Schulen in Bochum Turnhalle kaputt, Sport fällt aus

Am Mittwoch fängt in NRW das neue Schuljahr an, aber an Sportunterricht ist in vielen Bochumer Schulen nicht zu denken. 34 Sporthallen hat die Stadt gesperrt - aus Angst, dass Deckenteile abstürzen.

Sportunterricht an einer Turnhalle in Ulm (Archivbild): Zumindest hier scheint noch alles intakt zu sein
DPA

Sportunterricht an einer Turnhalle in Ulm (Archivbild): Zumindest hier scheint noch alles intakt zu sein


Zum Glück waren schon Ferien, als es an der Bochumer Gräfin-Imma-Schule krachte. Im Juli hatten sich in der Turnhalle Deckenteile gelöst und waren heruntergestürzt - was bei den Verantwortlichen in Bochum für hektische Betriebsamkeit sorgte. 35 Turnhallen mit vergleichbarer Deckenkonstruktion gibt es in der Stadt, 34 davon wurden jetzt vorsorglich gesperrt, berichtet der WDR.

"Bis heute wurden sechs Hallen untersucht mit dem Ergebnis, dass sich in fünf Hallen die Decken als statisch nicht ausreichend stabil erwiesen haben", heißt es in einer Erklärung, die die Stadt Bochum am Donnerstag auf ihrer Webseite veröffentlichte: "Aufgrund dieses Ergebnisses können die 34 betreffenden Hallen vorsorglich bis zum Abschluss der Untersuchung (voraussichtlich September 2015) nicht genutzt werden." Für die Schüler bedeutet das: Sportunterricht ist, wenn überhaupt, nur draußen möglich.

Informiert sind mittlerweile auch das NRW-Bauministerium und der bundesweit agierende Deutsche Städtetag. "Wir haben unsere Mitglieder über den Bochumer Fall informiert, damit sie entsprechend aktiv werden und ihre eigenen Hallen überprüfen können", sagte ein Sprecher des Städtetags. Die Kommunen sind für die Schulgebäude und deren Sicherheit zuständig. Etliche Städte im Umkreis haben nach den Bochumer Sperrungen bereits mit der Untersuchung ihrer Turnhallendecken begonnen.

Als Grund für die sich lockernden Deckenplatten wurden mittlerweile falsch eingeschlagene Nägel identifiziert, bestätigte das Düsseldorfer Bauministerium. "Es handelt sich um Turnhallen aus den Sechziger- bis Achtzigerjahren", sagte ein Sprecher des Bauministeriums. Es handele sich "um einen Planungs- beziehungsweise Ausführungsfehler". Das Ministerium habe bereits eine entsprechende Information an alle Baubehörden weitergegeben.

him



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insgesamt 40 Beiträge
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ivalein 07.08.2015
1. Marode Schulen
Wenn man sich mal anschaut, in was für Gebäuden teilweise die Zukunft Deutschlands unterrichtet wird, kann man nur den Kopf schütteln. Turnhallen aus den 60er-80ern müssen doch sicherlich in regelmäßigen Abständen auf Sicherheit geprüft werden. Macht man doch auch mit Autos. Aber hier zeigt sich, dass wieder an der falschen Stelle gespart wurde. Mit Kindern kann man's ja machen.
p.donhauser, 07.08.2015
2.
und daß in einem der reichsten länder der welt.
ekel-alfred 07.08.2015
3. So isses!
Zitat von p.donhauserund daß in einem der reichsten länder der welt.
Mit einem der höchsten Schuldenstände in Europa.....
carlitom 07.08.2015
4.
Zitat von p.donhauserund daß in einem der reichsten länder der welt.
... in diesem speziellen Fall: in einem der verschuldetsten Bundesländer überhaupt. Wohin fließen denn die vielen Gelder, für die das Land sich total verschuldet?
Lampenluft 07.08.2015
5. Soldiarzuschlag sollte hier eingesetzt werden!
Es ist Zeit den alten Solidaritätszuschlag entgültig abzuschaffen oder aber ihn den bedürftigen Kommunen in beiden Teilen zukommen zu lassen. Die Turnhallen sind nur ein Beispiel für die Dringlichkeit vieler Dinge in NRW. Das Geld gehört dorthin, wo es gebraucht wird oder aber sollte nicht eingezogen werden.
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