Tipps von Top-Journalisten "Beliebtheit ist kein Maßstab"

Wie setzt man sich im Journalismus durch? In einem neuen Buch erzählen erfolgreiche Journalisten, wie sie es geschafft haben. "Bild"-Chef Kai Diekmann, "Neon"-Miterfinder Michael Ebert und Talkmasterin Anne Will erklären, wie sie wurden, wer sie sind.

AP/NDR, Wolfgang Borrs

Wie wurde aus Tom Buhrow der ARD-Journalist auf dem wichtigsten Sendeplatz, bei den Tagesthemen? Wie schaffte es Kai Diekmann an die Spitze der "Bild"-Zeitung? Warum hat Anne Will eine eigene Talkshow? Und: Gibt es vielleicht ein Rezept, eine Abkürzung, einen Masterplan, wie man zum Top-Journalisten wird?

Das Klischee von jungen Leuten, die "irgendwas mit Medien" machen wollen, stimmt, wenn überhaupt, nur zum Teil. Wahr aber ist: Der Andrang auf die Ausbildungsplätze ist groß, und entsprechend schwer ist es, einen Volontariatsplatz zu bekommen. Auch die Journalistenschulen in Hamburg, München und anderswo müssen regelmäßig aus hunderten Bewerbern die besten auswählen. Wer einen Platz bekommen möchte, braucht Talent, Glück - und was noch?

Triathlon des Wissens
Jan Philipp Burgard und Moritz-Marco Schröder, beide Journalisten, sind durchs Land gereist und fragten bekannte Kollegen nach ihren Erfolgsrezepten. Tom Buhrow von den Tagesthemen gab Antworten, genauso wie Peter Kloeppel von RTL und Frank Schirmacher von der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Lesen Sie hier in den Buchauszügen, wie Talkerin Anne Will, "Bild"-Kapitän Kai Diekmann und "Neon"-Gründer Michael Ebert in den Journalismus gelangten und sich durchsetzten.

