Generation 50 Plus Deutsche Lehrer sind besonders alt

Jeder zweite deutsche Lehrer ist älter als 50 Jahre. In Bremen, Hessen und im Saarland unterrichten besonders viele betagte Pädagogen - in anderen Industrieländern sind die Lehrer im Durchschnitt deutlich jünger.


Deutsche Lehrer unterscheidet von ihren ausländischen Kollegen vor allem eines: Sie sind älter. Mehr als jeder zweite Pädagoge, der die Klassen eins bis zehn unterrichtet, ist hierzulande über 50 Jahre alt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren die deutschen Grundschullehrer im Jahr 2005 älter als in anderen Industrieländern.

Unterricht in der ersten Klasse: Junge Lehrer sind Mangelware
DDP

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Nur in Hamburg lag die Quote der über 50-Jährigen mit 28,4 Prozent etwa im internationalen Schnitt. Im Sekundarbereich I lagen sogar alle Bundesländer über dem Mittel. Im Ländervergleich unterrichten in Bremen (65 Prozent) und im Saarland (62 Prozent) am meisten ältere Lehrer, an Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien ebenfalls in Bremen (56 Prozent) und Hessen (56 Prozent).

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind eine Ergänzung zur OECD-Studie "Bildung auf einen Blick", in der dem deutschen Bildungssystem ein schlechtes Zeugnis ausgestellt wurde. Das Hauptproblem: Deutschland hat zu wenig Abiturienten und Akademiker. Außerdem haben Akademikerkinder weiterhin erheblich größere Chancen auf ein Abi und einen Hochschulabschluss als Kinder aus Arbeiterfamilien.

Nach Angaben der Statistiker hinkt Deutschland auch bei der Weiterbildung hinterher. Nach der EU-Zielvorgabe zum lebenslangen Lernen sollen im Jahr 2010 über zwölf Prozent der 25- bis 64-Jährigen an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. In Deutschland lag die Teilnahmequote im Jahr 2005 mit acht Prozent deutlich darunter, wobei Berlin (elf Prozent) und Hamburg (zehn Prozent) dem EU-Zielwert am nächsten kamen.

In einem Punkt liegt Deutschland vorn: Die Bundesländer investieren in die Schulen vergleichsweise hohe Summen - was allerdings mit den hohen deutschen Lehrergehältern zusammenhängt, die sich nach Schultypen wiederum stark unterscheiden. So gaben die Länder für Grundschulen mit 4400 Euro pro Schüler und Jahr weniger aus als im OECD-Mittel von 4800 Euro, im Sekundarbereich waren es 6800 Euro (OECD-Schnitt: 6400 Euro). Das Einkommen von Gymnasiallehrern ist deutlich höher als von Grundschulpädagogen.

kat/AP/AFP/dpa



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