Chemieunfall im Unterricht 26 Schüler im Krankenhaus 

Weil an einem Mecklenburger Gymnasium eine Flasche mit giftigem Brom zerbrach, mussten 26 Schüler ins Krankenhaus. Die Kinder hatten über Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt.

Schüler im Chemieunterricht (Symbolbild): Unfall beim Experimentieren mit Brom
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Schüler im Chemieunterricht (Symbolbild): Unfall beim Experimentieren mit Brom


Bei einem Unfall im Chemieunterricht mit Brom sind am Mittwoch am Gymnasium in Grevesmühlen (Mecklenburg-Vorpommern) 16 Schüler leicht verletzt worden. Die Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren klagten über Übelkeit und Kopfschmerzen, wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Wismar mitteilte. Brom ist ein giftiger Stoff, dessen Dämpfe man nicht einatmen sollte.

Am späten Vormittag war einem Lehrer während des Chemieunterrichts in einer 7. Klasse die Flasche mit Brom heruntergefallen. "Etwa 20 Milliliter der Flüssigkeit traten aus", so Polizeisprecher André Falke. 30 Kinder wurden zunächst von Rettungskräften vor Ort behandelt, 26 von ihnen kamen danach vorsorglich in Krankenhäuser nach Schwerin und Wismar.

Nach dem Vorfall war ein Gebäude des Gymnasiums komplett geräumt worden, alle dort unterrichteten Kinder wurden nach Hause geschickt. Nachdem die Feuerwehr, die mit 30 Einsatzkräften angerückt war, das ausgelaufene Brom beseitigt und weitere Messungen durchgeführt hatte, wurde der Gebäudeteil als unbedenklich eingestuft. "Morgen kann dort wieder ganz regulärer Unterricht stattfinden", so André Falke.

