Gewalt gegen Lehrer Frankreich schickt Polizisten an Schulen

Nach mehreren Fällen von Schülergewalt will die französische Regierung die Polizei einsetzen. "Es ist inakzeptabel, einen Lehrer anzugreifen."

Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer
AFP

Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer


Ein 16 Jahre alter Schüler hat seiner Lehrerin im Unterricht eine Waffenattrappe an den Kopf gehalten - nun sucht Frankreichs Regierung nach Lösungen, wie sich Gewalt an Schulen bekämpfen lässt.

Innenminister Christophe Castaner erwägt, in Zukunft Polizeibeamte dafür einzusetzen. "Die Schule muss ein Refugium sein, an dem Lehrer und Schüler vor Gewalt geschützt werden", sagte er.

Die Polizisten sollen laut Bildungsminister Jean-Michel Blanquer und Justizministerin Nicole Belloubet Präsenz an den Schulen zeigen, die in "schwierigen" Ortsteilen liegen, wie das Wochenmagazin "Le Point" berichtet. Wenn Schulleiter Polizisten für nötig hielten, würden diese permanent oder zu bestimmten Tageszeiten anwesend sein. Nächste Woche wollen sich die Minister über weitere Maßnahmen äußern.

Blanquer kündigte bereits an, es sei denkbar, gewalttätige Schüler im Alter von 13 bis 18 Jahren in Spezialeinrichtungen zu schicken, in denen Pädagogen zusammen mit Personal arbeiten sollen, die eine Militär- oder Polizeiausbildung absolviert haben.

Der bloße Verweis eines Problemschülers auf eine andere Schule bringe nichts. Fälle von Gewalt gegenüber Lehrern müssten künftig systematisch gemeldet werden, sagte Blanquer. Der Staat müsse die Lehrer unterstützen und deren Gefühl von Ohnmacht bekämpfen.

Der Fall des 16-jährigen Schülers aus Créteil, einer Vorstadt von Paris, hatte landesweite Diskussionen ausgelöst. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte darum gebeten, dass "alle Maßnahmen" ergriffen werden, damit ein Vorfall wie dieser nie wieder passiere. Es sei inakzeptabel, einen Lehrer anzugreifen.

Unter dem ironisch gemeinten Hashtag #pasdevague, frei übersetzt mit "nicht so viel Aufheben machen", äußern zurzeit Tausende Lehrer, welche Gewalterfahrungen sie bereits in der Schule gemacht haben. Viele beschweren sich darüber, dass die Schulleitungen und die Regierung zu wenig unternehmen würden.

kha/dpa

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