Digitalisierung an Schulen Bundestag beschließt Grundgesetzänderung

Fast alle Fraktionen haben eine Änderung des Grundgesetzes bewilligt, damit der Bund die geplante Digitalisierung von Schulen fördern kann. Nun müssen noch die Länder zustimmen.

Schüler mit Notebooks
Getty Images

Schüler mit Notebooks


Der Bundestag hat eine Grundgesetzänderung beschlossen und damit eine wichtige Hürde für den sogenannten Digitalpakt aus dem Weg geräumt. Der Bund darf damit unter anderem - anders als bisher - die Digitalisierung von Schulen mit Milliardensummen fördern.

Deutschlands Schulen sollen vom Jahr 2019 an schrittweise mit Digitaltechnik wie Tablets und WLAN ausgestattet werden und digitale Lerninhalte nutzen können. Lehrkräfte sollen entsprechend weitergebildet werden. Mit der Grundgesetzänderung soll der Bund künftig außerdem Milliardensummen in Wohnungsbau und Nahverkehr stecken dürfen.

Im Bundestag hatte sich lediglich die AfD gegen die Grundgesetzänderung gewandt. Alle anderen Fraktionen waren dafür. 580 Abgeordnete stimmten für die Maßnahme, 87 dagegen, 3 enthielten sich.

Ebenso wie im Bundestag braucht das Anliegen nun aber noch eine Zweidrittelmehrheit im Bundesrat. Bisher gilt als unsicher, ob es diese Mehrheit in der Länderkammer geben wird. Der Bundesrat will in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr am 14. Dezember darüber beraten.

Umfrage zu Schulen: Lehrer klagen über Schimmel und kaputte Fenster
  • Getty Images/ Maskot
    Deutschlands Schulen sollen digitaler werden, doch oft fehlt es an viel Banalerem. Laut einer Umfrage sorgen sich vor allem Pädagogen im Westen - im Osten scheint die Lage besser zu sein.

Bisher darf der Bund nur finanzschwachen Kommunen unter die Arme greifen, künftig soll er nun generell und direkt bei der Ausstattung von Schulen helfen können. Stimmt der Bundesrat zu, sollen die Änderungen ab Anfang 2019 gelten.

fok/dpa/Reuters

insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
trex#1 29.11.2018
1.
Wer denkt, Digitalisierung bedeutet Tablets an Schüler zu verteilen, verkennt die Probleme. Einerseits gehört zur Digitalisierung ausgebildetes IT-Personal. Der Aufwand, z.B. 500 Geräte zu vernetzen, Hardware und Software zu warten, ist an Schulen höher als in der Privatwirtschaft. Das können Lehrer nicht so eben nebenbei machen. In NRW ist es mW so, dass Schulen Lehrerstellen mit IT-Fachleuten besetzen können. Die Lehrer fehlen dann im Unterricht. Schließlich braucht man Unterrichtsmaterial, didaktische und methodische Konzepte. Solange noch nicht einmal Teile aus Lehrbüchern, die die Schüler als traditionelles Buch gekauft haben, digitalisiert im Unterricht eingesetzt werden dürfen, ist das noch ein sehr, sehr weiter Weg.
malliki 29.11.2018
2. Ein Tablet macht noch keine Digitalisierung
Selbstverständlich ist die GG-Änderung ein Schaffen von Fakten gegen den Föderalismus hier in DE über dessen Ende wir erst in 3 bis 5 Jahren hier öffentlich diskutieren dürfen. Digitalisierung beginnt nicht in der Hardware. Digitalisierung ist auch nicht das Aufrufen des Stundenplanes auf der Homepage der Schule. Und wer glaubt, dass ein 10 Zoll Tablet ein Schulbuch ersetzen kann, ist ganz offensichtlich von den sogenannten Spezialisten falsch beraten. Hier bekommt nur ein paar Unternehmen einen lukrativen Auftrag zugeschanzt - ohne Sinn und Zweck für Schule, Schüler und Lehrer. Ähnlich dem Beraterskandal unter U. v. d. Leyen. Bald wird es wohl ein "Warenwirtschaftsprogramm" für Schüler geben - ich lach mich schief. Es gibt lediglich schöne Bilder / Selfies für die Medien und die Biographie der Politiker.
Fuscipes 29.11.2018
3.
Wer da im Mittelpunkt steht sollte klar sein, es sind nicht die Schüler.
Fuscipes 29.11.2018
4.
Leben und Lernen ist nicht so wichtig. Wie Wissen vermittelt werden kann funktioniert mit und ohne Hirn könnte man meinen, aber ganz so ist dann doch nicht, Schule sollte ein geschützter Raum bleiben, es sind andere Dinge erforderlich als Multimedia und computerunterstützte Leistungskontrolle um Individuen reifen zu lassen. Wer Totalitarismus bevorzugt, der ist natürlich auf der richtigen Spur.
yournamehere 29.11.2018
5. Was genau?
Schön und gut - da wird eine Grundgesetzänderung beschlossen. Aber was denn nun genau beschlossen wurde (abgesehen von der schwammigen Aussage "der Bund darf jetzt die Digitalisierung fördern"), suche ich in dem Artikel vergeblich. Um welche Paragraphen geht es denn genau? Was hat sich da jetzt konkret im Wortlaut geändert? Irgendwie ziemlich dünn dieser Artikel...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.