Fünf Jahre nach dem Abi Was ist bloß aus mir geworden!

Sie träumten von der Großstadt, von Partys und einem Job als Diplomat: Vor fünf Jahren erzählten vier Schüler auf SPIEGEL ONLINE, was sie nach dem Abi machen wollen. Jetzt ziehen sie Bilanz, was aus ihren Träumen geworden ist.

Von Peter Ilg


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Fünf Jahre nach dem Abi: Das war so aber nicht geplant
Nach Kairo oder zurück ins Heimatdorf? Fünf Jahre nach ihrem Abitur erzählen Annika, Corina, Franziska und Thomas, welchen Weg sie gegangen und wo sie gelandet sind. Im Sommer 2007 hatte SPIEGEL ONLINE die vier damaligen Abiturienten nach ihren Wünschen und Träumen gefragt. Damals fieberten sie ihren Zeugnissen entgegen. Die ehemaligen Schüler des Peutinger Gymnasiums in Ellwangen, einer kleinen Stadt zwischen Stuttgart und Nürnberg, wollten sich für Italienisch, Sonderpädagogik, Baugestaltung und Kulturwissenschaften einschreiben.

Was wurde daraus - nun, fünf Jahre später?

Aus Italienisch wurde bei Thomas Arabisch, statt Sonderpädagogik studierte Corina Lehramt für Hauptschulen, und Annika arbeitete erst mal für zwei Jahre bei einem Steinrestaurateur, bevor sie an eine Hochschule ging. Die Mittzwanziger mussten ihre Ansprüche runterschrauben und nach Alternativen suchen.

Probleme, die viele andere Studenten in diesen Jahren plagten, bekamen sie dabei eher am Rande mit: die Bologna-Reform, die Einführung von Studiengebühren in Bayern und Baden-Württemberg, die steigenden Studentenzahlen.

Klicken Sie auf die Namen, um die Geschichten der vier ehemaligen Abiturienten zu lesen.



