Strategische Partnerschaft Iran will Russisch als Schulfach einführen

Wenn Weltpolitik bis in die Schulen reicht: Iranische Kinder sollen Russisch lernen, so will es der Bildungsminister des Landes. Englisch hingegen ist an Grundschulen neuerdings verboten.

Kinder in einer Schule in Kerman, Iran (Archiv)
REUTERS

Kinder in einer Schule in Kerman, Iran (Archiv)


Die Islamische Republik Iran will demnächst Russisch als Schulfach einführen. "Wir wollen den exklusiven Status der englischen Sprache brechen und neue Sprachen wie Russisch in unser Schulsystem einführen", sagte Bildungsminister Mohamed Bothaei bei einem Treffen mit Mitgliedern des Bildungsausschusses des russischen Parlamentes in Moskau.

Im Gegenzug könnte Russland die persische Sprache als Schulfach unterrichten, sagte Bothaei nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA am Freitag.

Den Vorschlag zeigt, wie eng die beiden Staaten auf der weltpolitischen Bühne inzwischen verbündet sind. Besonders in Bezug auf den Syrienkonflikt, wo Teheran und Moskau den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützen, pflegen die beiden Länder sehr enge Beziehungen.

Beobachter sehen darin vor allem eine strategisch bedingte Partnerschaft. Anders als die USA und Europa, ist Russland in der iranische Bevölkerung häufig nicht sonderlich beliebt.

Von den USA hingegen hat sich die iranische Regierung weit entfernt. Im Januar hatte sie verboten, Englisch schon in Grundschulen zu unterrichten. Wie die BBC und andere internationale Medien berichteten, bezieht sich das Verbot auf staatliche und auf private Grundschulen, aber nicht auf Sekundarschulen und außerschulische Sprachinstitute.

Das Bildungsministerium teilte damals mit, in der Grundschule solle die persische Sprache und iranische Kultur vermittelt und der "kulturellen Invasion" des Westens vorgebeugt werden, vor der die geistliche Führung des Irans warnt.

lov/dpa



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