Öffentliche Ausgaben Deutschland steckt 1600 Euro pro Kopf in Bildung

Bund, Länder und Gemeinden haben für Bildung fünf Milliarden Euro mehr ausgegeben als im Vorjahr. Kitas, Schulen und Unis haben davon unterschiedlich stark profitiert.

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133, 4 Milliarden Euro haben Bund, Länder und Gemeinden 2017 für Bildung ausgegeben. Das waren 3,9 Prozent oder fünf Milliarden Euro mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung lagen die öffentlichen Bildungsausgaben in Deutschland demnach pro Kopf bei 1600 Euro.

Je Einwohner unter 30 Jahren, die Kitas, Schulen und Unis vorrangig nutzen, betrugen die öffentlichen Ausgaben im Schnitt 5.300 Euro. Vergleichsdaten zu entsprechenden Haushaltsbudgets in anderen Ländern lägen nicht vor, sagte eine Sprecherin. Die Daten weichen demnach von Werten aus OECD-Studien ab, weil dort etwa auch private Ausgaben für Bildung miterfasst werden.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei den Pro-Kopf-Ausgaben von der Kita bis zur Hochschule insgesamt leicht über dem OECD-Schnitt: 2015 waren es 9.500 Euro pro Kopf. Für Kita-Kinder gibt Deutschland im Schnitt mehr aus als andere Länder, für Studierende sind die Pro-Kopf-Ausgaben niedriger. Gemessen an der Wirtschaftskraft waren die Ausgaben für Bildungseinrichtungen 2015 in Deutschland mit 4,2 Prozent deutlich niedriger als im OECD-Durchschnitt: 5 Prozent.

Auf die verschiedenen Bereiche verteilten sich die öffentlichen Gelder für Bildung in Deutschland 2017 so:

  • Kindertageseinrichtungen wurden mit 26,6 Milliarden Euro finanziert. Hier gab es im Vergleich zum Jahr 2010 die größte Steigerung bei den Ausgaben - ein Plus von 68,7 Prozent. Dieser Anstieg sei vor allem auf das von Bund, Ländern und Gemeinden finanzierte Programm zum Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen zurückzuführen, teilten die Statistiker mit.
  • Auf die Hochschulen entfielen rund 30,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Jahr 2010 gab es damit einen Zuwachs von 34,5 Prozent. Die Ausgaben stiegen in diesem Bereich vor allem wegen des Hochschulpakts, mit dem mehr Studienplätze angesichts steigender Studierendenzahlen finanziert werden sollten.
  • In die Schulen floss knapp die Hälfte der öffentlichen Bildungsausgaben: 66,1 Milliarden Euro. Hier stiegen die Ausgaben allerdings nur um 11,9 Prozent. Für den Ausbau des Ganztagesangebotes gaben Bund, Länder und Gemeinden zwar mehr Geld aus. Niedrigere Schülerzahlen in einzelnen Ländern und Schulbereichen führten aber dazu, dass die Ausgaben sanken, so die Statistiker.

Insgesamt lagen die öffentlichen Bildungsausgaben 2017 um 25,6 Prozent über dem Stand von 2010. Der Bund beteiligte sich daran mit 10,6 Milliarden Euro, die Länder mit 94,3 Milliarden Euro und die Gemeinden mit 28,5 Milliarden Euro.

Grundlage für die Auswertung war der Bildungsfinanzbericht 2018 auf Basis vorläufiger Daten der öffentlichen Haushalte. Der Bildungsfinanzbericht wird jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der Kultusministerkonferenz erstellt.

fok



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