Fotoserie über eineiige Zwillinge "Wir können uns gegenseitig die iPhones freischalten"

Sie lassen sich kaum voneinander unterscheiden - und sind oft doch sehr verschieden. In einer Fotoserie erzählen eineiige Zwillinge, wie das Leben im Doppelpack wirklich ist.

Peter Zelewski

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Chloe und Leah haben lange, rote Haare, dunkle Augen, Sommersprossen, sie tragen beide weiße Sneakers, eine blaue Leggins und ein Jeanskleid - und sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Doch guckt man genau hin, sieht man, dass Chloe wenige Zentimeter größer ist, ihr Gesicht schmaler zu sein scheint.

Der Fotograf Peter Zelewski hat eineiige Zwillinge porträtiert und zeigt nicht nur, wie viel sie gemeinsam haben, sondern auch, was sie unterscheidet. Die Idee für die Serie "Alike But Not Alike" entstand, als Zelewski den beiden Zwillingsschwestern Kira und Taya auf einer Londoner Straße begegnete.

"Es war die Symmetrie der beiden, die Art und Weise, wie sie intensiv und einstimmig direkt in meine Linse schauten", sagt er über seine sofortige Faszination. Er bat um ein Fotoshooting mit den Mädchen, die Familie stimmte zu. "Es fühlte sich so an, als würde ich ein Porträt aufnehmen, wie ich es noch nie zuvor gemacht hatte", sagt er.

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Fotostrecke: "Wir waren schon immer unzertrennlich"

Drei Jahre lang arbeitet Zelewski nun bereits an dem Projekt und hat mittlerweile 40 Zwillingspaare unterschiedlichen Alters, verschiedener Ethnien, sozialer Hintergründe und Geschlechter abgelichtet. Er zeigt die Duos auf den Straßen Londons vor neutraler Kulisse im Freien, um möglichst wenig über ihren sozialen Status zu verraten. Die Geschwister tragen die gleichen Kleidungstücke - so treten ihre Gesichtszüge, die Ausstrahlung, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlicher hervor.

"Wir werden nicht als Individuen gesehen"

Anfangs faszinierte Zelewski besonders die Symmetrie: "Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich mit den Porträts, die ich von den Zwillingen machte, der totalen Perfektion näher kam." Doch dann fing er an, sich immer mehr für die besondere Beziehung der Geschwister zu interessieren.

Jedes Foto ergänzt Zelewski mit Zitaten der Porträtierten, die deutlich machen, wie stark das Band zwischen den Geschwistern sein kann: Die Zwillinge Polly und Sophie haben so ähnliche Fingerabdrücke, dass sie sich gegenseitig die iPhones freischalten können; die 23-jährigen Brüder Clinton und Lee kleiden sich auch als Erwachsene noch gern gleich; die Schwestern Var und Ronja bezeichnen sich als Seelenverwandte.

Die Aussagen der Geschwister verdeutlichen auch, welche Schwierigkeiten das Zwillingsdasein mit sich bringen kann. Die Schwestern Allu und Naomi empfanden es als Kinder als Fluch, einen Zwilling zu haben. "Das Problem ist, dass, wenn wir jemand Neues treffen, sie uns immer als eins sehen und nicht als Individuen", sagen die Kira und Taya, 14 Jahre alt.

Mehr Glück im Doppelpack

Zelewski fängt die feinen Abweichungen ein, die Variationen in Gesichtsausdruck, Haltung und Charakter. "Innerhalb von 30 Sekunden werden die Unterschiede immer sehr deutlich", sagt er über die Fotoshootings mit den Zwillingen. Sofort erkenne er, wer den Ton angibt, wer sensibler ist und wer kontaktfreudiger. Er lässt beim Fotografieren die Zwillinge ihre Posen selbst wählen - daran könne man einiges über sie ablesen, meint er.

"Joe ist extravaganter als ich. Er liebt Make-up und möchte eines Tages Maskenbildner werden. Ich liebe Fotografie und stehe lieber hinter der Kamera", sagt der 15-jährige Duke über sich und seinen Zwillingsbruder.

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