Michelle-Obama-Initiative Trump-Regierung kippt Vorgaben für gesundes Schulessen

Es war eines der wichtigsten Projekte der ehemaligen First Lady Michelle Obama: gesünderes Essen an Schulen. Jetzt wird das Projekt gestoppt. Zur Begründung heißt es, es solle den Kindern schließlich schmecken.

Lunch-Tablett aus der Küche der J.F.K.-Grundschule in Kingston, New York
AP

Lunch-Tablett aus der Küche der J.F.K.-Grundschule in Kingston, New York


Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat sich eines der wichtigsten politischen Anliegen von Michelle Obama vorgeknöpft - den Kampf der früheren First Lady für gesünderes Essen für Kinder. Künftig solle den Schulen des Landes bei den Speiseplänen wieder "größere Flexibilität" ermöglicht werden, kündigte das Landwirtschaftsministerium in Washington an. Das Ziel: Die Schüler sollen wieder mit "mehr Begeisterung" essen.

Im Kampf gegen Übergewicht bei Kindern hatte sich Michelle Obama, Ehefrau von Ex-Präsident Barack Obama, während der Amtszeit ihres Mannes für besseres Essen an Schulen eingesetzt. Die Vorgaben des Healthy, Hunger-Free Kids Act sollten den Anteil von Salz und Zucker im Schulessen beschränken.

Offiziellen Zahlen der Gesundheitsbehörden zufolge ist jedes sechste Kind in den USA übergewichtig oder fettleibig. Laut einer aktuellen Studie der Bloomberg School of Public Health an der Johns-Hopkins-Universität könnten in den USA Gesundheitskosten in Milliardenhöhe eingespart werden, wenn Kinder sich gesünder ernährten und mehr bewegten.

Die US-Regierung hat jedoch offenbar Sorge, das Essen könnte den Kindern nicht mehr schmecken. "Wenn die Kinder das Essen nicht mögen und es im Müll landet, bekommen sie gar keine Ernährung", sagte Landwirtschaftsminister Sonny Perdue. Seinem Ministerium zufolge führten die Vorgaben zu Kosten von 1,2 Milliarden Dollar für die Schulbezirke und Bundesstaaten.

Trump kippt noch mehr Projekte

Zudem hat die US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel bekannt gegeben, dass Restaurantketten vorerst nicht dazu verpflichtet werden, Kalorienangaben auf ihre Menus zu drucken. Barack Obama hatte ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht, das auch für Fertigprodukte gelten sollte. Das Gesetz soll nun frühestens in einem Jahr in Kraft treten.

Laut CNN und "Washington Post" will die US-Regierung unter Trump auch das Programm "Let Girls Learn" einstampfen. Das Projekt wurde ebenfalls von Michelle Obama ins Leben gerufen und soll die Bildung junger Frauen in Entwicklungsländern fördern.

Der Sprecher von Donald Trump, Sean Spicer, hat dies jedoch via Twitter dementiert. Er versichert, das Programm werde fortgesetzt. Die US-Regierung fühle sich verpflichtet, Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt zu unterstützen.

koe/AFP

insgesamt 78 Beiträge
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Toebbens 02.05.2017
1. Und was sagen die Experten?
Die School Nutrition Association SNA, die Organisation amerikanischer Fachleute für Schulspeisung, begrüßt die neue Regelung, da sie den Schulen wieder organisatorische Flexibilität bei der Gestaltung der Schulspeisung gibt.
bruderimgeiste 02.05.2017
2.
Und am Ende der 4 Jahre stellen die sich hin und sagen "Schaut mal wie viel Kosten wir gespart haben und was der Obama alles an Geld aus den Fenster geschmissen hat". Und die dicken Eltern applaudieren und die dicken Kinder futtern weiter ihre Zuckerbomben.
spon_2999637 02.05.2017
3. Where to invade next...
Sollte jeder mal gesehen haben - auch Trump. Dann denkt man vielleicht nochmal nach.
Hänschen Klein 02.05.2017
4.
Ob jemandem etwas schmeckt oder nicht, wird ja gerade im Kindesalter festgelegt. Insofern war die Obama-Initiative durchaus sinnvoll. Bei Erwachsenen noch einen Geschmackswechsel hin zum Gesunden zu erzielen, ist fast unmöglich. Dann ist im Gehirn schon alles festgefahren. Außerdem hat gesunde Ernährung nicht unbedingt mit gutem Geschmack zu tun. Viele extrem gesunde Lebensmittel schmecken nicht gerade lecker, dennoch sind sie wichtig. Trump fehlt wirklich der geistige Horizont für sein Amt.
dasmusssosein!? 02.05.2017
5. Gute Nachrichten
Bei aller Abneigung der Regierung Trump gegenüber, ob rational oder emotional begründet, wie sehr würde ich mir eine gute Nachricht wünschen. Eine gute Entscheidung. Etwas mit Substanz. Oder nur ein gutes Zeichen. Kaum auszuhalten wie man so offensichtlich dumm und ignorant sein kann. Und jetzt kümmere ich mich wieder um meinen eigenen Kram...
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