Schweden Schülerinnen wegen Cybermobbing verurteilt

Mit ihrer Aktion lösten sie einen Großeinsatz der Polizei aus: Zwei schwedische Schülerinnen luden auf der Internetplattform Instagram Fotos anderer Mädchen hoch - versehen mit Beleidigungen wie "Huren und Schlampen". Jetzt verurteilte sie ein Gericht.

Mobbing im Internet: Zwei Mädchen hatten via Instgram Mitschülerinnen beleidigt
AP/dpa

Mobbing im Internet: Zwei Mädchen hatten via Instgram Mitschülerinnen beleidigt


Wegen Mobbing bestraft: Ein Gericht im schwedischen Göteborg hat zwei Schülerinnen am Dienstag wegen schwerer Verleumdung verurteilt. Die beiden hatten im Dezember auf der Internetplattform Instagram Bilder mehrerer Mädchen hochgeladen und mit kränkenden Kommentaren versehen. Von "Horor och slampor" schrieben sie. Von "Huren und Schlampen".

Aus Protest dagegen hatten sich andere Schüler "blitzschnell" über Facebook gegenseitig mobilisiert, sagte damals ein Polizeisprecher. Um die "Ehre der Opfer" wieder herzustellen, trafen sie sich vor der Schule, warfen Flaschen, Steine, Schneebälle und sorgten so für einen Großeinsatz der Polizei. Die Polizei setzte alle in Göteborg verfügbaren Beamten sowie Hunde und einen Hubschrauber ein, um die Menge zu beruhigen. Vorsorglich wurde am Tag darauf der Unterricht an zwei Gymnasien abgesagt. Verletzt wurde niemand.

Das 15-jährige Mädchen gestand im Verhör alles sofort, die 16-Jährige hingegen stritt bis zuletzt alles ab und hatte auch alle Informationen auf ihrem Mobiltelefon gelöscht, teilte das Gericht mit. Die beiden waren zu der Zeit eng befreundet, hatten sich auch SMS geschrieben. Aus denen geht hervor, dass beide in die Aktion involviert waren, urteilte das Gericht.

Deswegen bestraften die Richter auch beide: die 15-Jährige zu einer Jugendstrafe, die 16-Jährige zu 45 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Ihren 38 Opfern müssen die Mädchen als Entschädigung jeweils 15.000 Kronen (1700 Euro) zahlen, insgesamt eine Summe von 570.000 Kronen (65.000 Euro). Einen Teil sollen die Mädchen übernehmen, einen Teil deren Erziehungsberechtigte, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts.

fln/dpa



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insgesamt 39 Beiträge
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Seite 1
berney 25.06.2013
1.
welcher Mädchen? irgendwie sind die Artikel aus den topnews meiner app immer häufiger mit flüchtigkeitsfehlern und unklaren Formulierungen versehen...
Tabman 25.06.2013
2.
Zitat von berneywelcher Mädchen? irgendwie sind die Artikel aus den topnews meiner app immer häufiger mit flüchtigkeitsfehlern und unklaren Formulierungen versehen...
Ich vermute, es sollte wie im Teaser-Text "anderer" heißen, wurde jedoch beim mehrmaligen Umformulieren und Zusammenkürzen auf "der" verkürzt.
politischerbeobachter2012 25.06.2013
3. Wäre schön,...
... wenn die Gerichte auch bei uns so urteilen würden. Abschreckung ist hier sicherlich wirksam.
Atheist_Crusader 25.06.2013
4.
Zitat von sysopAP/dpaMit dieser Aktion lösten sie einen Großeinsatz der Polizei aus: Zwei schwedische Schülerinnen luden auf der Internet-Plattform Instagram Fotos anderer Mädchen hoch - versehen mit Beleidigungen wie "Huren und Schlampen". Jetzt verurteilte ein Gericht die beiden zu hohen Geldstrafe und Jugendhaft. http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/instagram-schwedische-maedchen-wegen-internetmobbing-verurteilt-a-907807.html
Fehlt da irgendein Teil des Artikels? Oder haben die einfach nur versucht die "Ehre" der Opfer durch ziellose Randale wiederherzustellen?
Steve Holmes 25.06.2013
5.
Zitat von politischerbeobachter2012... wenn die Gerichte auch bei uns so urteilen würden. Abschreckung ist hier sicherlich wirksam.
Wollen wir doch erst mal in Ruhe abwarten ob dieses Urteil in der nächsten Instanz bestehen bleibt. Ich halte es für reichlich albern. Aber Schweden ist ja auch ein merkwürdiges Land in dem Prostitution verboten ist. Da gilt dann wohl die Bezeichnung als Hure als besonders ehrverletzend.
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