Digitalpakt Schulen sollen bis zu 25.000 Euro für Laptops und Tablets bekommen

Beim Digitalpakt Schule sollen sich Bund und Länder bei den letzten Streitpunkten geeinigt haben. Wenige Wochen vor der geplanten Unterzeichnung sind Details aus einem Entwurf bekannt geworden.

DPA


Schulen in Deutschland sollen jeweils bis zu 25.000 Euro für Laptops und Tablets erhalten können. Das geht aus einem Entwurf für eine Verwaltungsvereinbarung zum geplanten Digitalpakt von Bund und Ländern hervor, der dem "Handelsblatt" und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Geräte sollen demnach an die jeweiligen Schulen gebunden sein.

Insgesamt will der Bund über fünf Jahre fünf Milliarden Euro für die geplante Digitalisierung der Schulen in Deutschland zur Verfügung stellen. Aus dem Entwurf geht den Berichten zufolge hervor, dass die Länder sich verpflichten sollen, mindestens zehn Prozent Eigenanteil zuzuschießen.

Strittig war laut "Handelsblatt" bisher noch, wer die Anbindung der Schulen ans Internet finanziert. Nun sei klar: Sie solle aus Mitteln des Bundesverkehrsministeriums bezahlt werden. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise.

Grundgesetz muss noch geändert werden

Der Digitalpakt soll am 6. Dezember unterschrieben werden. Eine Hürde gibt es aber noch: Bundestag und Bundesrat müssen den Weg für die geplante Milliardenförderung mit einer Grundgesetzänderung freimachen.

Damit der Bund die Schulen flächendeckend unterstützen kann, wollen Union und SPD im Bund das bisherige Kooperationsverbot bei der Bildung abschaffen. Bildung und Schule fallen in die alleinige Kompetenz der Bundesländer. Den entsprechenden Gesetzentwurf hat die Bundesregierung im Mai gebilligt.

Derzeit verhandelt die Koalition mit Grünen und FDP darüber. Denn für die Grundgesetzänderung ist eine Zweidrittelmehrheit im Parlament sowie im Bundesrat nötig. Wie es in Verhandlungskreisen hieß, soll die Bund-Länder-Vereinbarung vor diesem Hintergrund wohl zunächst vorläufig unterzeichnet werden. Für den Beschluss der Grundgesetzänderung im Bundesrat kommt eine Sitzung am 14. Dezember infrage.

"Alle warten darauf, dass es weitergeht"

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) forderte FDP und Grüne am Donnerstag auf, der Grundgesetzänderung zuzustimmen. "Wenn Sie uns stets vorwerfen, dass die Digitalisierung zu lange dauert, haben Sie jetzt die Chance", sagte sie. "Lehrer, Eltern, Kinder - alle warten darauf, dass es weitergeht."

FDP und Grüne hatten in den vergangenen Tagen gemahnt, der Bund dürfe nicht ausschließlich in Technik investieren, sondern müsse auch "in Köpfe" investieren - also in eine bessere Personalsituation an den Schulen.

lek/dpa/afp



insgesamt 83 Beiträge
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shardan 22.11.2018
1. Ein Witz!
Bis zu 25000 Eur... (Warum erinnert mich das an die "bis zu 16 MBit/s, die die Telekom hier anbietet?) Und wie schlüsselt sich das "bis zu" eigentlich auf? Nach Schülerzahl? Dannbekommt eine Schule mit wenig Schlüern zwei Tablets und eine große Schule mit tausend Schülern grade einmal eine Klassenausstattung? Oder geht das nach Schulform, Gymnasien kriegen das meiste? Ist ziemlich egal - 25k EUR ist, zu gut Deutsch, ein Fliegenschiss, der deutlich macht, wie wenig ernst es der Regierung mit der Förderung der Schulen und Schüler in Wirklichkeit ist. 25K Eur.... es ist ja nicht mit den eigentlichen Gerät getan, es braucht ja ein wenig Ausstattung, Lehrmittel, Programme usw... Soll es einigermaßen tauglich sein, kostet ein Platz ca 500 EUR, knapp gerechnet. Heißt: Grade mal 50 Geräte. Rechnet man einige Geräte als Reserverückstellung ab, ist das grade mal die Ausstattung für eine einzige Klasse! Mit keinem Wort erwähnt: Wer soll das unterrichten? Unterrichten die Schüler dann den Lehrer? Eine ernst gemeinte digitale Bildungsinitiative sieht erstens anders aus, zweitens kostet sie wesentlich mehr. Aber die Milliardenverteilung an Wähler - oft besser verdienende! - waren wichtiger.
anchises 22.11.2018
2. 5 Mrd für genau was jetzt?
Laptops und ähnliches digitales Gerät steht doch eh schon zu Hause herum. Welch gigantische Geldverschwendung. Demnächst kommt noch jemand auf die Idee, betreutes Fernsehen in der Schule oder Fahrschulunterricht sei auch recht nützlich.
amadeus300 22.11.2018
3. boaaah ey ... 25 mille...
Mir ist nicht klar, wer hier wen zum Narren halten will..., doch vermag wohl jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch einzusehen, daß mit 25.000 Euro nie und nimmer an einer Schule mit 1000 Schülern irgendeine bedarfsgerechte und nachhaltige Wirkung erzielt werden kann. In meinem Lehrerzimmer bedarf es (wenn's gut geht) vom Anschalten des Computers bis zum Ausdruck eines Dokuments 10 Minuten ! Einmalzahlungen sind nutzlos, wenn nicht zugleich der Support, die Aktualisierung der Programme, die Erneuerung der Hardware etc. einkalkuliert werden. Es grüßt eine Lehrer einer digitalen Vorzeigeschule...
fritz_64 22.11.2018
4. 50
Wenn ich mal 500€ Anschaffung rechne sind das 50....bei wieviel Schüler?
twike-fahrer 22.11.2018
5. Schulen am Digital-Dauer-Tropf
Ich hoffe nur, dass jedem klar ist, dass dies zu steil ansteigenden Dauerkosten führt. Nach kurzer Zeit müssen die Rechner erneuert, Infrastruktur ausgebaut, Software aktualisiert werden. Dann kommen Wartungsverträge mit Dienstleistern, die kreativ ihr Geschäft auf Kosten der Steuerzahler ausbauen werden. Das wäre es mir sogar wert, wenn ich an einen Nutzen für unsere Kinder glauben würde. Am besten schneiden heute beim Studium immer noch die ab, die sich am wenigsten durch die Digitalisierung vom lernen ablenken lassen.
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