Berlin Wegen Kopftuch abgelehnt - Lehrerinnen bekommen keine Entschädigung

Weil sie Kopftuch tragen, sollen zwei Lehrerinnen von Berliner Schulen abgewiesen worden sein. Sie klagten deshalb auf Entschädigung - ohne Erfolg.

Frau mit Kopftuch in Berlin (Symbolbild)
DPA

Frau mit Kopftuch in Berlin (Symbolbild)


Das Berliner Arbeitsgericht hat zwei Entschädigungsklagen von Lehrerinnen mit Kopftuch abgewiesen. Die Frauen hatten geltend gemacht, sie seien wegen ihrer Religion benachteiligt worden (Aktenzeichen 58 Ca 7193/17 und 58 Ca 8368/17).

Geklagt hatte zum einen eine Quereinsteigerin, die Informatik studiert hatte. Sie sagte, sie sei wegen ihres Kopftuchs nicht eingestellt worden. Die zweite Lehrerin wollte mit einem Kopftuch an einer Grundschule unterrichten.

Nach nur einem Tag im Unterricht war sie jedoch freigestellt worden. Später wurde sie an einem Oberstufenzentrum eingesetzt, wo sie eine Willkommensklasse unterrichten sollte. Sie wollte jedoch ihre Stelle an der Berliner Grundschule einklagen, scheiterte jedoch ebenfalls vor dem Berliner Arbeitsgericht. Beide Klägerinnen waren nicht im Gericht.

Im Video: Mein Kopftuch - Muslima auf YouTube

dbate

Das Gericht bestätigte im ersten Urteil klar das Berliner Neutralitätsgesetz als verfassungskonform. Es untersagt Polizisten, Justizmitarbeitern und Lehrern an allgemeinbildenden Schulen in der Hauptstadt, religiös geprägte Kleidungsstücke im Dienst zu tragen. Im zweiten Fall war laut Urteil die Zwei-Monats-Frist überschritten, in der eine Entschädigung beim Land Berlin gefordert werden konnte.

Immer wieder beschäftigen sich Gerichte damit, ob Lehrerinnen ein Kopftuch tragen dürfen. Mal lassen sie es zu, mal nicht. Hier lesen Sie, warum das so ist.

Das Bundesverfassungsgericht hatte vor drei Jahren ein pauschales Kopftuchverbot an Schulen gekippt und die Bedeutung der Religionsfreiheit betont. Allein vom Tragen eines Kopftuches gehe noch keine Gefahr aus. Seither hat jedes Bundesland unterschiedliche Regelungen entwickelt, wie mit muslimischen Lehrerinnen an Schulen umzugehen ist.

koe/dpa

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.