Drohung per Video Schüler stellten Mordaufruf ins Internet

Zwei Gymnasiasten aus Husum haben ein Video gedreht, in dem sie zur Ermordung ihrer Klassenlehrerin aufrufen. Die 20-Sekunden-Sequenz veröffentlichten sie im Internet. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.


Husum - Die Jugendlichen, 14 und 16 Jahre alt, haben die Morddrohung im Internet bereits gestanden. Die Staatsanwaltschaft hat sie wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten und Beleidigung verklagt. Im schlimmsten Fall droht ihnen eine Jugendstrafe. Hausdurchsuchungen bei den Jungen ergaben allerdings keine Hinweise auf die konkrete Planung eines Anschlags.

Die Polizei erfuhr von einem Internetsurfer aus Nordrhein-Westfalen von dem Video. Er hatte es bereits in der Nacht zum 7. Dezember entdeckt, berichten die "Husumer Nachrichten". In der 20 Sekunden langen Filmsequenz hätten die beiden Mittelstufenschüler auch Computerspiel-Elemente verwendet.

"Für diese Form der Grenzüberschreitung haben wir keine Toleranz", sagte Walter Fedders, Leiter der Husumer Hermann-Tast-Schule, der Zeitung. Die Aufforderung, eine Lehrerin zu töten, sei alles andere als ein Dummejungenstreich. Nach Gesprächen mit den Eltern gehe das Gymnasium von Schul- und Lernschwierigkeiten als Ursache aus, einer "diffusen Mischung aus Frust und Wut".

Die Internet-Drohung sei in allen Klassen ausführlich Thema gewesen, die meisten Schüler hätten mit Abscheu reagiert, betonte Fedders. Derzeit sind beide Täter beurlaubt. Die Lehrerkonferenz hat beantragt, dass sie die Schule wechseln müssen.

agö/dpa



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