Niki Laudas Geständnis Dank Tintenkiller zum Abitur

Damit er schneller im Cockpit Gas geben konnte, manipulierte Ex-Rennfahrer Niki Lauda, 63, als Kind sein Abiturzeugnis. Das schlechte Gewissen sei schnell verflogen, als er Karriere machte. Seiner Mutter habe er den Pfusch erst nach Jahren gebeichtet.

Niki Lauda über sein gefälschtes Zeugnis: "Man hat gesehen, dass da was nicht stimmt"
REUTERS

Niki Lauda über sein gefälschtes Zeugnis: "Man hat gesehen, dass da was nicht stimmt"


Weil er lieber schnelle Autos fahren als zur Schule gehen wollte, hat Ex-Rennfahrer Niki Lauda sein Abschlusszeugnis gefälscht. "Meine Eltern haben darauf gepocht, dass ich die Matura mache. Aber mir hat das alles zu lange gedauert", sagte der 63-jährige Österreicher dem Magazin der Wochenzeitung "Die Zeit".

Die Fälschung sei allerdings so schlecht gewesen, dass er das Zeugnis seinen Eltern nicht vorlegen konnte. "Ich habe es ihnen nur aus der Ferne gezeigt, weil man oben klar erkennen konnte, dass der Name des wirklichen Besitzers mit Tintentod weggemacht worden war", erzählte er. Man habe auf hundert Meter gesehen, dass da was nicht stimmte.

Zuerst hätten ihn ein paar Gewissensbisse geplagt, aber die seien schnell verflogen, weil er dann gleich Rennfahrer wurde. "Meiner Mutter habe ich das erst Jahre später gebeichtet, da war ich allerdings schon erfolgreich", sagte der dreifache Formel-1-Weltmeister.

Der Großvater legte ihm Steine in den Weg

Lauda litt als junger Mann unter seinem Großvater, "ein Despot", der seinen Enkel lieber im Hörsaal gesehen hätte als auf der Rennstrecke. "Er wollte, dass ich studiere. Er hat immer gesagt, über die Mitglieder unserer Familie solle man auf der Wirtschaftsseite einer Zeitung lesen können, nicht auf der Sportseite."

Doch der Enkel hatte nichts als schnelle Autos im Kopf und machte lieber eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Sein Großvater habe versucht, ihn davon abzuhalten, Rennfahrer zu werden. "Als Industrieller hat er bei meiner Bank interveniert und einen Sponsor vergrault, den ich damals dringend gebraucht hätte", sagte Lauda. Den Kredit, den er stattdessen aufnahm, um in die Formel 1 einsteigen zu können, habe er viele Jahre lang abbezahlen müssen.

Laudas verunglückte 1976 tragisch, als sein Ferrari auf dem Nürburgring ins Schleudern geriet, gegen die Leitplanke prallte und in Flammen aufging. Der Rennfahrer überlebte trotz lebensgefährlicher Verletzungen und stieg bereits einige Wochen später wieder ins Cockpit.

son/dpa



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insgesamt 10 Beiträge
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mborevi 04.05.2012
1. Na dann hoffe ich nur, ...
... dass er sich selbst morgens beim Rasieren noch im Spiegel ansehen kann ... Es scheint ihn doch zu drücken, wenn er jetzt mit dem Geständnis herausrückt. Das spricht für ihn.
joachim enders 04.05.2012
2. Herr Lauda, treten Sie sofort zurück (von was auch immer!)
Ohne Abitur können Sie keinesfalls ein sportliches Vorbild sein. Schließlich geht es nicht nur um die Fertigkeiten, die man in der Schule lernt, sondern auch um das Vertrauen in unsere Sportler.
fantin-latour 04.05.2012
3. Das Sommerloch im Mai
Der Medienhype um diese Nachricht ist lächerlich: das hat er alles schon vor vielen vielen Jahren in seiner Autobiographie erzählt. Nur weil es jetzt im ZEIT-Interview noch mal erwähnt wird, macht der Boulevardjournalismus, zu dem offenbar mittlerweile auch der SPIEGEL zu zählen ist, eine neue Sensationsstory draus.
mewisiana 04.05.2012
4. Sommerloch!
Zitat von fantin-latourDer Medienhype um diese Nachricht ist lächerlich: das hat er alles schon vor vielen vielen Jahren in seiner Autobiographie erzählt. Nur weil es jetzt im ZEIT-Interview noch mal erwähnt wird, macht der Boulevardjournalismus, zu dem offenbar mittlerweile auch der SPIEGEL zu zählen ist, eine neue Sensationsstory draus.
Diese Meldung finde ich auch überflüssig, ganz meine Meinung!
Hans Meier 04.05.2012
5. Welch Vorbilder...
Zitat von sysopREUTERSDamit er schneller im Cockpit Gas geben konnte, türkte Ex-Rennfahrer Niki Lauda, 63, als Kind sein Abiturzeugnis. Das schlechte Gewissen sei schnell verflogen, als er Karriere machte. Seiner Mutter habe er den Pfusch erst nach Jahren gebeichtet. http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,831226,00.html
... also, Herr Lauda: Augen zu, Ohren anlegen und durch ... Nachtrag: die SPON-Überschrift suggeriert mal wieder etwas völlig anderes!
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