Sommerwetter Hitzefrei - was Schüler, Lehrer und Eltern wissen müssen

Der Rekordsommer will nicht enden, doch für viele Schüler sind die Ferien schon wieder vorbei. Sie hoffen nun auf hitzefrei - zu Recht? Wann der Unterricht ausfallen darf.

Zweitklässler an einer Grundschule in Dresden (Archivbild)
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Zweitklässler an einer Grundschule in Dresden (Archivbild)


Für Schüler aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind die Sommerferien schon wieder vorbei. In Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt geht am Donnerstag die Schule wieder los. Aber geht das überhaupt, Unterricht bei dieser Hitze?

Wann es für Schüler hitzefrei gibt, dafür gibt es in den Bundesländern keine einheitliche Regelung. Die Ministerien der Länder können entscheiden, ob sie das Thema landesweit regeln oder den einzelnen Schulen überlassen.

In Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg können Schulen selbst entscheiden, ob der Unterricht verändert, verkürzt oder ganz ausgesetzt wird, weil es zu heiß ist. Der Grund: Es kommt immer auf die Situation der einzelnen Schule an, je nach Bauart und Standort können die Temperaturen in den Klassen stark voneinander abweichen.

Als grobe Richtschnur für die Schulleiter gilt dabei: Werden um zehn Uhr draußen bereits 25 Grad im Schatten gemessen, soll der Unterricht nicht länger als bis zwölf Uhr dauern. Schüler der Oberstufe müssen allerdings in der Regel bis zum regulären Schulende durchhalten - wie die Lehrer übrigens auch.

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Tipps gegen die Hitze: Deutschland schwitzt

In der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz starteten mehrere Gymnasien an diesem Montag mit reduzierten Unterrichtsstunden von 30 statt 45 Minuten. Für die Jahrgangsstufen 5 bis 10 endete der Unterricht um 11.30 Uhr, für die Oberstufe um 13 Uhr.

Betreuung ist gewährleistet

In allen Bundesländern wird Wert darauf gelegt, vor allem jüngere Kinder nicht einfach nach Hause zu schicken. Denn auch wenn beide Eltern arbeiten, muss die Betreuung gesichert sein. Weil dieser Aspekt mittlerweile so wichtig geworden ist, heißt die entsprechende Regelung in Bremen offiziell auch gar nicht mehr "Hitzefrei", sondern "wärmebedingte Beendigung des Unterrichts". Unterrichtet wird dann nicht mehr, betreut dagegen schon.

In Ganztagsschulen in Rheinland-Pfalz werden Kinder zum Beispiel nur dann früher nach Hause geschickt, wenn eine entsprechende Einwilligung der Eltern vorliegt. Auch aus Niedersachsen heißt es: "Selbstverständlich muss die Schule auch bei hochsommerlichen Temperaturen ihrer Aufsichtspflicht nachkommen."

Aber laut Deutschem Wetterdienst ist ein Ende der Hitze auch schon in Sicht: "Spätestens am Wochenende sollte die mittlerweile historische Hitzewelle aber überall in Deutschland beendet sein."



insgesamt 16 Beiträge
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lachina 06.08.2018
1. Hitzefrei.....
ich erinnere mich an meine Schulzeit: Maßgeblich waren 30 Grad auf dem Schulthermometer - und das hing im kühlen Rektorzimmer. Die Südzimmer und besonders die Schüler, die umbaubedingt in Containern unterrichtet wurden....die mussten schwitzen. Hier in S-H gab es bis vor ein paar Jahren auch die Variante "schneefrei" im Winter. Besonderer Service: Die Htline, bei der das angesagt wurde. Dann protestierten Eltern, und nun macht jede Schule, was sie will, was zur Folge hat, dass manches Geschwisterkind frei hat und das andere eben nicht. Mein Mitgefühl gilt den Schülern, die jetzt schon die Schulbank drücken. Mögt ihr euch so gut benehmen, dass eure Lehrer gerne mit euch Unterrichtsgänge machen oder Stunden im Park oder Wäldchen. Denkt dran - die entscheiden das ;)
butzibart13 06.08.2018
2. mittags anstrengend für Schüler und Lehrer
Ich habe hitzefrei als Lehrer an einer Schule in Rheinland-Pfalz erlebt, mehr oder minder zwangsweise, nachdem am Vormittag zwei Schüler schlapp gemacht haben. Die Endtemperatur lag dann am Tag bei etwa 37 °C und das galt dann so ein bisschen als Richtwert. In der Regel kommen solche Werte im Sommer nicht allzu häufig vor und oft dann, wenn sowieso Sommerferien sind. Ich habe aber auch im sehr kalten Dezember 2010 ein Kälte-/Schneefrei mitgemacht.
helisara 06.08.2018
3. Die haben wohl hitzefrei verdient
https://www.tagesspiegel.de/berlin/sommer-in-berlin-grundschule-in-neukoelln-leidet-unter-extremer-hitze/22773090.html
a.vollmer 06.08.2018
4. Auch hier gelten die Grenzwerte der Arbeitsstättenverordnung
Man findet das in den technischen Regeln Abschnitt ASR A3.5. Die Lufttemperatur soll 26°C nicht übersteigen. Ab dieser Temperatur besteht in dem Raum eine Gesundheitsgefährdung für Schutzbedürftige, dazu zählen Kinder und Jugendliche. Ein Schulleiter, der Unterricht in Räumen mit einer Lufttemperatur über 26°C zulässt verletzt seine Fürsorge- und Aufsichtspflicht. Ab 35°C Lufttemperatur ist es den Lehrkräften nicht mehr erlaubt in den Räumen zu arbeiten, damit ist ihr Status als Aufsichtsperson hinfällig und es besteht weder Versicherungsschutz bei Unfällen noch andere Ansprüche, die bei Zwischenfällen geltend gemacht werden können. Sollte ein Schüler anschließend kollabieren würden die beteiligten Lehrkräfte das Risiko privat tragen bzw. wenn sie als Beamte auf Anweisung handelten, die weisunggebende Schulleitung als Privatperson.
TS_Alien 06.08.2018
5.
So einfach ist das mit dem Hitzefrei nicht. Die Schulen einer Gegend müssen sich u.U. absprechen, und es müssen die Busunternehmen rechtzeitig (!) informiert werden. Daher muss in manchen Gegenden relativ früh morgens entschieden werden, ob es hitzefrei gibt oder nicht. An einem normalen Sommertag ist es morgens meistens noch nicht warm genug. Falls es kein hitzefrei gibt, kann diese Entscheidung später nicht korrigiert werden, auch wenn es in einigen Räumen dann doch viel zu warm ist. Würde tatsächlich die Grenze in den Räumen bei 26 oder 28 Grad liegen, hätte es diesen Sommer sehr oft hitzefrei gegeben. In manchen Räumen (Süd(ost)seite oder unter einem Flachdach) ist es im Sommer oftmals deutlich wärmer als draußen. Das könnte in den nächsten Tagen wirklich gefährlich werden.
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