US-Wahlkampf Donald Trump will Waffenverbote an Schulen aufheben

Donald Trump befeuert die Debatte um schärfere US-Waffengesetze. Der Republikaner will waffenfreie Zonen an Schulen abschaffen. Falls er Präsident wird, soll das eine seiner ersten Amtshandlungen werden.

US-Präsidentschaftsbewerber Trump: Wahlkampf mit Tabubrüchen
REUTERS

US-Präsidentschaftsbewerber Trump: Wahlkampf mit Tabubrüchen


Gegensätzlicher könnten ihre Positionen kaum sein: US-Präsident Barack Obama kämpft für schärfere Waffengesetze. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump fordert mehr Waffen - nun sogar an Schulen.

Während einer Wahlkampfrede im US-Bundesstaat Vermont sagte er: "Ich werde waffenfreie Zonen an Schulen abschaffen." An seinem ersten Tag im Weißen Haus wolle er dafür sorgen, versprach Trump in Burlington.

"Wisst ihr, was eine waffenfreie Zone für einen Perversen ist?", fragte Trump seine Anhänger. "Sie ist ein Köder."

US-Staaten regeln es unterschiedlich, in welchen Bereichen der Öffentlichkeit das Tragen von Waffen erlaubt ist. So genehmigte etwa Texas kürzlich, dass nun Handfeuerwaffen wieder offen getragen werden dürfen.Schulen sind jedoch ein besonders heikles Terrain: Dort sind Waffen häufig verboten.

Während Trump in Vermont sprach, stellte sich Obama in Fairfax Fragen von Bürgern. Auch dort ging es um Waffen. Der Präsident plädierte für eine Reform des Waffenrechts und einen besonneneren Umgang mit Waffen.

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US-Präsident: Obama beim Bürgerdialog
Das Land ist bei diesem Thema tief gespalten. Obamas Regierung will unter anderem dafür sorgen, dass Käufer von Pistolen und Gewehren künftig besser kontrolliert und psychisch kranke Menschen im Überprüfungssystem leichter erfasst werden können.

Doch bei den oppositionellen Republikanern und der US-Waffenlobby stößt der Plan auf heftige Kritik. "Wir werden nicht zulassen, dass rechtschaffene Waffenbesitzer schikaniert und eingeschüchtert werden", erklärte Chris Cox von der National Rifle Association.

Die Waffenlobby argumentiert außerdem: Je mehr "richtige Leute" sich bewaffneten, desto sicherer werde das Land, in dem beinahe täglich Schießereien und Amokläufe passieren. Diese Position vertritt auch Donald Trump.

In Vermont sagte er, dass Anschläge wie in San Bernardino und Paris weniger schlimm geendet hätten, wenn mehr Bürger eine Waffe trügen. "Es werden schlimme Sachen passieren", sagte Trump, "aber wenigstens schießen wir zurück."

Der Republikaner bestreitet seinen Wahlkampf mit Hetze gegen Einwanderer und Tabubrüchen. Unlängst forderte er ein Einreiseverbot für Muslime. Solche Sprüche kommen bei vielen Amerikanern offenbar gut an: In Umfragen liegt Trump weiter auf Platz eins unter den republikanischen Präsidentschaftsbewerbern.

lov



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