Einschulung So viel kostet der Schulstart

Wenn ein Kind in die Schule kommt, bedeutet das für die Eltern vor allem eines: hohe Ausgaben. Welche Kosten für Erstklässler anfallen - und wie sich diese minimieren lassen.

Erstklässlerin bei Einschulungsfeier (Symbolbild)
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Erstklässlerin bei Einschulungsfeier (Symbolbild)


Bücher müssen gekauft werden, Ranzen, Stifte, Hefte - "der Schulanfang ist für Eltern eine nicht unwesentliche Investition", sagt Marktforscherin Simone Zinner von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Die letzte große Untersuchung der GfK zu dem Thema ist schon fünf Jahre alt, "seitdem haben wir das nicht mehr abgefragt, aber ich vermute, weniger Geld wird in diesem Jahr bestimmt nicht in die Hand genommen", sagt Zinner. Damals gaben Eltern im Schnitt 238 Euro für die Einschulung aus.

"Schulkinder sind ein ökonomischer Faktor geworden", sagt auch Olaf Koeller, Leiter des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel. Sein Institut hat vor drei Jahren in Schleswig-Holstein die Kosten für Schulkinder unter die Lupe genommen: 1000 Euro investierten Eltern pro Kind und Schuljahr. In diese Summe waren aber auch Betreuungskosten nach Schulende eingerechnet.

Welche Posten zur Einschulung auf Eltern zukommen:

  • Schultüte: Je nach Material, Größe und Aufwand kostet sie bis zu 50 Euro. Hersteller freuen sich, dass viele Kinder zur Einschulung mittlerweile mehr als nur eine Schultüte bekommen. Unzählige Größen und Motive gibt es im Angebot. Hinein kommen Süßigkeiten, Geldscheine, Spielzeug, Kuscheltiere - auch die Füllung geht ins Geld.

  • Schulranzen: Rund 136 Millionen Euro haben die Deutschen 2012 für Ranzen und Rucksäcke ausgegeben. Das hat das Kölner Institut für Handelsforschung errechnet. Bei dem Angebot den Überblick zu behalten, verlangt von den Eltern Recherche und ziemlich konkrete Vorstellungen. 240 Euro kann ein Komplett-Set aus Schultasche, Federmappe und Sportbeutel schon mal kosten. Für etwa 130 Euro ist ein ergonomisch geformter Rucksack zu haben.

  • Sporttasche und Trinkflasche: Selbstverständlich eignet sich auch der Sportbeutel aus Kindergartentagen, um Turnschuhe, Sporthose und T-Shirt zu transportieren. Doch Kinder, Eltern und Großeltern können oftmals nicht widerstehen, die weitere Ausstattung auf die Schultasche abzustimmen. Eine Trinkflasche kostet fünf bis zehn Euro, eine Regenhülle acht bis zehn Euro.

  • Stifte, Füller, Tuschkasten: Je nach Schule werden unterschiedliche Utensilien verlangt. Bleistifte, Füller, Farbstifte, Radiergummi, Lineal, Schreibhefte, Schnellhefter, Hausaufgabenheft, Klebestift, Zeichenblock, Tuschkasten - die Liste ließe sich beliebig fortführen. Eine bestimmte Marke darf die Schule laut Bundeselternrat aber nicht vorgeben. Die vom IPN ermittelten Durchschnittswerte für die schulische Ausstattung liegen bei durchschnittlich rund 170 Euro.

  • Schreibtisch: Rechnen, schreiben, zeichnen, lesen - Schulkinder brauchen zu Hause Platz für Hausaufgaben und kindgerechte Möbel, die verstellbar sind und mitwachsen.

  • Ausflüge und Klassenfahrten: Die Schulen entscheiden, ob es im ersten Schuljahr auf Klassenfahrt geht. In der Regel begrüßen es die Lehrer, wenn die Kinder etwas älter sind und sich untereinander kennengelernt haben, bevor es auf Schulfahrt geht. Für kurze Tagesausflüge - in einen Park, in den Schulgarten oder in die Bibliothek - sind in der Regel bis auf die Fahrtkosten im ersten Schuljahr keine weiteren Ausgaben einzuplanen.

So können Sie Kosten sparen:

  • Seien Sie kreativ: Basteln Sie die Schultüte doch einfach mal selbst. Das ist gar nicht so schwer, wie es vielleicht aussieht. Anleitungen dazu gibt es zahlreich im Internet. Ihr Kind wird es Ihnen danken, denn statt der Standardvariante aus dem Kaufhaus, bekommt es so ein ganz besonderes Exemplar. Ob als schwarz-gelbe BVB-Tüte für den Fußballfan, als bunte Unterwasserwelt mit Fischen aus Glitzerfolie oder beklebt mit einer wilden Herde aus Pony-Stickern - die Do-it-Yourself-Schultüte können Sie ganz individuell auf die Interessen Ihres Kindes abstimmen.

  • Es muss nicht immer alles neu sein: Schulranzen sind teuer, aber auch robust. Meist sind sie auch nach Jahren noch gut erhalten. Warum also nicht mal nach einem gebrauchten Model Ausschau halten? Wer nicht auf einen Glücksfund vom Flohmarkt in der Nähe hoffen will, kann sich bei Ebay oder der Flohmarkt-App Spock umschauen - oder auch in den Facebook-Gruppen seiner Stadt.

  • Holen Sie sich Unterstützung: Eltern mit einem niedrigen Einkommen haben im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets die Möglichkeit, Zuschüsse für Schulmaterialien zu beantragen. Pro Schuljahr bekommen sie dann insgesamt 100 Euro pro Schuljahr ausgezahlt. Sie haben Anspruch darauf, wenn Sie bereits Wohngeld oder Kinderzuschlag erhalten. Den Zuschuss können Sie bei der jeweils zuständigen Stelle für Bildung und Teilhabe in ihrer Stadt beantragen.

lie/dpa



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