Studie zum Turbo-Abi G8-Gymnasiasten sind nicht schlechter in der Schule

Leistung, Noten, Lebenszufriedenheit: G8-Schüler sind genauso gut in der Schule und glücklich im Alltag wie Gymnasiasten, die nach neun Jahren Abitur machen. Das zeigt nach SPIEGEL-Informationen der Bildungsmonitor 2014.

Studie zum Turbo-Abi: Ob ein Schulkind acht oder neun Jahre ins Gymnasium geht, spielt für Leistung und Zufriedenheit keine Rolle
Corbis

Studie zum Turbo-Abi: Ob ein Schulkind acht oder neun Jahre ins Gymnasium geht, spielt für Leistung und Zufriedenheit keine Rolle


Schüler, die ihr Abitur nach acht Jahren Gymnasialzeit ablegen, sind in der Schule genauso erfolgreich wie G9-Gymnasiasten. Die Vermutung, ihre Leistungen litten unter einer verkürzten Schulzeit, lässt sich nicht belegen. Zu diesem Schluss kommt der "Bildungsmonitor 2014" im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Es könnten "weder eindeutig positive noch negative Effekte festgestellt werden", heißt es darin. "Die Leistungsvergleiche zwischen beiden Gruppen sind spektakulär unspektakulär", sagt Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln, das die Untersuchung durchführte.

Die Forscher hatten 22 Bildungsstudien zur Schulzeitverkürzung ausgewertet. Sie räumen allerdings ein: "Eine umfassende wissenschaftliche Evaluation der Wirksamkeit der G8-Reform auf die Bildungsergebnisse fehlt bislang." Verglichen wurden außerdem die Lebenszufriedenheit sowie das außerschulische Engagement beider Schülergruppen.

Einer der Hauptvorwürfe der G8-Gegner lautet, die Kinder hätten keine Freizeit mehr. Das Ergebnis: Obwohl sie tatsächlich weniger Zeit zur freien Verfügung haben als G9-Gymnasiasten, betreiben die G8-Schüler mehr "bildungsorientierte Freizeitaktivitäten" wie Sport, Musik und Ehrenamt. Ein Problem ist das offenbar nicht: Beide Schülergruppen seien im Durchschnitt "gleich zufrieden mit ihrem Leben", meinen die Forscher.

Die Studie wird am Dienstag offiziell vorgestellt. Lesen Sie die Details und weiteren Studienergebnisse am Montag bei SPIEGEL ONLINE.

Dauer der Gymnasialzeit: Acht Jahre? Neun Jahre? Oder beides?

Stand: Juni 2016

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lgr/him

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insgesamt 129 Beiträge
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Seite 1
Markenbox 17.08.2014
1. Ja,ja
Alles gut. Dieser Leistungsdruck, der jetzt schon mit 5 Jahren anfängt und sich durchzieht bis zum Abitur macht glücklich. Fragen Sie mal die Eltern, die plötzlich ratlos da stehen, weil ihre Kinder mit 6 und 7 nicht mehr rund laufen. Das werden immer mehr. Aber, alle sind glücklich.
werbungsv 17.08.2014
2. Freizeit?
"Bildungsorientierte Freizeit"? Das machen die Kids ja ganz sicher zu 100% und gerne freiwillig... WRR-WRR-WRR.... (Hubschrauber-Geräusch...)
auf_dem_Holzweg? 17.08.2014
3. Fakt ist...
G8_Gymnasiasten sind ein Jahr weniger Kind. Und das in einer Welt, an der bis zu 50% aller Personen früher oder später im Job an burn-out leiden. Meine Meinung? Lasst die jungen Leute wieder ein Jahr länger Kind sein, die tolle "Arbeits-Welt" erleben sie noch früh genug.
braamsery 17.08.2014
4. Hört man Politiker
könnte man meinen, dass der Hauptgrund für das nicht mögen von G8 ein Leistungsabfall sei. Fragt man aber Eltern und Schüler ist es einfach die Zeit die man dabei mehr aufbringen muss. Es wird zu viel Stoff in zu kurzer Zeit gelehrt worunter die Freizeit leidet. - Würde man einige sinnlose Fächer (z.B. Religion) aus dem Unterricht werfen, könnte man den Stundenaufwand von G9 auch locker beim G8 haben, aber das wäre zuviel verlangt...
joshua_37 17.08.2014
5. Aber auch gleich gut an der Uni?
Die Frage ist nicht ob die Leistungen an der Schule schlechter werden, das Problem ist, dass die Schueler mit weniger vorwissen an die Uni kommen.
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