Uno-Bericht Vier Millionen geflüchtete Kinder gehen nicht zur Schule

Mehr als jedes zweite Kind, das aus seinem Heimatland geflüchtet ist, geht nicht in die Schule. Das teilt das Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit und warnt: Die Zahl der Kinder ohne Bildung steigt schnell.

Syrische Flüchtlingskinder in einem Flüchtlingslager in Jordanien
DPA

Syrische Flüchtlingskinder in einem Flüchtlingslager in Jordanien


Vier Millionen Kinder, die weltweit vor Krieg oder Krisen ins Ausland geflüchtet sind, können nicht zur Schule gehen. Das waren eine halbe Million mehr als im Jahr zuvor, wie das Flüchtlingshilfswerk UNHCR mitteilte.

Unter das Mandat des UNHCR fallen weltweit rund 20 Millionen Flüchtlinge, von denen etwa 7,4 Millionen im Schulalter sind. Binnenflüchtlinge, die innerhalb ihres Heimatlandes vertrieben wurden, zählen nicht dazu, obwohl ihre Situation oft ähnlich prekär ist. Insgesamt sind fast 70 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht.

Flüchtlingskinder könnten Bildungsdefizite in den seltensten Fällen wieder ausgleichen, heißt es in dem Bericht des UNHCR. Nur etwa ein Prozent hat demnach die Möglichkeit, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen - verglichen mit 37 Prozent der Menschen weltweit.

"Ohne Bildung ist die Zukunft dieser Kinder und ihrer Gemeinschaften unwiderruflich zerstört", sagte Uno-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. Bildung sei für die Flüchtlinge der Schlüssel zum Wiederaufbau ihrer Länder.

Grandi geht davon aus, dass sich die Situation trotz aller Anstrengungen verschlechtert. 2017 hätten eine Million weitere Flüchtlingskinder einen Platz auf einer Schulbank gebraucht. "Die Hälfte von ihnen hat einen Platz gefunden, die andere Hälfte geht nicht zur Schule", heißt es in dem Bericht.

Unter geflüchteten Kindern im Primarschulalter ist die Quote derer, die zum Unterricht gehen können, etwas höher: Sie liegt bei 61 Prozent - verglichen mit 92 Prozent der Kinder weltweit. Nur 23 Prozent der Flüchtlingskinder in der entsprechenden Altersgruppe besuchen eine weiterführende Schule. Weltweit sind es 84 Prozent aller Kinder.

Fehlende Bildung mache vor allem Mädchen verletzlicher, wenn es um Zwangsheirat, Ausbeutung und Menschenhandel geht. Das Uno-Flüchtlingshilfswerk fordert alle Staaten auf, Flüchtlingskinder in ihre nationalen Bildungssysteme zu integrieren und ihnen so die Chance auf gute Abschlüsse zu geben.

lov/DPA/Reuters

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.