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keksen 06.07.2012
1.
Das nicht immer alles so kommt wie man sich es erträumt hat ist ja leider nichts Neues. Aber "Was ist bloß aus mir geworden?" triffts bei den hier vorgestellten Personen nicht so ganz. Im Grunde sind sie ja zufrieden und haben auch im weitesten Sinne das gemacht, was sie wollten. Viel Erfolg auch weiterhin.
01099 06.07.2012
2. Ich frage mich,
wie die Menschen hier ihr Studium finanziert bekommen haben. Ich selbst habe Philosophie und Germanistik auf BA studiert und kann sagen, dass ich eigentlich keine Zeit hatte, nebenbei zu arbeiten. Das lag zum einen am straffen Stundenplan, der eine geregelte Nebentätigkeit eigentlich nie zugelassen hat und am Lern- und Arbeitspensum. Einen Auslandsaufenthalt hätte ich mir gleich gar nicht leisten können, da mein so etwas mit dem BaföG nicht vereinbar ist und einen Studienkredit wollte ich nicht aufnehmen, da die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Absolventen der Geisteswissenschaften zu unsicher geworden ist. Mit einem reichen Elternhaus, dass mir mein Studium weiter finanziert hätte, bin ich leider auch nicht gesegnet. Ein Studium scheint sich immer mehr zu dem entwickeln, als das es in der Gesellschaft angesehen wird - ein Bildungsweg der (Geld-)Eliten.
gurkenhändler 06.07.2012
3. *
Zitat von 01099wie die Menschen hier ihr Studium finanziert bekommen haben. Ich selbst habe Philosophie und Germanistik auf BA studiert und kann sagen, dass ich eigentlich keine Zeit hatte, nebenbei zu arbeiten. Das lag zum einen am straffen Stundenplan, der eine geregelte Nebentätigkeit eigentlich nie zugelassen hat und am Lern- und Arbeitspensum. Einen Auslandsaufenthalt hätte ich mir gleich gar nicht leisten können, da mein so etwas mit dem BaföG nicht vereinbar ist und einen Studienkredit wollte ich nicht aufnehmen, da die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Absolventen der Geisteswissenschaften zu unsicher geworden ist. Mit einem reichen Elternhaus, dass mir mein Studium weiter finanziert hätte, bin ich leider auch nicht gesegnet. Ein Studium scheint sich immer mehr zu dem entwickeln, als das es in der Gesellschaft angesehen wird - ein Bildungsweg der (Geld-)Eliten.
Na, so soll es ja auch sein ;-))
Flusher 06.07.2012
4.
Zitat von sysopPeter IlgSie träumten von der Großstadt, von Partys und einem Job als Diplomat: Vor fünf Jahren erzählten vier Schüler auf SPIEGEL ONLINE, was sie nach dem Abi machen wollen. Jetzt ziehen sie Bilanz, was aus ihren Träumen geworden ist. http://www.spiegel.de/schulspiegel/abi/0,1518,840952,00.html
Abermals wird dem Leser mit einem solchen Artikel vorgegaukelt das UNI-Leben wäre easy, angenehm, etwas für Tagträumer die gerne Feiern und einfach "kein Bock" auf arbeiten haben. Zwar mag das für manche Phil.-His. Studiengänge zustimmen, doch hat man bei Naturwissenschaftlichen Studiengängen selten Zeit das "Studentenleben" zu geniessen. Leistung wird gefordert - Tag für Tag, Stunde um Stunde. Nach täglich 5-8 Vorlesungsstunden folgen Hausaufgaben, Vorbereitung auf die nächste Prüfung oder Recherchen und Arbeiten für Seminararbeiten. Wer nicht die Disziplin mitbringt wird abgestraft und "darf" im nächsten Semester den Schein wiederholen. Klappts beim zweiten mal auch nicht, sind im Zweifelsfall mehrere Semester für die Katz gewesen - dem Bachelor-&-Master-System sei dank. Ich wurde von Bekannten und Freunden die längst im Berufsleben standen belächelt und als fauler Student bezeichnet, während sie selber über ihre Arbeit stöhnten. Heute bin ich mitten im Berufsalltag in einem erfolgreichen Pharmaunternehmen angekommen und muss sagen: das Stundenteleben war anstrengender, weil auch in der Freizeit die nächste Prüfung oder Seminararbeit im Hinterkopf blieb.
mm71 06.07.2012
5.
Zitat von 01099wie die Menschen hier ihr Studium finanziert bekommen haben. Ich selbst habe Philosophie und Germanistik auf BA studiert und kann sagen, dass ich eigentlich keine Zeit hatte, nebenbei zu arbeiten. Das lag zum einen am straffen Stundenplan, der eine geregelte Nebentätigkeit eigentlich nie zugelassen hat und am Lern- und Arbeitspensum. Einen Auslandsaufenthalt hätte ich mir gleich gar nicht leisten können, da mein so etwas mit dem BaföG nicht vereinbar ist und einen Studienkredit wollte ich nicht aufnehmen, da die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Absolventen der Geisteswissenschaften zu unsicher geworden ist. Mit einem reichen Elternhaus, dass mir mein Studium weiter finanziert hätte, bin ich leider auch nicht gesegnet. Ein Studium scheint sich immer mehr zu dem entwickeln, als das es in der Gesellschaft angesehen wird - ein Bildungsweg der (Geld-)Eliten.
So könnte man es sehen. Man kann es aber auch so sehen: Sie können das Fach Ihrer Wahl studieren, ohne nebenher zu arbeiten und ohne "reiches Elternhaus". Das Leute mit mehr Geld mehr Möglichkeiten haben ist klar. Aber grundsätzlich stehen Ihnen auch alle Wege offen. Sie bekommen - soweit man aus Ihrem Posting schliessen kann - ohne nennenswerten finanziellen Background einen Bildungsweg bis zur Erreichung eines qualifizierten akademischen Abschlusses. Davon können die meisten Menschen auf dieser Welt nur träumen.
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