Harte Erziehung Sarrazin lobt Chinas strenges Bildungssystem

Mit harten Methoden werden chinesische Schulkinder auf Erfolg getrimmt. Das Bildungssystem der Volksrepublik findet hierzulande einen prominenten Fürsprecher: Thilo Sarrazin empfiehlt, die positiven Effekte zu beachten.

Bestseller-Autor Sarrazin: "Positive Wirkung ansehen"
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Bestseller-Autor Sarrazin: "Positive Wirkung ansehen"


Berlin - In ihrem Erziehungstagebuch beschreibt Amy Chua, US-Professorin und Tochter chinesischer Einwanderer, mit welch harten Methoden sie ihre beiden Töchter immer wieder zu Höchstleistungen trieb. Durch den Bestseller löste die 48-Jährige eine emotional geführte Debatte über asiatische und westliche Erziehung aus - in die sich nun auch Thilo Sarrazin einschaltet: Der Ex-Bundesbanker lobt das strenge chinesische Bildungssystem und empfiehlt, "sich seine positiven Wirkungen anzusehen".

"Vor die Wahl gestellt, dass ein Kind zu Hause vor dem Fernseher verblödet, finde ich es besser, dass die Kinder eine verpflichtende Ganztagsschule haben, mit einem geregelten Freizeitangebot und einer Hausaufgabenbetreuung", sagte Sarrazin dem "Tagesspiegel".

Spitzenpolitiker hatten Sarrazin im vergangenen Jahr für seine umstrittenen Thesen zur Integrationspolitik heftig kritisiert. In der Bevölkerung bekam er gleichzeitig viel Zustimmung, sein Buch "Deutschland schafft sich ab" wurde zum Bestseller.

