Persönliches Fotoprojekt Hilfe, mein kleiner Bruder wird groß!

Zwölf ist ein verwirrendes Alter: Manche Jungs blödeln mit Freunden herum, andere küssen zum ersten Mal. Die Fotografin Hollie Fernando hat das Jahr dokumentiert, in dem ihr Bruder zum Teenager wurde.

Hollie Fernando

Von


Zwölf Jahre trennen die Londoner Fotografin Hollie Fernando von ihrem Bruder Max - trotzdem stehen sich die beiden sehr nahe. Ihre Beziehung ist noch intensiver, seit Fernando den Jüngeren zum Mittelpunkt ihrer Fotoserie "Twelve" gemacht hat.

Bei einem Familienurlaub fotografierte sie den damals Zwölfjährigen zum ersten Mal: "Ich merkte, dass sich Max in einem entscheidenden Moment seines Lebens befand - in dieser zarten Balance zwischen Kindheit und Jugend." Sie beschloss, diese wichtige Phase festzuhalten.

In alltäglichen Momenten dokumentierte Fernando ein Jahr im Leben ihres Bruders durch eine Reihe von intimen Porträts. Ihre Fotos zeigen ihn beim Herumalbern mit seinen Freunden, beim Gitarrespielen oder beim Schwimmen in einem Pool. Mal wirkt der Junge kindlich-albern, mal nachdenklich und fast schon erwachsen.

Fotostrecke

12  Bilder
Fotoprojekt in der Familie: Hilfe, mein kleiner Bruder wird groß!

Die meisten Bilder entstanden im und um das Familienhaus im Süden Londons, wo Fernando mit ihrem Bruder und ihren Eltern lebt. Manche Fotos plante sie bewusst, die meisten entstanden spontan.

Manchmal wollte Max nicht fotografiert werden - etwa beim Xbox-Spielen. Seine Schwester musste ihn dann mit Geld bestechen. "Aber im Allgemeinen liebte er es und hatte viel Geduld für mich - das perfekte Motiv."

Das Projekt eröffnete nicht nur ein ganz neues Kapitel in ihrer Beziehung, sondern ließ bei der Fotografin auch ein Gefühl der Nostalgie und eine tiefe Sehnsucht nach ihrer eigenen Kindheit entstehen. Durch die Fotoserie lernte sie einiges über sich selbst. "So sehr sich Max von einem Kind zu einem jungen Erwachsenen wandelt, war ich damals in einem ähnlichen Übergang von einem jungen zu einem tatsächlichen Erwachsenen."

Max sagte kürzlich zu seiner Schwester, dass er es "wirklich cool" finde, dass sein Lebensjahr dokumentiert ist. "So kann ich zurückblicken und sehen, wie ich gewachsen bin." Fernando wird ihren Bruder auch weiterhin fotografieren. Im September geht die Familie gemeinsam nach Italien: "Ich habe schon ein paar Pläne, was ich da mit ihm machen möchte."

Mehr zum Thema


insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Crom 25.07.2018
1.
Mal schauen, wie es der Bruder in fünf bis zehn Jahren findet, dass er damals beim Pinkeln fotografiert wurde und das nun die ganze Welt sehen kann.
VormSpiegel 25.07.2018
2. Fragwürdige Sache
Hat schon was perverses ein "Kind" so zu dokumentieren. Gerade wenn es ein paar Bilder nicht machen möchte dann mit Geld zu bestechen, alles sehr fragwürdige Methoden mit wenig Rücksicht auf das Kind. Da ist die egoistische Haltung der Fotografin schon viel deutlicher zu erkennen, die hier viel mehr nur ein "Kunstobjekt" sieht als ihren eigenen Bruder.
adramone 25.07.2018
3. Fotos gestellt?
Auf mich wirken die Fotos gestellt und inszeniert. Nettes (Schul/Kunst?)Projekt der Schwester.
quark2@mailinator.com 25.07.2018
4.
Immer das Selbe bei SPON. Entweder man berichtet über weibliche Erfolge, oder irgendwas Negatives über die männliche Seite. Da macht sich doch so ein Pinkelbild super. Diese permanente anti-männliche Kampagne, die hier gefahren wird, widerspricht mMn. jedem Anspruch von Neutralität. Und das geht z.T. wunderbar subtil, wie eben mit diesem Bild, welches nicht etwa irgendwo in der Bildfolge ist, sondern natürlich vorn drauf kommt. Bei Mädels wäre es mal wieder lächeln und melden im Unterricht gewesen. Nerv.
kumi-ori 26.07.2018
5.
Ich finde diese Fotos treffen in sehr anrührender Weise die Intention der Fotografin. Ich sehe darin auch rein gar nichts Verwerfliches. Man muss sich allerdings auch immer darüber klar sein: Würden solche Fotos in Deutschland, und nicht von einer Frau oder von einem Angehörigen einer Minderheit, gemacht, würden Justiz und das gesunde Volksempfinden gnadenlos zuschlagen. Die Puritaner reagieren heute.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.