Vor zwei Jahren abgelaufen Schulkantine servierte Ekel-Schnitzel

Mindestens haltbar bis 2012: Schüler in Ingelheim haben Putenhackschnitzel serviert bekommen, deren Verfallsdatum längst überschritten war. Allerdings scheint kein Kind krank geworden zu sein.

Rindfleischprodukt beim Metzger: Ob es wohl hackt, in Ingelheim?
DPA

Rindfleischprodukt beim Metzger: Ob es wohl hackt, in Ingelheim?


Eher unappetitlich waren die Mahlzeiten, die Schüler in einer Kantine in Ingelheim, Rheinland-Pfalz, serviert bekamen: Dort landeten zwei Jahre alte Putenhackschnitzel auf den Tellern. Das Gericht mit dem längst überschrittenen Haltbarkeitsdatum habe jedoch keine gesundheitlichen Folgen für die Schüler gehabt, teilte die Kreisverwaltung am Freitag mit.

Als der schlechte Zustand des Fleisches am Donnerstagmittag auffiel, waren schon mindestens 20 Schnitzel über die Theke gegangen. Krank meldete sich am nächsten Tag kein Schüler. Das Essen stammt laut Kreisverwaltung von einem Lieferanten, der auch neun weitere Schulen versorgt. Diese wurden am Freitag kontrolliert, ohne dass etwas Auffälliges gefunden wurde.

Die "Allgemeine Zeitung" zitiert den Geschäftsführer der Cateringfirma mit den Worten, obwohl "klare Regeln zum Umgang mit Lebensmitteln bestehen", sei es zu diesem Einzelfall gekommen. Ein Mitarbeiter sei unachtsam gewesen, darum seien die bereits vorgegarten und tiefgefrorenen Schnitzel trotz abgelaufenen Verfallsdatums "per Heißluft auf 75 Grad regeneriert" worden.

Immer wieder erzeugen ähnliche Vorfälle Aufmerksamkeit. Billigessen aus Großküchen steht in der Kritik. Wegen des Preisdrucks entscheiden sich Schulträger oft für den günstigsten Anbieter - und der liefert nicht unbedingt das beste Essen. Denn oft wird versucht, die geringen Margen durch Masse auszugleichen. Eltern und Politiker fordern deshalb, nicht der Preis sondern die Qualität solle zum Auswahlkriterium werden.

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otr/dpa

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HLoeng 31.01.2014
1. Wo ist Aigner?
Kaum ist die eiserne Ilse nicht mehr im Amt, geht es drunter und drüber. Wo bleibt der allseits zurecht so gefürchtete 10-Punkte-Fragenkatalog?
Nachnahme 31.01.2014
2. Nur weil die im Fleisch enthaltenen Medikamente ...
... noch wirksam waren ist nichts passiert :-) Ein hoch auf die Pharmaindustrie!
peterkamm-mueller 31.01.2014
3. Dr.No
Einfach mal den Fleischkonsum reduzieren. Dann kommt auch nichts verdorbenes in den Magen. Es hilft allen, den Tieren, dem Mensch und der Umwelt. Und den Medikamentencocktail spart man sich auch, eine klassische Win-Win Situation.
marcelbonn 31.01.2014
4. 2017
Wenn die Schnitzel gegart und die ganze Zeit tiefgefroren waren kannstwo die 2017 noch essen ohnr dass jemand krank wird
syracusa 31.01.2014
5. Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verfalldatum?
Zitat von sysopDPAMindestens haltbar bis 2012: Schüler in Ingelheim haben Putenhackschnitzel serviert bekommen, deren Verfallsdatum längst überschritten war. Allerdings scheint kein Kind krank geworden zu sein. http://www.spiegel.de/schulspiegel/ekel-schnitzel-in-schulmensa-war-schon-zwei-jahre-alt-a-950436.html
Warum wird da von "Ekel-Schnitzeln" geschrieben? Wenn die Ware ein Mindesthaltbarkeitsdatum hatte, kann es sich nur um eine Konserve handeln. Frischfleisch hat kein Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern ein Verfalldatum. Ware mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum ist in der Regel unproblematisch. Weil das abgelaufene Datum nichts über die Beschaffenheit der Ware aussagt, verbietet sich ein Begriff wie "Ekel-Schnitzel". Das sollte ein Spiegel-Journalist eigentlich wissen. Ware mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum sollte vor dem Verzehr geprüft werden. Das ist in der Kantine offenkundig geschehen, denn andernfalls hätte es Beschwerden über den Geschmack und/oder Erkrankungen gegeben.
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