hut/AFP



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PeterShaw 22.01.2011
1. Na klar!
Zitat von sysopAuch bei der Erziehung wird wieder verstärkt über traditionelle Richtlinien debattiert. Die konsequente Werte-Vermittlung steht wieder obenan, die Durchsetzung von Erziehungszielen darf auch wieder mit Strenge erfolgen. Verspricht diese neue/alte Ausrichtung verbesserte Ergebnisse und mehr Bildung?
Lehrer sollen strenger sein - zu den anderen Kindern. Bei meinen Kindern muss die schwere Kindheit .. äh, die außergewöhnliche Persönlichkeit berücksichtigt werden.
Flie, 22.01.2011
2.
Zitat von sysopAuch bei der Erziehung wird wieder verstärkt über traditionelle Richtlinien debattiert. Die konsequente Werte-Vermittlung steht wieder obenan, die Durchsetzung von Erziehungszielen darf auch wieder mit Strenge erfolgen. Verspricht diese neue/alte Ausrichtung verbesserte Ergebnisse und mehr Bildung?
Ja, das verspricht Konsequenz nicht nur, sondern hält sie auch. Erziehung ist nichts anderes (selbst in Tiergesellschaften nicht) als die "Fähigmachung" des Individuums, in seiner "Population" erfolgreich (im weiteren Sinne) leben zu können. Dazu bedarf es der Einsicht, dass das Ausleben persönlicher Freiheiten und spontaner Bedürfnisse da aufzuhören hat, wo die berechtigten Bedürfnisse anderer durch eben diesen "Narzissmus" des Einzelnen beeinträchtigt werden. Die Erfahrung von Konsequenz und Strenge ist dazu ebenso unabdingbar wie die Erfahrung von Liebe und Angenommensein. Es gibt keine schlimmeren und schädlicheren "Erzieher" als die, die unter dem Deckmantel "partnerschaftlicher" Erziehung ihren Kindern das "Geländer" verweigern und die den unabdingbaren Konflikten, die Konsequenz mit sich bringt, aus dem Wege gehen, indem sie ihre Bequemlichkeit zu "antiautoritärer, zeitgemäßer" Erziehung schönlügen. Sowohl persönlich als auch gesellschaftlich erfolgreiche Menschen findet man vor allem dort, wo sich in konsequenter- dennoch liebevoller Erziehung Eltern um ihre Kinder GEKÜMMERT und ihnen allein dadurch Werte vorgelebt haben.
PeterShaw 22.01.2011
3. Die Zeiten ändern sich ...
Zitat von sysopAuch bei der Erziehung wird wieder verstärkt über traditionelle Richtlinien debattiert. Die konsequente Werte-Vermittlung steht wieder obenan, die Durchsetzung von Erziehungszielen darf auch wieder mit Strenge erfolgen. Verspricht diese neue/alte Ausrichtung verbesserte Ergebnisse und mehr Bildung?
Von Pädagogik zu sprechen ist nicht mehr angesagt - dafür sorgten die odenwäldlerischen Knabenführer. Davor war der Begriff Erziehung verpönt. Denn er legt einerseits ein Ziehen nahe, welches einer freien Entfaltung im Wege steht. Andererseits steckt in ihm auch die Anmaßung des Ziehenden, die Richtung zu kennen. Hier muss nun die moderne Wertegemeinschaft aktiv werden. Humankapital aller Länder: schafft mir Werte!
chirin 22.01.2011
4. Erziehugn - sollten Eltern und Lehrer strenger sein?
Zitat von FlieJa, das verspricht Konsequenz nicht nur, sondern hält sie auch. Erziehung ist nichts anderes (selbst in Tiergesellschaften nicht) als die "Fähigmachung" des Individuums, in seiner "Population" erfolgreich (im weiteren Sinne) leben zu können. Dazu bedarf es der Einsicht, dass das Ausleben persönlicher Freiheiten und spontaner Bedürfnisse da aufzuhören hat, wo die berechtigten Bedürfnisse anderer durch eben diesen "Narzissmus" des Einzelnen beeinträchtigt werden. Die Erfahrung von Konsequenz und Strenge ist dazu ebenso unabdingbar wie die Erfahrung von Liebe und Angenommensein. Es gibt keine schlimmeren und schädlicheren "Erzieher" als die, die unter dem Deckmantel "partnerschaftlicher" Erziehung ihren Kindern das "Geländer" verweigern und die den unabdingbaren Konflikten, die Konsequenz mit sich bringt, aus dem Wege gehen, indem sie ihre Bequemlichkeit zu "antiautoritärer, zeitgemäßer" Erziehung schönlügen. Sowohl persönlich als auch gesellschaftlich erfolgreiche Menschen findet man vor allem dort, wo sich in konsequenter- dennoch liebevoller Erziehung Eltern um ihre Kinder GEKÜMMERT und ihnen allein dadurch Werte vorgelebt haben.
Ihren Ausführungen ist nichts hinzuzufügen. Auch Strenge und Konsequenz ist Liebe - zum Wohle des Kindes um als Erwachsener ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu werden. Antiautoritäre Nichterziehung ist Faulheit und Lieblosigkeit der Eltern den Kindern gegenüber! Mir haben nun schon mehrere Frauen im Alter meiner Töchter - um 50 - erklärt, dass sie aus dem Elternhaus entlassen wurden und konnten keinen Hsuhalt organisieren geschweige denn selbst kochen oder Kartoffeln schälen. Auf meine Frage:" Warum nicht?" erklärten die , die Mütter wären berufstätig gewesen und hätten selbst nicht gekocht - es waren überdies auch Erzieherinnen dabei. Nun, ich war 44 Jahre berufstätig und habe immer selbst frisch gekocht - in der Woche kleine Gerichte - Kartoffelsuppe mit Einlage, Bratkartoffeln Spiegelei, Salat, Senfeier, Kartoffelbrei mit Fischstäbchen etc. - alles preiswerte und gute Gerichte für Kinder und meine Töchter können den Haushalt schmeissen und natürlich Kartoffeln schälen. Es ist die Prioritätensetzung. Und - meine Töchter sind außergewöhnlich beruflich erfolgreich, gesund wie Mutter und 10 Jahre habe die Beiden allein großgezogen. Der Vorwurf, alleinerziehende und arbeitende Mütter könnten keine Kinder großziehen - ist also nur dumm. Ich behaupte , viele Eltern der antiautoritären Fakultät können keine Kinder großziehen. Da ich nicht im Dreck verkommen will, hatten auch die Kinder von klein an kleine Aufgaben zu erfüllen, z.B. ihr Frühstücksgeschirr ordentlich abzuspülen und den Essplatz sauber zu wischen, da ich jahrelang 1 Stunde eher aus dem Haus ging als die Kinder. Es hat funktioniert!
dickebank, 22.01.2011
5. schwierige Frage
Zitat von sysopAuch bei der Erziehung wird wieder verstärkt über traditionelle Richtlinien debattiert. Die konsequente Werte-Vermittlung steht wieder obenan, die Durchsetzung von Erziehungszielen darf auch wieder mit Strenge erfolgen. Verspricht diese neue/alte Ausrichtung verbesserte Ergebnisse und mehr Bildung?
Ist es Aufgabe der Lehrer zu erziehen? Wenn Erziehen auf der Überwachung der Einhaltung und Durchsetzung von Regeln beruht, ist es für Lehrer einfach. Sie müssen lediglich die Regeln des Schulgesetzes diverser Verordnungen und Erlasse sowie der Schulordnung bei den suS umsetzen. Alles andere ist Aufgabe der Eltern oder wenn diese verssagen von Erziehern. Wir leben in einer arbeitsteiligen Welt, warum soll ich als Lehrer nicht das machen dürfen, wozu ich ausgebildet worden bin, sondern das, wozu sich keiner verpflichtet fühlt.
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