Solidarität mit Cheerleaderin Desiree Sporthalle nach behindertem Mädchen benannt

Desiree Andrews, 14, ist Basketball-Cheerleaderin mit Downsyndrom in den USA. Als einige Zuschauer das Mädchen verspotteten, verteidigten die Spieler sie. Jetzt wurde die Schulsporthalle nach Andrews benannt.

AP

Desiree Andrews, 14, ist Cheerleaderin für das Basketballteam ihrer Schule in der Stadt Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin. Und Desiree hat das Downsyndrom.

Bei einem Spiel im vergangenen Jahr wurde sie deshalb von einigen Zuschauern auf der Tribüne verspottet. Doch ihr Team stand ihr bei: Ein Achtklässler verließ während eines Time-outs das Spielfeld und wies die Kinder zurecht, die über Desiree gelästert hatten, berichtete die Lokalzeitung "Kenosha News". Schließlich soll sich die ganze Mannschaft versammelt haben, um ihre Cheerleaderin zu unterstützen.

Seitdem spielt Desiree eine besondere Rolle bei den Basketballspielen der Lincoln Middle School: Vor jedem Anpfiff laufen die Spieler zu ihr und grüßen sie mit High Fives. Und sogar die Turnhalle der Schule wurde jetzt nach Desiree benannt: Der Sportunterricht findet nun im "D's House" statt, D steht dabei für Desiree.

Trainer David Tolefree ist stolz auf seine Spieler: "Sie haben wirklich zusammengehalten, fast so, als wären sie ihre großen Brüder", sagte er der "Kenosha News". Desiree sagte, dass sie es liebe, eine Cheerleaderin zu sein, weil sie gerne tanze. Dass die Jungen sie unterstützten, sei "großartig" gewesen. Ihr Vater stimmt zu: "Ich habe versucht, mit diesen Jungs zu reden, aber ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten."

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insgesamt 11 Beiträge
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besserwisser-ffm 14.03.2015
1. Zivilcourage und Solidarität
Eine tolle, kurze Geschichte zum Beginn des Wochenendes! Da sieht man mal wieder: Kinder haben, eher als Erwachsene, ihr Herz am rechten Fleck. Sie sind wohl einfach die besseren und vernünftigeren Menschen. Ein aufmunterndes Beispiel für Zivilcourage und Solidarität, so wie man sie in vielen (erwachsenen) Gesellschaften leider nicht mehr erlebt, da dort wohl eher abgewogen und taktiert wird!
graf.koks 14.03.2015
2. Danke, SPON - auch gute Nachrichten sind Nachrichten!
So viel also zu den in Deutschland oft und gern als böse, dumme Amis bezeichneten Menschen, die angeblich in einem Land leben, in dem Empathielosigkeit und das Recht des Stärkeren herrscht. Und das insbesondere auch noch in der bigotten Provinz. Nun kommt wahrscheinlich bald Einer und weist darauf hin, daß es sich ja nur um Jugendliche handelte. Aber alle diese solidarischen Jugendlichen sind auch ein Spiegelbild ihres Elternhauses und ihres Umfeldes. Vielleicht regt das den Einen oder Anderen zum Nachdenken an, insbesondere im eigenen Umkreis. Das bleibt zu hoffen!
vitalik 14.03.2015
3.
Zitat von graf.koksSo viel also zu den in Deutschland oft und gern als böse, dumme Amis bezeichneten Menschen, die angeblich in einem Land leben, in dem Empathielosigkeit und das Recht des Stärkeren herrscht. Und das insbesondere auch noch in der bigotten Provinz. Nun kommt wahrscheinlich bald Einer und weist darauf hin, daß es sich ja nur um Jugendliche handelte. Aber alle diese solidarischen Jugendlichen sind auch ein Spiegelbild ihres Elternhauses und ihres Umfeldes. Vielleicht regt das den Einen oder Anderen zum Nachdenken an, insbesondere im eigenen Umkreis. Das bleibt zu hoffen!
Tut mir leid, aber es sind Sie, die alles pauschalisieren. Weder ist es die Mehrheit der Leute, die USA als empathielos bezeichnen, noch ist durch diese Tat das Gegenteil bewiesen. Warum muss man immer ein einziges Ereignis plötzlich als Allgemeingültig behandeln und versuchen als Beweis darzustellen (nicht nur auf diesen Artikel bezogen).
EnricoRighes 14.03.2015
4. Dies ist keine Geschichte
über Amerika oder Nicht-Deutschland. Und auch nicht darüber, dass Kinder die bessern Menschen sind. Schließlich waren sie es, die die kleine Desiree verspottet haben. Sondern eine Geschichte über Empfindsamkeit, Respekt und den Mut, Schwächere zu beschützen. Das kann und sollte in jedem Land passieren.
shardan 14.03.2015
5. Leute, bremst mal.
Zum einen: "Die Amerikaner" ist eine Pauschalisierung, genau wie "Die Deutschen". Wer genauer hinschaut, merkt in Deutschland schnell, dass es recht schwierig werden dürfte, ein ausgeprägt preußisches Nordlicht mit dem Passauer Landadel in einen Topf zu werfen. In den USA ist es nicht anders. (Ja, es gibt sogar eine Entsprechung zum viel belästerten Ostfriesen...) Zum Zweiten: Die Gesellschaft (auch das ist letzten Endes schon wieder eine Pauschalisierung...) in den USA neigt zu einer gewissen Janusgesichtigkeit. Die soziale Kälte gibt es (hier übrigens auch...), und sie kann sehr hart sein dort. Soziales Engagement ist dort allerdings genau so verbreitet - weit mehr als hier. Manch Deutscher wäre wohl überrascht, wieviele schwer reiche "Ami's" regelmäßig die Ärmel hochkrempeln und in der Suppenküche Mahlzeiten an Bedürftige ausgeben. Mahlzeiten, die sie selbst bezahlt haben.... Das gibt es in D höchstens als gelegentliche Selbstdarstellung oder widerwillig herausgerückter Spende. Wie auch immer. Es ist dies keine Geschichte aus / in den USA. Es ist keine Story, das Kinder es besser können, selbst wenn SPON es so darzustellen versucht. Es waren ja auch Kinder, die Desireé verspottet haben. Aber: Es ist eine Geschichte, wie es sein sollte! Eine Geschichte über Respekt, Mut und über ein soziales Verhalten, das diesen Namen verdient. Das wünsche ich mir überall, besonders hier. Hats off and high five für dieses Team!
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