Dänische Schülerinnen Lehrer bildeten die Striptease-Jury

Sie tanzten halbnackt und rieben sich mit Schlagsahne ein. Bei einer Strip-Show an ihrem Gymnasium gaben Schülerinnen im dänischen Silkeborg alles - und in der Jury saßen ausgerechnet ihre Lehrer. Das ging dem Direktor dann doch zu weit.


Silkeborg - Als die Stimmung auf dem Höhepunkt war, die Schülerinnen sich bis auf den Slip entblößt, mit Schlagsahne und Babyöl eingerieben hatten, muss es den Lehrern zu viel geworden sein: Sie brachen den Wettbewerb ab.

An der Show, die die Mädchen bis dahin lieferten, hatten sie durchaus Gefallen gefunden. Schließlich saßen sie bei dem Strip-Wettbewerb ihrer Schülerinnen sogar in der Jury. Ihre Aufgabe: Sie sollten die heißeste Striptease-Tänzerin des Gymnasium Silkeborg in Dänemark küren. Und die strippenden Schülerinnen gaben alles: Unter dem Gejohle ihrer begeisterten Mitschüler zogen sie sich vor der Jury aus, tanzten und posierten lasziv.

Von alldem hätte außerhalb Silkeborgs wohl niemand etwas erfahren, hätte einer der Zuschauer die Show nicht gefilmt und als Video auf YouTube gestellt. Nun sind Lehrer wie Schüler in Bedrängnis: Warum richten Teenager am Gymnasium einen Strip-Contest aus? Und vor allem: Warum nehmen Lehrer als Juroren daran teil?

Schuldirektor Erik Olesen erklärt es so: "Irgendwie müssen da alle etwas ausgerastet sein." Er holte die beteiligten Schüler und Lehrer zu einem "klärenden Gespräch" in sein Dienstzimmer. Eine Entlassung droht den Lehrern nicht. Olesen hatte ihnen zunächst Konsequenzen angedroht, und prompt stellte sich die Lehrergewerkschaft hinter die Pädagogen, die den Wettbewerb abgebrochen hätten: "Klar, da ging es zu weit, und da haben die Kollegen ja auch eingegriffen", sagte der Gewerkschafts-Vorsitzende Gorm Leschly.

Auszieh-Wettbewerbe sind an dänischen Schulen durchaus verbreitet, zum Beispiel bei Einführungs-Ritualen. So sorgte im 2005 ein Gymnasium in Gladsaxe für landesweites Aufsehen, als sich gleich 263 Teenager auszogen - je mehr Kleidungsstücke, desto mehr "Klassenpunkte" gab es. Der Direktor stoppte den Massen-Striptease zwar, äußerte aber Sympathie dafür: Wäre er selbst noch Schüler, hätte er auch mitgemacht. Strip-Wettbewerbe gibt es gelegentlich auch bei Veranstaltungen für Erstsemester an dänischen Universitäten.

pop/dpa



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