Erschlagenes Kaninchen Schulleiter angezeigt

Eigentlich sollte das geschlachtete Kaninchen nur den Unterricht bereichern. Doch nun beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft mit der umstrittenen Aktion. Die Schüler verteidigen in einem offenen Brief die blutige Demonstration - und ärgern sich über den Medienrummel.

Kaninchen: Ein geschlachtetes Tier sorgt für Wirbel
DPA

Kaninchen: Ein geschlachtetes Tier sorgt für Wirbel


Das geschlachtete Kaninchen von Ratekau beschäftigt nun auch die Justiz: Ein Arzt hat den Schulleiter der Cesar-Klein-Schule wegen Körperverletzung angezeigt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Lübeck. Zudem solle der Mann, der das Kaninchen getötet hat, gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben.

Der beschuldigte Schulleiter, Georg Krauß, nannte die Vorwürfe abstrus. Er mache sich keine Sorgen und habe ein reines Gewissen, sagte er.

Auch die betroffenen Kinder und Jugendlichen scheinen die Schlachtung gar nicht so schlimm zu finden. In einem offenen Brief schreibt die Schülervertretung,dass die Schüler freiwillig zugeschaut hätten. Zudem sei die Aktion "nicht so dramatisch wie beschrieben". Sie kritisieren vor allem den "Medienrummel als maßlos übertrieben". Und sie fragen sich, warum die Eltern sich erst bei einem toten Kaninchen in der Schule Sorgen machen. Warum nicht schon "zu Hause am Bildschrim, wo Kinder ohne Furcht gewalttätige Filme sowie Spiele konsumieren?"

Auch Tierschützer wollen vielleicht klagen

Neben der Klage des Arztes bei der Staatsanwaltschaft Lübeck soll auch eine Gruppe von Tierschutzaktivisten erwägen, juristisch gegen die Schule in Schleswig-Holstein und die verantwortlichen Lehrer vorzugehen. Sie empörten sich besonders darüber, dass die Pädagogen eine Unterschriftenaktion der Schüler zur Rettung des Tieres zurückgewiesen hätten.

"Abgesehen davon, dass ich in über 30 Jahren Tierschutzarbeit noch nie erlebt habe, dass Lehrkräfte ihren Unterricht durch die Schlachtung eines wehrlosen Tieres 'bereichern' müssen, ist es pädagogisch geradezu fatal, die Bitte der Schüler auf Schonung des Tieres zu ignorieren", sagte Petra Zipp vom Bund gegen Missbrauch der Tiere.

In der vergangenen Woche hatte ein Landwirt während einer Projektwoche zum Thema Steinzeit ein Kaninchen vor Fünftklässlern geschlachtet. "Alles hundertprozentig nach der Tierschutz-Schlachtverordnung", versicherte er. Die Kinder sollten lernen, dass es früher keine Tiefkühltruhe gab, aus der Menschen ihr Essen fischen konnten, so die Idee der Lehrer.

Die Kinder hätten gewusst, was auf sie zukommt, sagte der Landwirt. Allerdings vergaß die Schule, die Eltern zu informieren. Die Kinder starteten vorher noch eine Unterschriftenaktion, um das Tier zu retten. Entsetzte Eltern riefen nach der Schlachtung bei den "Lübecker Nachrichten" an und beschwerten sich über "barbarische Vorfälle" in der Schule.

fln/dapd/dpa

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Seite 1
AKI CHIBA 01.04.2011
1. Das ist nicht das erste Mal!
Zitat von sysopEigentlich sollte*das*geschlachtete Kaninchen*nur*den Unterricht bereichern. Doch*nun beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft mit der umstrittenen Aktion. Die Schüler verteidigen in einem offenen Brief die blutige Demonstration - und ärgern sich über den Medienrummel. http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,754572,00.html
Es gab sogar mal ne Lehrprobe, da musste ein Schwein dran glauben.
Colorful, 01.04.2011
2. Skandal!
Der eigentliche Skandal ist die Realitätsferne von manchen Eltern und wohl auch von Akademikern. Woher meint Herr Doktor denn, kommt das Fleisch in seinem Fertigfutter. Vom Kasslerbaum?
stephan87 01.04.2011
3. Doppelt?
Das Thema wird hier doch schon irgendwie diskutiert? Wie auch immer. Ich finde die Idee des Lehrer grundsätzlich gut. Niemand verbietet irgendjemanden Fleisch zu essen, aber man sollte das Fleisch das man isst ausreichend wertschätzen, denn ein Lebewesen hat dafür sein Leben gelassen. Aber diese Lektion muss von den Eltern kommen. Nur die Eltern (sollten) wissen wie viel sie ihrem Kind zutrauen möchten. Ein lieb-gewonnenes Haustier vor den Augen der Kinder zu töten ist martialisch. Die Kinder können die oben angesprochene Lektion auch dann noch lernen, wenn sie reifer und gefestigter sind. Daher halte ich es für sehr richtig die Schulleitung anzuzeigen.
Sequester 01.04.2011
4. Haben die Leute nichts besseres zu tun?
Jeden Tag sterben tausende Tiere zwecks Nahrungsaufnahme. Es ist nur fair, auch einmal zu sehen woher das Fleisch komt. Wenn dadurch jemand zum Vegetarier wird: meinetwegen! Dann ist es wenigstens eine bewusste Entscheidung. Ich finde es schon sehr merkwürdig, dass hier so eine Geschichte daraus gemacht wird. Sucht euch ein Hobby.
Lucky1 01.04.2011
5. Ohne Sinn und Verstand !
Dieser Typ "Lehrer" wird wohl demnächst ein kleines AKW mitbringen, denn die Schüler denken ja alle, dass der Strom aus der Steckdose kommt . . . Ich schliesse mich der Anzeige an ! wolfgang
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