Rot-Kreuz-Suchdienst Hunderte Flüchtlingskinder suchen ihre Eltern

Hektik, Chaos, Stress - und plötzlich sind die Eltern nicht mehr da: Immer mehr Familien werden auf der Flucht auseinandergerissen. Die Zahl der Suchanfragen ist massiv gestiegen, berichtet das Rote Kreuz.

Ein Flüchtlingskind auf der Balkanroute (Archivbild): Immer mehr Suchanfragen beim Roten Kreuz
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Ein Flüchtlingskind auf der Balkanroute (Archivbild): Immer mehr Suchanfragen beim Roten Kreuz


Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) verzeichnet bei der Suche nach Flüchtlingskindern oder deren Eltern deutlich mehr Anfragen. DRK-Präsident Rudolf Seiters sprach in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" von einem Anstieg um 60 Prozent gegenüber 2014. "Die wachsenden Zahlen hängen direkt mit den starken Flüchtlingsbewegungen nach Europa zusammen. Unter den Suchenden befinden sich viele Kinder unter 15 Jahren", sagte er. Ende Dezember zählte der Suchdienst 345 Betroffene, die in Ungewissheit über das Schicksal ihres Kindes oder ihrer Eltern waren.

Mit der Seite www.tracetheface.org richtet sich das Internationale Rote Kreuz an minderjährige Flüchtlinge, die auf ihrem Weg die Eltern verloren haben. Für unter 15-Jährige ist auf der Seite ein besonderer, passwortgeschützter Bereich vorhanden, in dem ausschließlich Rot-Kreuz-Suchdienste Fotos von Kindern veröffentlichen, die nach ihren Angehörigen suchen, sowie Bilder von Eltern, die nach ihren Kindern suchen.

Pro Monat kommen auf der Seite des Suchdienstes derzeit rund 80 neue Fotos hinzu. "Durch das einzigartige internationale Netzwerk des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes gelingt es immer wieder, verloren gegangene Kontakte zwischen Familien wiederherzustellen", sagte Seiters. In zwei Dritteln der Fälle konnte das DRK bisher helfen.

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him/dpa



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