him/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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druck_im_topf 10.12.2014
1. Brom ...
... gehört mit zu den übelsten Chemikalien, denen man beim Hantieren im Labor begegnen kann. Alleine lustig anzuschauen ist dessen schnelle Verdunstung zu braunen Dämpfen. Ansonsten verursacht es als Flüssigkeit schwerste und tiefe Hautwunden, als Gas verätzt es die Lunge. So sollte es tunlichst unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im Labor unter dem Abzug verbleiben! Für Experimente an einer Schule reicht es, wenn man für Experimente kleinste Mengen aus dessen Salzen herstellt. Warum es an Schulen solche "Chemiebomben" in solch erheblichen Mengen noch gibt, lässt sich höchstens mit "Altlastbeständen" erklären! Vernünftige Gründe für bedeutende Experimente gibt es nicht, aber ich schrieb schon: Brom ist recht lustig anzuschauen!
Nania 10.12.2014
2.
Wenn man alle "Gefahrenstoffe" aus dem Chemieunterricht verbannen würde, dann bliebe von interessantem Chemieunterricht leider auch nicht mehr viel übrig. Hier liegt ein Unfall vor. Ich weiß z.B., dass es bei uns in der Schule, bevor der Chemieraum vor etwa acht Jahren renoviert worden ist, nicht möglich war, von "hinten" an den Abzug zu kommen, man musste immer in den Raum mit den Gefahrstoffen laufen, die Flasche hervorholen, in den Saal tragen und DANN unter dem Abzug experimentieren. Das heißt, dass das eine ganze Laufstrecke war, in der einen Flasche herunterfallen kann. Es ist ja nicht so, als habe die Lehrerin eine bestimmte Auflage nicht beachtet. Die Flasche ist eben heruntergefallen. Das passiert.
hibee 10.12.2014
3. Na ja
wollen wir Brom auch mal nicht verharmlosen. Brom ist als lebensgefährlich beim Einatmen eingestuft dazu als stark ätzend für Augen und Haut. Sicher kann man mit solchen Stoffen arbeiten aber man sollte sich fragen ob es in einer siebten Klasse nötig ist. Sinnvoll wäre es z.B. gewesen die Brom Flasche VOR dem Unterricht in den Abzug zu stellen. Sicher kann man Brom auf Grund seiner ätzenden Eigenschaft gut riechen im Gegensatz z.B. zum geruchlosen giftigen Gas Kohlenmonoxid das hilft einem aber wenig, wenn man sich in einem Raum mit einer entsprechenden Br Konzentration in der Atemluft befindet. Sollten die Schüler den Raum sofort verlassen haben dürfte aber wenig passiert sein, da das Brom ja noch verdampfen muss. Ich bin trotzdem der Ansicht dass man mit weniger gefährlichen Chemikalien auch lehrreiche Versuche in einer siebten Klasse zeigen kann.
mrotz 10.12.2014
4.
Zitat von druck_im_topf... gehört mit zu den übelsten Chemikalien, denen man beim Hantieren im Labor begegnen kann. Alleine lustig anzuschauen ist dessen schnelle Verdunstung zu braunen Dämpfen. Ansonsten verursacht es als Flüssigkeit schwerste und tiefe Hautwunden, als Gas verätzt es die Lunge. So sollte es tunlichst unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im Labor unter dem Abzug verbleiben! Für Experimente an einer Schule reicht es, wenn man für Experimente kleinste Mengen aus dessen Salzen herstellt. Warum es an Schulen solche "Chemiebomben" in solch erheblichen Mengen noch gibt, lässt sich höchstens mit "Altlastbeständen" erklären! Vernünftige Gründe für bedeutende Experimente gibt es nicht, aber ich schrieb schon: Brom ist recht lustig anzuschauen!
Ohja. Alle Schüler sind ja auch total verätzt und fürs leben gezeichnet.... Die Mentalität alles, was irgendwie auch nur leicht gefährlcih sein könnte aus dem Klassenzimmer zu verbannen, ist einfach nur dämlich. Brom ist kein Fluor. Während unseres Chemieunterrichts war die Handhabung immer problemlos. Wenns runterfällt mein gott. Evakuieren und fenster auf.... Feuerwehr rufen... wo ist da denn das problem? > Brom ist recht lustig anzuschauen! Und insbesondere deswegen gehört es in den Unterricht. Zur Demonstration der brennbarkeit von gasen, ließ mein Chemielehrer mich eine Etherflasche in der Hand haltend anzünden. Nitroglycerin, nicht einmal mehr Schießbaumwolle darf im Chemieunterricht hergestellt werden.... Ihr Sicherhietsbedrnkenträger solltet einfach mal die klappe halten. Ihr habt schon zu viel angerichtet. mfg PS als Physiker darf man an Forschungsinstituten offiziell nicht einmal seinen Versuchsaufbau verkabeln, wenn Spannungen größer 50V/60V~ anliegen.... PPS wo leben wir eingentlcih? Man darf als Physiker im Labormassstab Kerne spalten, Antimaterie annihilieren, etc.. aber beim Verkabeln von Dingen, die ein Elektriker nicht versteht, wird sich hier in D in die Hose gemacht: "Sie sind Physiker, somit haben sie keine Ahnung von Elektrizität..."
hp-29c 10.12.2014
5. Alles relativ...
Zitat von mrotzOhja. Alle Schüler sind ja auch total verätzt und fürs leben gezeichnet.... Die Mentalität alles, was irgendwie auch nur leicht gefährlcih sein könnte aus dem Klassenzimmer zu verbannen, ist einfach nur dämlich. Brom ist kein Fluor. Während unseres Chemieunterrichts war die Handhabung immer problemlos. Wenns runterfällt mein gott. Evakuieren und fenster auf.... Feuerwehr rufen... wo ist da denn das problem? > Brom ist recht lustig anzuschauen! Und insbesondere deswegen gehört es in den Unterricht. Zur Demonstration der brennbarkeit von gasen, ließ mein Chemielehrer mich eine Etherflasche in der Hand haltend anzünden. Nitroglycerin, nicht einmal mehr Schießbaumwolle darf im Chemieunterricht hergestellt werden.... Ihr Sicherhietsbedrnkenträger solltet einfach mal die klappe halten. Ihr habt schon zu viel angerichtet. mfg PS als Physiker darf man an Forschungsinstituten offiziell nicht einmal seinen Versuchsaufbau verkabeln, wenn Spannungen größer 50V/60V~ anliegen.... PPS wo leben wir eingentlcih? Man darf als Physiker im Labormassstab Kerne spalten, Antimaterie annihilieren, etc.. aber beim Verkabeln von Dingen, die ein Elektriker nicht versteht, wird sich hier in D in die Hose gemacht: "Sie sind Physiker, somit haben sie keine Ahnung von Elektrizität..."
...aber egal, ob der Physiker an den Folgen seines Experiments an sich verstirbt oder an denen seiner Bastelei Marke "Zweipoliger Schnurschalter reingefrickelt in Zuleitung zu Schutzklasse I-Gerät mit Metallgehäuse und PE-Leiter konsequent vor und nach dem Schalter sauber abgeschnitten.". Jeder ist seines Peches Schmied, ich habe das Ding aber trotzdem erst mal aus dem Verkehr gezogen, RCD im Verteiler hin oder her.
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