Weniger Gebühren ab 1. August In diesen Bundesländern werden Kita-Eltern jetzt entlastet

Mehrere Hundert Euro pro Monat - oder gar nichts: In Deutschland entscheidet vor allem der Wohnort, wie viel ein Kitaplatz kostet. Berlin ist nun das erste Bundesland, das die Gebühren komplett abschafft.

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Ab dem 1. August müssen Eltern in Berlin für die Betreuung ihrer Kinder in Kitas oder bei Tagesmüttern keine Beiträge mehr zahlen - unabhängig von der Stundenzahl. Das Bundesland ist das erste, das die Kitagebühren komplett abschafft. Für etliche Familien dürfte das aber nur wenig bringen - weil sie gar keinen Platz für ihr Kind finden. Wie verzweifelt einige Berliner derzeit nach einer Betreuung für den Nachwuchs suchen, lesen Sie hier.

Bislang zahlten Familien in Berlin im Mittel 1,8 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kita - damit war das Bundesland am preisgünstigsten in Deutschland. Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein gehen im Schnitt neun Prozent des Nettoeinkommens einer Familie für die Kinderbetreuung drauf.

Aber auch in anderen Bundesländern tut sich nun etwas: In Niedersachsen und Hessen ist die Kinderbetreuung ab 1. August für Kinder ab drei Jahren beitragsfrei. Und in Brandenburg müssen Eltern ab 1. August für das letzte Kita-Jahr kein Geld mehr zahlen.

In Rheinland-Pfalz gibt es die Beitragsfreiheit für Kinder ab zwei Jahren bereits seit 2010. In Hamburg können Eltern seit 2014 ihr Kind fünf Stunden pro Tag kostenlos betreuen lassen. Und Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern haben die kostenlose Kita zumindest langfristig avisiert.

Der Koalitionsvertrag von Union und SPD verspricht, Eltern bei Kitagebühren zu entlasten. Vom Bund sollen in den kommenden Jahren deshalb Milliarden in Kitas fließen - allein 328 Millionen Euro gehen bis zum Jahr 2022 dafür zum Beispiel an Niedersachsen.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) konnte bei den Haushaltsberatungen im Bundestag kürzlich verkünden, dass die Mittel noch einmal aufgestockt werden. Geplant waren 3,5 Milliarden Euro - nun sollen es bis zum Jahr 2022 insgesamt 5,5 Milliarden Euro sein. Oberstes Ziel ist aber nicht Gebührenfreiheit, sondern Verbesserungen der Betreuung.

Wie gut ein Kind betreut wird, hängt derzeit stark von seinem Wohnort ab. In Baden-Württemberg teilen sich beispielsweise rechnerisch drei Krippenkinder einen Erzieher - in Mecklenburg-Vorpommern sind es etwa doppelt so viele. Trotzdem müssen Eltern dort mehr als acht Prozent ihres Haushaltseinkommens für Kitabeiträge ausgeben. Wer viel zahlt, bekommt also nicht unbedingt mehr Qualität.

Ein großes Problem sind vor allem die fehlenden Erzieher - mehr als 100.000 fehlen nach Schätzungen der Bertelsmann Stiftung derzeit. Städtetagspräsident Markus Lewe fordert in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" deshalb einen Ausbau der Fachschulen und eine kostenfreie Ausbildung. Er bemängelt, dass in einigen Bundesländern angehende Erzieher je nach Ausbildungsweg noch Schulgeld zahlen müssen.

Video: Kein Platz für Kinder - Kita-Chaos in Berlin

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vet/dpa



insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
gumbofroehn 29.07.2018
1. Grundsätzlich begrüße ich das ...
... denn es ist nicht einzusehen, warum Bildung im Elementarbereich kostenpflichtig ist, während es im Primar- bis Tertiarbereich (weitgehend) Freibier für alle gibt. Aber ausgerechnet Berlin? Die sind bis über beide Ohren verschuldet ... offenkundig ist man da der Auffassung, dass es auf die zusätzliche Haushaltsbelastung nicht mehr ankommt. Vermutlich gibt es keine Gegenfinanzierung, aber das hat in Berlin auch keine Tradition ... ;-) Schön, dass ich mit meinen in Bayern gezahlten Steuern da helfen kann. Ich bezahle übrigens > 300 € pro Monat für den Kindergarten meiner Tochter.
jkleinmann 29.07.2018
2. Grotesk!
Es fehlen Kita-Plätze, da es nicht genug ErzieherInnen gibt, da dieser Beruf unattraktiv weil schlecht bezahlt und wenig angesehen ist, aber anstatt vernünftige Gehälter zu finanzieren wird undifferenziert auf Kita-Beiträge verzichtet. Sozial Schwache sollten subventioniert werden, aber ich würde lieber dafür bezahlen und tatsächlich auch einen (gesetzlich zugesicherten!!!) Kita-Platz bekommen!
stadtmusikant123 29.07.2018
3. xxx
Zitat von gumbofroehn... denn es ist nicht einzusehen, warum Bildung im Elementarbereich kostenpflichtig ist, während es im Primar- bis Tertiarbereich (weitgehend) Freibier für alle gibt. Aber ausgerechnet Berlin? Die sind bis über beide Ohren verschuldet ... offenkundig ist man da der Auffassung, dass es auf die zusätzliche Haushaltsbelastung nicht mehr ankommt. Vermutlich gibt es keine Gegenfinanzierung, aber das hat in Berlin auch keine Tradition ... ;-) Schön, dass ich mit meinen in Bayern gezahlten Steuern da helfen kann. Ich bezahle übrigens > 300 € pro Monat für den Kindergarten meiner Tochter.
Wenn ich nicht irre, ist Berlin noch von der Haushaltsnotlage betroffen, und damit müsste es in Berlin noch den Stabilitätsrat geben. Wenn dem so ist , stellt sich die Frage , warum dann solche Projekte genehmigt werden?
heinz.murken 29.07.2018
4. Warum
Ist es noch mal sozial, wenn Gutverdiener nichts für den Kita-Platz bezahlen müssen? Egal ob Berlin oder sonstwo, dafür ist Geld da. Aber auch dafür bezahlen Normalverdiener ihre Steuern, dass Gutverdiener einen kostenlosen Kita-Platz bekommen-wenn sie denn einen bekommen. Wir schaffen es nicht in Berlin ausreichend Wohnungen für Normalverdiener bereit zu stellen, aber dafür locken wir mit dem Standortvorteil „freie Kita“ noch mehr Leute nach Berlin.
ludwig49 29.07.2018
5. Ein Volk...
...aber unterschiedliche Gebühren. Eine einheitliche Bildung gibt es auch nicht. Der Weg in die Zukunft scheitert schlichtweg in allen Bereichen an der Politik. Rechnet man das ganze Dilemma hoch, dann fällt auch der Glaube an ein gemeinsames Europa bescheiden aus.
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