Hamburg Sexuelle Belästigung an Gesamtschule?

Gegen einen Hamburger Gesamtschullehrer ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung. Die Strafanzeige erstatteten die Eltern eines Schülers - weder die Schulbehörde noch die Schulleitung zeigten den Fall an.


Die Hamburger Bildungssenatorin Christa Goetsch (GAL) muss sich mit einem Ermittlungsverfahren gegen einen Lehrer auseinandersetzen. Der Pädagoge, der an der 2006 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichneten Max-Brauer-Gesamtschule unterrichtete, steht im Verdacht, einen Schüler sexuell belästigt zu haben.

Über die Art und Weise, wie es zu den staatsanwaltlichen Ermittlungen gekommen ist, gibt es unterschiedliche Versionen. Fest steht: Weder die Leitung der Max-Brauer-Schule noch die Schulbehörde haben den Fall bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, sondern die Eltern des Jungen. Laut Brigitte Köhnlein, Sprecherin der Schulbehörde, hätten die Eltern am 1. April der Schulleiterin den Fall gemeldet und angekündigt, noch am gleichen Tag Strafanzeige zu erstatten. Daraufhin habe die Schule keine Notwendigkeit gesehen, selbst tätig zu werden.

Schüler der Max-Brauer-Gesamtschule behaupten jedoch, der beschuldigte Lehrer sei bereits im März nicht mehr an der Schule gewesen. Für diese Version spricht der Tag der mutmaßlichen Tat, wie er den Akten zu entnehmen ist: der 22. Februar. Zu den Merkwürdigkeiten des Falls zählt auch das Erfassungsdatum der Strafanzeige: Es ist der 14. Mai. Üblicherweise vergehen zwischen Anzeige und Erfassung wenige Arbeitstage.

Der Lehrer wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe in die Behörde für Schule und Berufsbildung versetzt. Dort arbeitet er nun beim "Zentralen Koordinator für die integrierte Stadtteilentwicklung". Der beschuldigte Lehrer lehnte eine Stellungnahme zu den gegen ihn laufenden Ermittlungen ab.

gla



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