Abstimmung im Parlament Frankreich verbietet Handys an Schulen

Alle internetfähigen Geräte müssen draußen bleiben: Das französische Parlament hat ein absolutes Handyverbot an Schulen beschlossen. In Deutschland gibt es so etwas nur in einem Bundesland.

Schüler mit Smartphones
DPA

Schüler mit Smartphones


Das französische Parlament hat ein gesetzliches Handyverbot an Frankreichs Schulen beschlossen. Liberale und Abgeordnete der Regierungspartei La République en Marche stimmten in letzter Lesung in der Nationalversammlung für die Regelung, während Vertreter linker und konservativer Parteien sich enthielten.

Die Initiative war ein Wahlkampfversprechen von Präsident Emmanuel Macron. Die Opposition sieht darin eine Scheinlösung.

Ein Komplettverbot internetfähiger Geräte

Schon seit 2010 gilt in Frankreich ein Gesetz, das die Handynutzung während des Unterrichts verbietet. Die neue Regelung sieht ein Komplettverbot internetfähiger Geräte wie Handys, Tablets und Smartwatches in allen Räumlichkeiten und bei schulischen Aktivitäten auch außerhalb des Schulgebäudes vor. Ausnahmen gibt es für den Gebrauch für den Unterricht selbst sowie für Kinder mit einer Behinderung.

Das Verbot wird an Vorschulen, Grundschulen und weiterführenden Schulen gelten. Es betrifft demnach Kinder und Schüler im Alter von drei bis 15 Jahren. Französische Gymnasien (Lycées) haben die Möglichkeit, ebenfalls ein Handyverbot einzuführen, sind aber nicht dazu verpflichtet.

In Deutschland gibt es ein Handyverbot an Schulen bisher nur in Bayern. Dort wird allerdings immer wieder diskutiert, ob das Landesgesetz gekippt werden könnte. Politiker von Grünen, Freien Wählern, AfD, Linke, SPD und FDP halten es nicht mehr für zeitgemäß.

tin/AFP



insgesamt 202 Beiträge
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Seite 1
kantirandavivorhodan 30.07.2018
1. Schwachsinn hoch 3
Dafür, das Mobilgeräte während des Unterrichtes ausgeschaltet bleiben, wäre ich auch. Aber keine Schule oder Parlament schreibt mir als Elternteil vor, wenn ich meinem Kind solch ein Gerät für Notfälle mitgebe. Man möge sich nur mal ausmalen was los ist, wenn mal etwas passiert, was mit einem einem Anruf oder einer Nachricht hätte verhindert werden können. Es hat die Schule einfach nicht zu interessieren, was mein Kind in seiner Tasche mit sich trägt (zumindest in diesem Zusammenhang).
Annabelle_ 30.07.2018
2. Internetfähige Handys in Schulen zu verbieten würde bedeuten, dass
a) Schüler weniger mit Kohle von Mama u. Papa angeben könnten und b) selbstverständlich, dass Schüler mehr denken statt googeln müssten.
mcbarby 30.07.2018
3. Völlig wegweisend
in Zeiten, in denen das Internet alle Lebensbereiche durchdringt, den Kindern den Zugang zu dieser Welt über weite Strecken des Tages zu untersagen. (Ironie aus) Es ist ja wohl wesentlich zielführender, den Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technik beizubringen. Hier sehe ich auch die Schule in der Pflicht. Und das kann man garantiert nicht in einer Stunde Technikunterricht pro Woche abhandeln. Und ganz nebenbei: Den Kindern werden genug Möglichkeiten einfallen, dieses hirnlose Verbot unter kreativem Einsatz modernster Technik zu umgehen. Ich beglückwünsche sie schon jetzt dazu. Als selbst fast 60-jähriger hoffe ich, dass sie diese senilen Greise ordentlich in den A.... treten.
paul4000 30.07.2018
4.
Zitat von kantirandavivorhodanDafür, das Mobilgeräte während des Unterrichtes ausgeschaltet bleiben, wäre ich auch. Aber keine Schule oder Parlament schreibt mir als Elternteil vor, wenn ich meinem Kind solch ein Gerät für Notfälle mitgebe. Man möge sich nur mal ausmalen was los ist, wenn mal etwas passiert, was mit einem einem Anruf oder einer Nachricht hätte verhindert werden können. Es hat die Schule einfach nicht zu interessieren, was mein Kind in seiner Tasche mit sich trägt (zumindest in diesem Zusammenhang).
Bevor Sie sich echauffieren sollten Sie den Artikel les und dann versuchen zu verstehen, was Sie gelesen haben. Niemand kappt Ihnen die Telefonverbindung. Es geht um die Internetverbindung. Und es gibt noch so viele nicht internetfähige Handys als Neuware im Angebot, dass man damit locker zwei Generationen Schüler mit ausstatten kann. Dann sind Sie Großmutter und ohnehin nur noch periphär mit der Materie betraut.
bluemetal 30.07.2018
5. Handyverbot Bayern
Das wusste ich gar nicht, in der Realtität 2018 haben meine beiden Kindern an 2 unterschiedlichen Schulen und alle anderen Kinder auch seit Jahren ihre Smartphones natürlich dabei. Sie sind nicht wie vorgeschrieben ausgeschaltet, sondern lautlos in der Tasche. In den Pausen werden die Geräte natürlich auch genutzt.
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