Skandal in Indien Millionen Gymnasiasten müssen Prüfungen neu schreiben

Prüfungsaufgaben, die vorab per WhatsApp verschickt werden? Für Bildungspolitiker ein Albtraum. In Indien passierte genau das - Millionen Schüler müssen ihre Abschlusstests noch einmal schreiben.

Schülerinnen in Indien (Archivbild)
AP

Schülerinnen in Indien (Archivbild)


Fast drei Millionen Gymnasiasten in Indien müssen ihre Abschlussprüfungen neu schreiben, weil die Prüfungsinhalte vorab durchgesickert waren. Wie die Fragen für Mathematik und Wirtschaft im Vorfeld beim Messengerdienst WhatsApp auftauchen konnten, ist jetzt Gegenstand von Ermittlungen.

Bildungsminister Prakash Javadekar teilte am Donnerstag per Tweet mit, dass die Sicherheit im Internet verbessert werden soll. Gleichzeitig entschuldigte er sich bei den betroffenen Schülern und ihren Familien: "Ich verstehe euren Kummer, die Hilflosigkeit, den Ärger und die Frustration vollkommen", schrieb Javadekar. Es sei schmerzhaft, dass Kriminelle mit ihren Taten "die Ehrlichen und Aufgewecktesten leiden" ließen.

Die Noten der Schulexamen spielen eine entscheidende Rolle beim Auswahlverfahren der renommiertesten indischen Universitäten. Bei den Prüfungen wurde deshalb auch schon früher immer wieder im großen Maßstab und mit spektakulären Methoden geschummelt. Andere Absolventen versuchten, mit teils enormen Bestechungsgeldern einen Studienplatz zu ergattern.

Bildungsminister Javadekar versprach, nun dafür zu sorgen, dass die Sicherheitslücke geschlossen werde und sich eine derartige Panne nicht wiederhole. Er sei davon überzeugt, dass die Drahtzieher rasch gefunden und hart bestraft würden.

Die Regierung steht bereits wegen eines massiven Lecks ihrer zentralen Datenbank Aadhaar in der Kritik, die wichtige persönliche Daten von mehr als einer Milliarde Inder speichert. Die Lücke war am Wochenende im Gefolge des Skandals um Datenmissbrauch bei Facebook bekannt geworden.

him/AFP



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.