Terrorangst Französische Schüler üben Verstecken im Unterricht

Aus Angst vor Terroranschlägen hat Frankreich die Sicherheitsvorkehrungen an Schulen verschärft. Für Lehrer gibt es konkrete Tipps: Ihre Schüler sollen sich unter anderem in Kartons verstecken.

Eingang einer Grundschule in Paris
AFP

Eingang einer Grundschule in Paris


Toulouse, Nizza und immer wieder Paris: Frankreich fürchtet weitere Terroranschläge - und bereitet nun seine Schüler darauf vor. Sie sollen lernen, sich schnell zu verstecken oder im Klassenraum zu verbarrikadieren.

In einer siebenseitigen Broschüre (hier als pdf) gibt das französische Bildungsministerium Lehrern Tipps, wie sie schon mit kleinen Kindern spielerisch den Ernstfall trainieren können. "Die Direktorin wird uns morgen suchen, aber sie darf uns nicht finden. Wo könnten wir uns verstecken?", ist eine der Anregungen.

Kinder, die es schaffen, sich besonders leise zu verstecken, sollen gelobt werden. Auch mit dem Verstecken in Kartons könne experimentiert werden, heißt es. So könnten die Kinder die Angst vor der Dunkelheit verlieren. Weitere Spielideen: auf Signal zur Statue erstarren, auf Kommando losrennen, Katz und Maus spielen. Ältere Schüler sollen zudem in Erster Hilfe ausgebildet werden. Und für alle stehen dreimal im Jahr Evakuierungsübungen auf dem Stundenplan.

Schon nach den Anschlägen vom November waren in Frankreich die Sicherheitsvorkehrungen an Schulen verschärft worden. An den Eingängen sollen nun Wachleute postiert werden. Sie sollen Ausweise und Tascheninhalte von allen überprüfen, die hinein wollen.

Frankreichs Präsident François Hollande postete auf Facebook einen Willkommensgruß zum Schulanfang. Die Sicherheitsvorkehrungen seien durch die Umstände gerechtfertigt, schreibt er.

vet



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