Kreidezeichnung Eltern droht Bußgeld - weil Kind Parkplätze malt

Für die Gäste soll alles perfekt sein, dachte sich eine Siebenjährige - und malte mit bunter Kreide drei Parkplätze vors Haus. Doch die Zeichnung alarmierte das Ordnungsamt.

Kinder malen gern mit Kreide
AP

Kinder malen gern mit Kreide


Wir kriegen Besuch! Eine Siebenjährige aus Neuruppin freute sich auf die an Himmelfahrt angekündigten Gäste - und zeichnete für sie mit Kreide drei Parkplätze direkt vor dem Haus ein, in Weiß, Blau und Pink, mit einem großen "P". Eine nette Geste - die das Ordnungsamt auf den Plan rief: Dieses leitete wegen unerlaubter Bemalung der Straße ein Bußgeldverfahren ein.

Das Bemalen und Besprühen von Straßen sei laut Paragraf 4 der Stadtordnung verboten. Die Familie habe einen Tag Zeit, um die Kreidezeichnung zu entfernen, andernfalls werde eine Firma damit beauftragt, deren Kosten sie zu tragen habe, heißt es in dem Schreiben weiter.

Das Haus der Familie liegt in einer Spielstraße, geparkt werden darf nur an wenigen Stellen - allerdings dürfte die Verwechslungsgefahr der offiziellen Parkplätze mit denen der Siebenjährigen wohl gering sein.

Gegenüber der "Märkischen Allgemeinen" bemühte sich die Behörde um Schadensbegrenzung: Ein eingeleitetes Bußgeldverfahren bedeute nicht automatisch eine Geldstrafe. Zudem habe man die Angelegenheit zunächst mündlich klären wollen, es sei aber niemand zu Hause gewesen. Der Stadtverordnete Klaus-Dieter Miesbauer (SPD) will nun über eine Änderung der Stadtordnung nachdenken.

Die Kreide-Parkplätze sind inzwischen weg: Die Großmutter des Mädchens hat den Gartenschlauch gezückt und sie einfach weggewaschen.

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