Studie Jugendlichen ist Reisen wichtiger als das neueste Smartphone

Unterwegs sein, was erleben: Das wünschen sich junge Leute in Deutschland am meisten - sogar mehr noch als ein neues Smartphone oder Klamotten.

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Raus in die Welt, fremde Menschen, fremde Länder: Laut einer Untersuchung des Bundesumweltministeriums ist jungen Menschen in Deutschland das Reisen äußerst wichtig. Der Studie mit dem Titel "Zukunft? Jugend fragen!" zufolge steht das Abenteuer ganz oben auf der Wunschliste der 14- bis 22-Jährigen. Das neueste Smartphone oder angesagte Klamotten folgen erst deutlich weiter hinten.

Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) bezeichnete es als persönlich sehr wichtig, viele Reisen zu unternehmen und viel zu erleben. Die neueste Technik und Kleidung der neuesten Mode finden dagegen nur 18 beziehungsweise 13 Prozent sehr wichtig.

Besonders bei den jungen Frauen und Mädchen ist die Lust aufs Reisen sehr ausgeprägt. Jungs und junge Männer können sich dafür stärker für die neueste Technik und neueste Mode begeistern.

Das Auto bleibt vielen wichtig

Keine Geschlechtsunterschiede gibt es bei der Frage, ob man ein Auto besitzen sollte. Das halten immerhin 39 Prozent für sehr wichtig. Insgesamt zeigt die Untersuchung den Autoren zufolge, dass besonders für junge Menschen aus Haushalten mit einem überdurchschnittlichen Lebensstandard statusorientierter Konsum äußerst wichtig ist.

Allerdings schauen die 14- bis 22-Jährigen auch auf die Umwelt: 40 Prozent von ihnen ist es demnach auch wichtig, weniger Plastik zu benutzen, 31 Prozent legen demnach Wert auf nachhaltige Produkte. 45 Prozent verzichten der Umfrage zufolge auf Plastiktüten, 33 Prozent benutzen Recyclingpapier und 29 Prozent kaufen Biolebensmittel. Mehr als jeder Vierte (26 Prozent) sagt über sich, er oder sie verzichte auf Flugreisen. Für 44 Prozent der jungen Menschen gehört eine "intakte natürliche Umwelt" unbedingt zu einem guten Leben.

Für die repräsentative Studie waren im vergangenen Sommer mehr als 1000 Teilnehmer zwischen 14 und 22 Jahren online befragt worden. Nach Angaben des Ministeriums war die Zielgruppe auch an der Erstellung der Studie sowie an ihrer Auswertung beteiligt.

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insgesamt 10 Beiträge
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ImZweifel 26.01.2018
1. Eine Studie, die ihr Geld wert ist.
Eine Wahnsinnserkenntnis. Die Welt bereisen und sich dabei mit dem zweit besten Smartphone begnügen. Was für eine Jugend.
palef 27.01.2018
2. ...woher bezieht das Ministerium die Signifikanz...
...für Aussagen, die auf den überwiegenden Teil der jungen Menschen (nicht der Befragten!) nicht zutreffen kann. Die Hartz4-Menschen, die prekär Beschäftigten, die Doppelt- und Dreifachjobber und die Armen haben nicht einmal die Chance, über Dinge wie Reisen und Abenteuer nachzudenken. Das sollen 46% sein? Unvorstellbar! Oder der Verzicht auf Plastikmüll, Flugreisen...freiwillig...das soll ein Querschnitt durch unsere Jugend darstellen? Keine Ahnung, was diese Erhebung soll. Ich würde gerne den befragten Kreis wissen, die durchführende Organisation und vor allem: die FRAGESTELLUNG! Dann könnte ich sehen, warum es dieses verwirrende Ergebnis gegeben hat.
karlkadaveraas 27.01.2018
3.
Dann ist die im Artikel propagierte "Vernunfthaltung" der Grund dafür dass in Deutschland rund 1,7 Millionen junge Menschen unter 30 Jahre überschuldet sind? Fakt ist das ich in meinem Umfeld kaum einen jüngeren Menschen finde (und ich kenne so einige) der kein Smartphone nebst monatlichen Gebühren sein eigen nennt. Und statt des 390 Euro, bar bezahlten, Polo setzt man eher auf den kreditfinanzierten Seat Leon....
h.hass 27.01.2018
4.
Vielleicht nähert sich der alberne Smartphone-Hype ja doch mal seinem Ende. Vermutlich wird man sich in 30 Jahren fragen, weshalb die Menschen heutzutage alle sechs Monate dazu bereit waren, für ein neues Phone hunderte von Euro auf den Tisch zu legen. Könnte mir vorstellen, dass sich die Nutzungsdauer längerfristig eher bei drei bis vier Jahren einpendelt. Dieser Hype wird nicht ewig dauern, zumal die Geräte nicht mehr substantiell besser werden können.
ditor 27.01.2018
5. Bis sich die Balken biegen
Beim Thema Umweltschutz muss man immer darauf achten dass sich die Balken nicht zu sehr biegen wenn Umfragen ausgefüllt werden.
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