Haufen auf dem Schulwegplan - und hatten ständig neue Ideen: eine App fürs Handy, Solarzellen auf dem Dach des Roboters, eine Waschstraße zur Reinigung.

Mit professioneller Hilfe in der Schweinfurter Wissenswerkstatt setzten die Drittklässler zumindest einen Teil ihrer Ideen in die Tat um. Sie bauten "Schweini-Robo" aus Legosteinen und programmierten ihn so, dass er von einem bestimmten Ausgangspunkt losfahren kann, über einen Farbsensor "braune Dinge" erkennt und diese in einem gemäßigten Tempo ansteuert.

"Schweini-Robo" ging auch schon auf braune Schuhe los

Das "Braune" sammelt der Roboter dann mit einer vorne angebauten Schaufel auf und transportiert es wieder zum Ausgangspunkt. Moesha, 9, erklärt das so: "Der Roboter kommt dahin, wo die Kacke liegt, sammelt sie auf und fährt weiter in die Waschstraße." Hin und wieder habe sich der Roboter allerdings auch schon geirrt, erzählt Lehrerin Behr: "Er ist auch schon mal auf braune Schuhe losgegangen."

Die Waschstraße haben die Schüler bisher nur aus Pappe gebastelt. Auch die Idee für eine App, mit der sich "Schweini-Robo" steuern lässt, und die ein Signal geben soll, wenn der Hundehaufen beseitigt ist, haben sie bisher erst auf Plakaten geplant. Jetzt fehle nur noch die Unterstützung von Unternehmen, so Behr: "Die Kinder warten darauf, dass sich Firmen bei ihnen melden, die den Roboter, die Waschstraße und die App weiterentwickeln und serientauglich machen."

50 Euro Strafe für Hundehaufen - "Das fanden wir komisch"

Für die nötige Aufmerksamkeit haben die Schüler bereits gesorgt. Sie wurden mit "Schweini-Robo" Sieger beim Weltretter-Wettbewerb des Kindermagazins "Zeit Leo". Der Roboter habe eine "reale Umsetzungsperspektive am Markt", hieß es dabei von der Jury.

Die Maßnahmen gegen Hundekot, die man in der Schweinfurter Stadtverwaltung festgelegt hat, sehen die Drittklässler dagegen kritisch. 50 Euro sollen Hundebesitzer demnach zahlen, wenn sie einen Haufen liegen lassen. "Wir fanden das ein bisschen komisch, dass man dafür zahlen muss, weil manche Leute sich ja gar nicht mehr bücken können", sagt Benjamin, 9.

In der Stadtverwaltung steht man dem Roboterprojekt dagegen aufgeschlossen gegenüber: "Ob Schweini-Robo sich als tatkräftiger Helfer für die Stadt Schweinfurt herausstellt, wird sich zeigen", sagt Stadtsprecherin Anna Barbara Klenk. "Einem Testlauf stehen wir aber grundsätzlich sehr offen gegenüber."

fok/dpa

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