Dänemark Regierung will Kita-Pflicht für "Getto"-Kinder

In Dänemark soll für Kinder aus sozialen Brennpunkten bald Kita-Zwang gelten. Betroffen sind Einjährige, die die Regierung als "Getto"-Kinder einstuft. Die Opposition will die Pläne jetzt mittragen.

Kita-Kinder in Kopenhagen (Archivbild)
imago

Kita-Kinder in Kopenhagen (Archivbild)


Für Kinder aus sozial benachteiligten Gebieten soll in Dänemark die Kita-Betreuung vom ersten Lebensjahr an zur Pflicht werden. Die wichtigsten Oppositionsparteien signalisierten der Mitte-Rechts-Regierung am Montag ihre Zustimmung zu dem Vorschlag. Als Grund für die geplante Maßnahme gibt die Regierung an, die gesellschaftliche Integration der Bewohner in diesen Gebieten fördern zu wollen.

Ab 2019 sollen demnach rund 700 Kinder in Dänemark mindestens 25 Stunden pro Woche verpflichtend einen Kindergarten besuchen. Gefördert werden dabei Sprach- und Lernkompetenzen, aber auch das Wissen über Demokratie oder wichtige dänische Feiertage wie Weihnachten und Ostern. Bezahlen müssen die Eltern dafür nichts. Allerdings: Wer seine Kinder zu Hause lässt, riskiert, dass das Kindergeld gekürzt wird.

Umfassendes Programm der Regierung

Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Programms, mit dem die dänische Regierung die negative Entwicklung bestimmter Gebiete stoppen will. 22 solcher Wohngebiete im Land wurden von der Regierung als "Gettos" charakterisiert. Als Getto definiert die Regierung um Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen Wohngegenden mit mindestens 50 Prozent Bewohnern aus nicht-westlichen Ländern, mehr als 40 Prozent Arbeitslosigkeit und einer erhöhten Kriminalitätsrate.

Auch in Frankreich setzt die Regierung auf eine frühe Betreuung von Kindern, um die Integration zu verbessern. Hier soll ab dem Sommer jedes Kind ab drei Jahren verpflichtend eine Vorschule besuchen.

him/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.