Medienbericht Trumps frühere Schule sollte Noten verstecken

Er bezeichnet sich selbst als "Genie" und erstklassigen Schüler - seine Schulnoten will Donald Trump aber nicht veröffentlichen. Eine frühere Schule sollte sie laut "Washington Post" sogar geheim halten.

Donald Trump
REUTERS

Donald Trump


US-Präsident Donald Trump besuchte als Teenager fünf Jahre lang die private Military Academy in Cornwall, rund hundert Kilometer nördlich von New York. Trump wurde von seinen Eltern auf die Internatsschule geschickt, weil sie der Meinung gewesen seien, er bräuchte mehr Disziplin.

Nun berichtet die US-Zeitung "Washington Post" unter Berufung auf frühere Schulleiter, die Military Academy habe dafür gesorgt, dass Trumps Noten nicht an die Öffentlichkeit dringen.

Der ehemalige Direktor der Military Academy, Evan Jones, sagte der Zeitung, dass sein damaliger Chef im Jahr 2011 wegen der Trump-Akte ganz "panisch" zu ihm gekommen sei. Dessen Vorgesetzter, Jeffrey Coverdale, habe ihm damals berichtet, dass frühere Schüler, die zu Trumps Freundeskreis zählten, dessen Akte ausgehändigt haben wollten - um sie geheim zu halten.

Trumps Akte wurde versteckt

Coverdale bestätigte der "Washington Post", dass Mitglieder des Schulkuratoriums von ihm verlangt hätten, ihm Trumps Akte zu übergeben. Er habe dies allerdings verweigert. Coverdale brachte die Unterlagen jedoch an einen anderen Ort auf dem Schulgelände, von wo aus sie nicht an die Öffentlichkeit hätten gelangen können, wie er selber sagte. Dies sei das einzige Mal gewesen, dass er eine Schülerakte verlegt habe.

Die Schule war 2011 unter Druck geraten, weil Trump damals in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP behauptete, der damalige US-Präsident Barack Obama sei ein "fürchterlicher Schüler" gewesen, der "zu schlecht für Harvard" gewesen sei - ohne dies jedoch zu belegen. Trump hatte Obama damals zudem aufgefordert, seine Schulnoten zu veröffentlichen.

Der US-Präsident hatte indes selbst mehrfach behauptet, er sei ein erstklassiger Schüler gewesen und hatte sich selbst als "Genie" bezeichnet. Trumps früherer Anwalt Michael Cohen sagte hingegen vergangene Woche im Kongress aus, er habe auf Trumps Anweisung hin dessen früheren Schulen gedroht, sie zu verklagen, sollten sie dessen Noten publik machen.

Trump berichtete der "Washington Post" während des Wahlkampfs 2016, dass es ihm unter dem militärischen System "sehr gut ergangen" sei. Er sei "einer der Top-Leute" an der Schule gewesen. Der Armee trat Trump allerdings nie bei.

him/AFP



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