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
eva_b 28.09.2012
1. Warum Herr ...
... Diekmann die Sterne ausgerechnet in der Gosse sucht, erschließt sich zwar nicht. Aber egal, wer will schon werden wie der? Die Aussage von Herrn Ebert - "es hilft schon, kein Arschloch zu sein" - taugt allerdings prima als Motto für alle Lebenslagen.
UeberKatze 28.09.2012
2. Na das hilft mir jetzt aber sehr o_o
Super SPON, ich wollte schon immer mal wissen wie man mal bei der Bild landet.. Die Wahrheit ist doch: Am besten hat man studiert, 20 Jahre Berufserfahrung, ist dabei erst 18 Jahre alt und man hat seine Arbeitskraft mindestens 4 Jahre lang als Praktikant verschenkt bis man dann endlich mal als "richtiger" Journalist arbeiten kann. Nur um dann als jemand der überhaupt keine Ahnung davon hat wie es in der Mitte des Volkes, oder ganz unten, wirklich aussieht, eben mutmaßend darüber zu schreiben, wie es in der Mitte des Volkes oder ganz unten wohl aussehen mag. Die meisten Journalisten sind Akademikerkinder die ihre Pseudolebenserfahrung mit dem Sicherheitsnetz von Mami und Papi gesammelt haben. Und so sieht die deutsche Medienlandschaft auch aus! Ich musste mein Leben lang kämpfen, mir ist nie was in den Schoß gefallen, nichts anderes als mein Idealismus und der Wunsch Menschen auch mal zum Lachen zu bringen hat mich zum Journalismus gebracht. Aber man kann nicht ewig für 1,50 die Stunde arbeiten wenn man nicht mit ner silbernen Rassel im Allerwertesten auf die Welt gekommen ist!
Atheist_Crusader 28.09.2012
3.
Zitat von eva_b... Diekmann die Sterne ausgerechnet in der Gosse sucht, erschließt sich zwar nicht. Aber egal, wer will schon werden wie der? Die Aussage von Herrn Ebert - "es hilft schon, kein Arschloch zu sein" - taugt allerdings prima als Motto für alle Lebenslagen.
Er berichtet aus der Gosse, weil das genau der Ort ist, von dem seine Leser "Nachrichten" hören wollen. Die Gosse ist auch leichter auf dem Globus zu finden als Venzuela oder Kambodscha.
HWGerlacher 28.09.2012
4.
Zitat von UeberKatzeSuper SPON, ich wollte schon immer mal wissen wie man mal bei der Bild landet.. Die Wahrheit ist doch: Am besten hat man studiert, 20 Jahre Berufserfahrung, ist dabei erst 18 Jahre alt und man hat seine Arbeitskraft mindestens 4 Jahre lang als Praktikant verschenkt bis man dann endlich mal als "richtiger" Journalist arbeiten kann. Nur um dann als jemand der überhaupt keine Ahnung davon hat wie es in der Mitte des Volkes, oder ganz unten, wirklich aussieht, eben mutmaßend darüber zu schreiben, wie es in der Mitte des Volkes oder ganz unten wohl aussehen mag. Die meisten Journalisten sind Akademikerkinder die ihre Pseudolebenserfahrung mit dem Sicherheitsnetz von Mami und Papi gesammelt haben. Und so sieht die deutsche Medienlandschaft auch aus! Ich musste mein Leben lang kämpfen, mir ist nie was in den Schoß gefallen, nichts anderes als mein Idealismus und der Wunsch Menschen auch mal zum Lachen zu bringen hat mich zum Journalismus gebracht. Aber man kann nicht ewig für 1,50 die Stunde arbeiten wenn man nicht mit ner silbernen Rassel im Allerwertesten auf die Welt gekommen ist!
Da schwingt aber ne ganze Ladung Minderwertigkeitsgefühle mit in Ihrem Post. Ihre Geschichte ist ja wirklich interessant und rührend, aber warum man Akademikerkinder gleich mit "Pseudolebenserfahrung" und "silberne Rassel im Arsch" herabwürdigen muss, verstehe ich nicht. Man kann die Ueberkatze aus der Gosse holen, aber nicht die Gosse aus der Ueberkatze, was?
Ylex 28.09.2012
5. Neunzig von hundert
Von hundert Bewerbern für ein Voluntariat können neunzig gut genug schreiben, um ein passabler Journalist zu werden, das glaube ich jedenfalls, und dementsprechend auch, dass es sehr auf die Persönlichkeit und auf Beziehungen ankommt. Wenn ein frischgebackener Betriebswirt keine Bilanz lesen kann, dann kann er das vor einem Personalchef kaum verbergen, er hat schlechte Karten – etwas anders sieht es beim Schreiben aus, da gibt es eine größere Bandbreite. Der SPIEGEL hat einen guten Ruf. Ich habe schon öfter gehört, dass es für Journalisten eine Art Auszeichnung sei, dort zu arbeiten. Das macht mich zwar manchmal leicht stutzig, aber davon abgesehen davon müsste man dann zumindest beim SPIEGEL ein markantes und auch relativ konsistentes Niveau erwarten, es schwankt jedoch auffällig. Das muss Gründe haben – wer weiß, vielleicht ein flexibles Konzept, eine großzügige Chefredaktion, eine eher heterogene Zusammensetzung der Journalisten oder die bewusste Entscheidung, mehr Randthemen einzubeziehen. „Die Zeit“ kann man nicht lesen – zu viel, zu lang, zu langatmig, zu laberig – den SPIEGEL dagegen kann man lesen, er ist kompakter, in den Analysen griffiger, kritischer sortiert in der Themenauswahl. Noch ist das so, noch. Journalismus muss zur Sache kommen, ein Journalist muss etwas von der Sache verstehen und Prioritäten setzen, erst dann kommt das Schreiben. Ein guter Artikel ist kein Essay, seltener ein Kolumne und schon gar keine Kurzgeschichte, etwa: „Wie Roswitha ihren Lebensmut wiederfand“ - doch die Tendenz geht dahin, ein bisschen auch beim SPIEGEL.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.