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04. November 2015, 15:07 Uhr

Pro & Contra

Handys an Schulen - verbieten oder nutzen?

Zwei Meinungen von und Arne Ulbricht

Handys lenken ab, Handys vermasseln die Noten, Handys nerven. So denken viele Lehrer - und die Schulen reagieren mit einem Verbot. Ist das sinnvoll - oder kurzsichtig?

Handys! Es gibt kaum ein anderes Thema, über das sich Lehrer, Schüler und Eltern so leidenschaftlich streiten.

Wer darf wann wo sein Handy benutzen und für was? Es ist ein Dauerbrenner, mit dem Schulen unterschiedlich umgehen - die meisten mit einem Verbot.

Der Verband der Digitalbranche Bitkom fand in einer Umfrage heraus: Die große Mehrheit der Schüler zwischen 14 und 19 Jahren, nämlich 84 Prozent, darf ihr Handy im Unterricht nicht benutzen. Fast jeder fünfte Schüler berichtet sogar von einem generellen Handy-Verbot, auch in den Pausen.

Das Thema beschäftigt auch den Landtag in Schleswig-Holstein. Dort haben Juristen des Wissenschaftlichen Dienstes festgestellt, dass Schulen den Jugendlichen zwar verbieten dürften, ihre Handys während der Schulzeit einzuschalten. Es sei aber unverhältnismäßig, Schülern vorzuschreiben, ihre Mobiltelefone ganz zu Hause zu lassen - schließlich wollten Eltern, dass ihre Kinder erreichbar seien.

Es gibt immer wieder Schulen, die den Verzicht aufs Handy proben - zum Beispiel auf Klassenfahrt. Doch ist es sinnvoll, die Geräte pauschal zu verbieten? Der Lehrer und Autor Arne Ulbricht sagt: Ja! "Andernfalls züchten wir uns eine Generation heran, die Panik bekommt, sobald der Akku leer ist." SPIEGEL-ONLINE-Redakteurin Heike Klovert widerspricht: Schulen sollten die Chancen nutzen, die Smartphones böten - und gleichzeitig den sinnvollen Umgang mit ihnen lehren.

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