Grundschulen Jeder dritte Knirps lernt Englisch

Für fast alle deutschen Schüler steht Englisch auf dem Lehrplan, inzwischen sogar für viele Grundschüler. Andere Fremdsprachen wie Französisch oder Latein haben dagegen einen schweren Stand.


Grundschüler beim Lernen: "Do you speak English? Yes!"
DPA

Grundschüler beim Lernen: "Do you speak English? Yes!"

37 Prozent aller deutschen Grundschüler lernen bereits Englisch. Fremdsprachen werden inzwischen in den Grundschulen aller Bundesländer angeboten, meist ab der dritten Klasse. Alle anderen Sprachen zusammen erreichen dort aber nur einen Anteil von vier Prozent, wie aus einer Übersicht des Instituts der deutschen Wirtschaft hervorgeht.

In Bayern, Bremen und Hamburg arbeiten die Bildungsminister daran, schon in der ersten Klasse mit dem Sprachunterricht zu beginnen. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz werden Englisch oder Französisch nach und nach zum Grundschul-Pflichtfach ausgebaut.

In Baden-Württemberg ist der Fremdsprachenunterricht an Grundschulen schon seit 2003 verpflichtend. Bei den Schwaben müssen seitdem schon die I-Dötzchen Englisch pauken. In der Oberrhein-Region steht dagegen - wegen der Nähe zum Nachbarland - Französisch auf dem Lehrplan.

Migrantenkinder tun sich schwer

In Magdeburg öffnet ab dem kommenden Schuljahr sogar die erste dreisprachige Grundschule ihre Türen. Die Erstklässler werden dort Englisch und Französisch parallel lernen. Nur die Fächer Deutsch und Mathematik sollen noch auf der Muttersprache Deutsch unterrichtet werden.

Fremdsprachen in der Schule: Waldorfschulen führen
IDW

Fremdsprachen in der Schule: Waldorfschulen führen

Pädagogen streiten sich über den Sinn und Unsinn des frühen Sprachunterrichts: Einerseits lernen Kinder im Grundschulalter leichter. Durch die oft spielerische Art der Vermittlung, etwa durch Lieder und Reime, soll die Lust am Lernen geweckt werden. Andererseits tun sich besonders Migrantenkinder schwer - schon mit dem Deutschen haben sie häufig genug Probleme.

An weiterführenden Schulen lernen praktisch alle deutschen Schüler Englisch. Die anderen Sprachen sind weit abgeschlagen. So machen Französischlektionen nur ein Sechstel der Fremdsprachen-Studientafel aus, Latein, Spanisch oder Italienisch rangieren noch dahinter.

An Waldorfschulen lernen fast alle Schüler zwei Fremdsprachen, an Gymnasien 82 Prozent. An den Realschulen liegt die Quote bei einem Viertel, an Hauptschulen gar bei unter einem Prozent.



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