Erziehung Haben Sie ein Lieblingskind?

Eine Mutter hat im britischen Fernsehen offen zugegeben: Ihre zweijährige Tochter ist ihr Liebling - mehr als ihre anderen drei Kinder. Deshalb muss sie viel Kritik einstecken.

Mutter mit Kind
Getty Images

Mutter mit Kind


Das hat sie jetzt nicht wirklich gesagt oder? Eine Moderatorin im britischen Fernsehen kann ihre Verwunderung kaum verstecken, als ihr eine Mutter vor laufender Kamera erzählt, dass sie eine Lieblingstochter hat und das auch offen vor ihren Kindern zugibt.

Die Mutter von vier Kindern erzählt, sie verbringe viel lieber Zeit mit ihrer zweijährigen Tochter Kennedie als mit ihren neun- und siebenjährigen Töchtern und ihrem einjährigen Sohn. "Sie ist definitiv mein Liebling", sagt Alisha.

Sie habe eine engere Bindung zu ihr. Als ihre älteren Kinder zur Schule gekommen seien, habe sie viel Zeit mit ihr verbracht und sie auch gestillt, was bei den anderen Kindern nicht möglich gewesen sei. Kennedie sei unkompliziert, ihre anderen Kinder hätten als Babys beispielsweise viel häufiger geweint.

Vote
Erziehung

Seien Sie ehrlich, haben Sie ein Lieblinkskind?

Sie liebe alle ihre Kinder, aber ihre zweijährige Tochter sei eben ihr Liebling. Auch ihre anderen drei Kinder würden das bemerken. "Wenn sie mir sagen, sie ist mein Liebling, dann gebe ich das zu", sagte Alisha.

Die Moderatoren reagieren irritiert. "In meinem Kopf klingeln die Alarmglocken", sagt Holly Willoughby. Sie fragt die vierfache Mutter, ob sie sich keine Gedanken darüber mache, was das in ihren Kindern auslösen könnte. Sie entgegnet, sie kümmere sich um alle drei und das wüssten sie auch. Aber sie sei eben ehrlich.

In Momenten, wenn sich ein Kind schreiend auf dem Boden wälzt und das andere brav daneben sitzt, haben bestimmt viele Eltern einen Sprössling lieber als den anderen - aber ein Lieblingskind?

In einer bekannten Studie von 2005 gaben 74 Prozent der Mütter und 70 Prozent der Väter an, dass sie ein Kind bevorzugt behandeln würden. Welches Kind sie bevorzugten, verrieten sie allerdings nicht und auch nicht, ob sie ein Kind dauerhaft lieber hätten als ein anderes.

In sozialen Netzwerken muss Alisha viel Kritik einstecken. "Das wird auf sie zurückfallen, wenn die Kinder älter werden und sie die Bedeutung der Sache erkennen. Eine Neunjährige versteht das noch nicht, aber in einigen Jahren wird sie das anders sehen. Es ist sehr verletzend für ein Kind, wenn es mit dem Gefühl aufwächst, anders geliebt oder wahrgenommen zu werden", schreibt eine Frau bei Twitter.

Eine andere meint: "Alle meine drei Kinder sind meine Lieblinge, und sie wissen alle, dass ich versuche, fair zu bleiben. Aber manchmal bekommt eben der eine mehr Aufmerksamkeit als der andere, weil er zu dem Zeitpunkt mehr Unterstützung braucht."

Andere nehmen die Diskussion gelassener. Eine Frau schreibt ironisch: "Mein Lieblingskind ist das, das den Geschirrspüler ausräumt, ohne sich zu beschweren, mir einen Tee bringt und den wenigsten Kummer macht."

koe



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.