Ebola Liberias Schulen sind wieder geöffnet

Mehr als ein halbes Jahr lang konnte wegen der Ebola-Seuche kein Unterricht stattfinden. Am Montag eröffnete Liberia wieder die Schulen. Der Tag begann mit Fiebermessen.

AP

Allmählich beginnt in den von der Ebola-Seuche betroffenen Ländern Afrikas wieder der Alltag: Nach Guinea hat nun auch das Nachbarland Liberia seine Schulen wieder geöffnet. Zehntausende Schüler kehren diese Woche in die Klassenzimmer zurück - rund sieben Monate lang fand wegen der Ansteckungsgefahr kein Unterricht in dem westafrikanischen Land statt.

Vor Betreten der 5.800 Schulen des Landes mussten die Schüler am Montag jedoch ihre Hände desinfizieren und ihre Temperatur messen lassen. So sollen mögliche weitere Ebola-Fälle verhindert werden. Fieber ist gewöhnlich das erste Symptom der Seuche, an der in Westafrika seit vergangenen März bereits mehr als 9.200 Menschen gestorben sind. In Liberia gab es zuletzt aber kaum Neuansteckungen.

Schüler, die sich den neuen Hygienemaßnahmen verweigern, werden nicht zum Unterricht zugelassen, wie der stellvertretende Bildungsminister Ramses Kumbuyah erklärte. Um eine mögliche Übertragung des Virus durch Körperkontakt unwahrscheinlich zu machen, gelte in den Schulen zunächst ein Verbot für Sportarten wie Fußball oder Basketball.

5.000 Kits mit Thermometern und Desinfektionsmitteln sind nach Angaben des Ministers an den Schulen verteilt worden. Außerdem sollen die Schulverwaltungen vor Ort darauf achten, dass nicht mehr als 45 bis 50 Schüler in einer Klasse sind. Die großen Klassen sind ein wesentliches Problem in Liberias Schulsystem und erhöhen das Risiko, dass sich Infektionen schnell verbreiten: Teilweise teilen sich bis zu 100 Kinder einen Klassenraum.

Schüler begrüßen den Wiederbeginn des Unterrichts. Viele seien gelangweilt davon, über Monate zu Hause sitzen zu müssen, heißt es in einem Agenturbericht. "Ich bin glücklich, wieder zur Schule zu kommen, weil ich meine Freunde so lange nicht gesehen habe", sagt zum Beispiel der 18-jährige Albert Kollie.

Das ebenfalls stark von Ebola betroffenen Sierra Leone will die Schulen im März wieder eröffnen.

bkr/dpa/AP



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kraichgau12 17.02.2015
1. gute Idee, aber...
in anderen Berichten vor gar nicht langer Zeit wurde beschrieben, das die laendliche Bevölkerung durch die eingeschränkten Verkaufsmöglichkeiten Ihrer Produkte so verarmt waere, das Sie unter anderem auch wieder auf Bush meat zurück griffe.... dort ist ein neuer Ausbruch nur eine Frage der Zeit. ebenso wurde diese Woche in der BBC beschrieben,das von den stattlichen Hilfen/Geldern der drei betroffenen Staaten nur 60% wirklich dort ankamen, wo sie sollten bzw undokumentiert versickerten. Und das waren nur die localen Hilfen. Der Aufbau eines tragbaren Gesundheitssystems mit annaehernd genug localen Aerzten und Pflegern,denen die Einheimischen mehr vertrauen, wird Jahre, nicht Monate dauern udn bis dahin bleibt die Region anfällig
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