Grundschüler in Neu-Ulm "Du Christ" ist für sie ein Schimpfwort

An einer Grundschule in Neu-Ulm haben Kinder offenbar islamistische Parolen weiterverbreitet. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.

Neu-Ulmer Grundschule Stadtmitte: "Aussagen, die man nicht stehenlassen kann"
Jasmin Künzel/SWR

Neu-Ulmer Grundschule Stadtmitte: "Aussagen, die man nicht stehenlassen kann"


Neu-Ulm - In einer Grundschule in Neu-Ulm sind mehrere Schüler mit islamistischen Äußerungen im Unterricht aufgefallen. Nach dem Anschlag auf das Magazin "Charlie Hebdo" Anfang Januar drohten die Kinder Christen und forderten deren Tod. Die Polizei bestätigte am Freitag auf Anfrage einen Bericht der "Augsburger Allgemeinen". Die Zeitung hatte getitelt: "Wer das Kreuz malt, kommt in die Hölle" und bezog sich damit auf ein Zitat eines Schüler. Auch der Bayerische Rundfunk berichtet über die Vorfälle.

In dem Artikel der "Augsburger Allgemeinen" heißt es, die Kinder hätten auch die Ansicht geäußert, dass die Terroropfer des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" den Tod verdient hätten. Lehrerinnen der "Grundschule Stadtmitte" haben laut Zeitungsbericht genau aufgeschrieben, was die Kinder gesagt hätten.

  • Demnach hätten neun- und zehnjährige Kinder muslimischen Glaubens erzählt, dass "Du Christ" für sie eine schlimme Beleidigung sei.
  • Weiterhin hieß es, dass "Jude" ein noch übleres Schimpfwort sei.
  • Ein Schüler hätte zudem gefürchtet, dass er von Allah verstoßen und in die Hölle kommen würde, wenn er über das Christentum spräche.

Dem Zeitungsbericht zufolge haben die Lehrer in Gesprächen mit den Kindern herausgefunden, dass diejenigen, die viel Zeit in bestimmten Moscheen oder Gebetsräumen verbrächten, von muslimischen Geistlichen offenbar so indoktriniert seien, "dass sie keiner anderen Religion gegenüber Respekt oder Wertschätzung zollen dürfen". Besonders viele erschütternde Aussagen stammten dem Zeitungsbericht zufolge von Schülern, die regelmäßig in eine Moschee im Stadtteil Schwaighofen gingen.

Neu-Ulm und das benachbarte Ulm gelten seit Jahren als Hochburg radikaler Islamisten. Im Jahr 2005 wurde das sogenannte Multikulturhaus in Neu-Ulm geschlossen und der entsprechende Verein vom bayerischen Innenministerium verboten. In dem Zentrum soll es zuvor immer wieder Hass-Predigten gegeben haben.

Die Polizei versucht nun herauszufinden, woher die strafunmündigen Kinder diese Parolen hatten. Es werde wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen Unbekannt ermittelt, sagte ein Polizeisprecher.

Die Schule will keine Intoleranz dulden und hat mit mehreren Projekten auf die Vorfälle reagiert. "Das sind Aussagen, die man nicht stehenlassen kann", sagte Ludwig Unger, Pressesprecher des Kultusministeriums in München.

kha/dpa



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