Bildung Ministerin Giffey will neue Lehrer an Brennpunktschulen schicken

Junge Lehrkräfte sollten wenigstens einmal in ihrer Laufbahn an einer Schule in schwieriger sozialer Lage unterrichten, fordert Familienministerin Giffey. Die Umsetzung könnte allerdings schwierig werden.

Franziska Giffey (SPD)
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Franziska Giffey (SPD)


Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, Lehrkräfte für eine bestimmte Zeit an Brennpunktschulen einzusetzen. "Ich finde es richtig, wenn junge Lehrkräfte und auch Schulleiterinnen und Schulleiter mindestens einmal in ihrer Laufbahn eine gewisse Zeit auch an einer Brennpunktschule gearbeitet haben", sagte Giffey in einem Interview mit dem "Deutschen Schulportal".

Außerdem müssten Lehrer an diesen Schulen besser bezahlt werden, so Giffey. "Die besten Lehrerinnen und Lehrer gehören an die schwierigsten Schulen." Dafür sei es nötig, Lehrkräften an Brennpunktschulen einen Lohnzuschlag zu gewähren, so wie das bereits in Berlin umgesetzt werde. Dort erhalten Lehrerinnen und Lehrer in sozial schwierigen Lagen eine Zulage von 300 Euro. Auch Erzieherinnen sollten einen Zuschlag erhalten, sagte Giffey.

Wie sie die Forderung umsetzen will, sagte die Familienministerin nicht. Durch die Bildungshoheit der Länder dürfte es aber kaum möglich sein, eine Entscheidung für den gesamten deutschen Raum durchzusetzen.

Was ist eine Brennpunktschule?

Schon die Einigung darauf, welche Lehranstalt überhaupt eine Brennpunktschule ist, wäre nicht einfach. In Berlin etwa gilt der Begriff für Schulen, an denen mehr als 80 Prozent der Schüler aus Familien stammen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind. Gut 50 der mehr als 700 Berliner Schulen gelten damit als Brennpunktschule. Die meisten davon liegen im Wedding und in Neukölln.

"Ich halte es für schwierig, tatsächlich jeden Lehrer einmal an eine Brennpunktschule zu entsenden", sagt Ilka Hoffmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. "Junge Lehrerinnen und Lehrer würde ich auf keinen Fall unvorbereitet an diese Schulen schicken", so die Einschätzung der Erziehungswissenschaftlerin. Ein Coaching für die jungen Lehrkräfte sowie eine Begleitung während der Arbeit an der Brennpunktschule sei unbedingt nötig.

lmd

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