Trotz weinender Schüler Lehrer soll Kaninchen im Unterricht getötet haben

"Das esse ich heute Abend": Ein Biologielehrer in Österreich soll vor den Augen seiner Klasse ein Kaninchen getötet und seziert haben. Die Kinder hatten zuvor Geld geboten, um das Tier zu retten.

Vorsicht! Eine Schule kann für ein Kaninchen ein gefährlicher Ort sein (Symbolfoto)
Corbis

Vorsicht! Eine Schule kann für ein Kaninchen ein gefährlicher Ort sein (Symbolfoto)


Das war eine brutale Biologiestunde: An einem Gymnasium in Horn in Österreich hat ein Lehrer und Hobby-Tierzüchter ein Kaninchen mit in den Unterricht gebracht und offenbar vor den Augen der Schüler mit einem Bolzenschussapparat getötet. Anschließend sezierte er das tote Tier. So sollten die Kinder etwas über den Körperbau des Kaninchens lernen.

Über den blutigen Unterricht berichten Medien in Österreich. Der Gratiszeitung "Heute" zufolge soll der Pädagoge sein Experiment sogar am folgenden Morgen in einer weiteren Klasse wiederholt haben. In dieser Unterrichtsstunde müssen sich demnach dramatische Szenen abgespielt haben: Die Schüler hatten Mitleid mit dem Tier, weinten und baten, es am Leben zu lassen. Sie sollen Geld gesammelt haben, um ihrem Lehrer das Kaninchen abzukaufen.

Doch der reagierte offenbar mit Spott. "Das esse ich heute am Abend", soll er der Zeitung zufolge gesagt haben. Dann habe er das Bolzenschussgerät angesetzt.

Was genau sich an der Schule abgespielt hat, geht aus den Medienberichten jedoch nicht klar hervor. Die Tageszeitung "Österreich" schreibt, dass der Lehrer mit zwei Kaninchen am Montag in eine Klasse gekommen sei. Ein Tier tötete er, das zweite konnten die Kinder retten. Sie sollen weinend zum Schuldirektor gelaufen sein, der die Tötungsaktion stoppte.

Der Direktor wiederum sagte der Wochenzeitung "Niederösterreichische Nachrichten", dass die Kinder das blutige Spektakel nicht hätten mitansehen müssen. Der Lehrer habe ihm versichert, "dass beim Tötungsakt selbst entgegen den Darstellungen in anderen Medien kein Schüler dabei war", zitiert das Blatt den Direktor.

Ein Nachspiel hat die Kaninchen-Aktion in jedem Fall. "Der Biologe ist bekannt für seine Methoden, aber jetzt ist er viel zu weit gegangen", sagte ein Schulrat der Zeitung "Heute". Dem Pädagogen drohe nun ein Disziplinarverfahren.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Kaninchen an einer Schule sterben musste. In Schleswig-Holstein ließ ein Lehrer vor einigen Jahren ein Kaninchen während einer Steinzeit-Projektwoche von einem Landwirt erschlagen. So sollten die Kinder lernen, dass Essen in der Steinzeit nicht in der Tiefkühltruhe lag. Auch eine Unterschriftenaktion der Schüler konnte das Tier damals nicht retten.

bkr



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 398 Beiträge
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Seite 1
kuschkusch 03.07.2015
1.
Nutz- und Stallvieh sind keine Kuscheltiere. Ich wünsche guten Appetit!
olli08 03.07.2015
2. ohjeohjeohje ...
... die armen Schüler mussten danach wohl erst mal mit einem MacSpeck-Besuch beruhig werden. Denn deren Buletten sind ja nur von total unniedlichen Kühen.
westerwäller 03.07.2015
3. Man muss doch keine Tiere töten, bevor man sie isst ...
... ist ja eklig ... Meine Austern müssen noch zucken, wenn ich sie mit Zitronensaft beträufele ...
Andraax 03.07.2015
4. Bigotterie
Eher ein bigottes Verhalten, die Kinder vom Tod der Tiere zu verschonen, obwohl sicher die meisten davon zuhause Fleisch essen werden. Wer Fleisch ißt, sollte auch in der Lage sein, sein Essen zu "erlegen".
kommentar4711 03.07.2015
5.
Irgendwann müssen die Schüler eben auch lernen, dass die Salami auf dem Pausenbrot nicht auf Bäumen wächst.
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