Ergebnisse der Juniorwahl 17 Prozent für die Grünen, 6 Prozent für die AfD

Dürften Schüler wählen, sähe die Welt grüner aus: Bei der Juniorwahl haben die unter 18-Jährigen die Großen kleingehalten, die Grünen auf Platz drei gewählt und die AfD nur knapp über die fünf Prozent.

Wahlbürosimulation für die Juniorwahl 2017
Kumulus 2017

Wahlbürosimulation für die Juniorwahl 2017


Schüler wählen weniger extrem: Diese Erfahrung macht Gerald Wolff, Initiator der Juniorwahl an Schulen, bereits seit Jahren. Auch nach der Simulation der Bundestagswahl steht fest: Die AfD und die Linke schneiden unter Schülerinnen und Schülern deutlich schlechter ab als bei der echten Wahl.

Knapp eine Million Schüler an 3490 Schulen haben nach Angaben der Veranstalter bei der Juniorwahl mitgemacht. Seit 1999 gibt es das Projekt zur politischen Bildung bereits. Parallel zu Bundes- oder Landtagswahlen werden die Themen Wahlen und Demokratie im Unterricht behandelt und die Schüler organisieren selbst einen Wahlakt, samt Wahlvorstand und Wahlbüro.

Die Ergebnisse unterscheiden sich zum Teil erheblich vom Votum der Wahlberechtigten: Ginge es nach den Schülern, wären die Volksparteien klein: Die Union kommt demnach auf 27 Prozent der Stimmen, laut offiziellem Ergebnis haben CDU/CSU hingegen 32,9 Prozent. Das SPD-Ergebnis kommt dem realen Votum hingegen sehr nah: Bei den Schülern bekommen die Sozialdemokraten 19,3 Prozent der Stimmen, bei der Bundestagswahl 20,5.

An Platz drei wählen die Minderjährigen die Grünen mit 17,9 Prozent. Im Bundestag nimmt diesen Platz hingegen die AfD ein, mit 12,6 Prozent. Den Rechtspopulisten geben die Schüler nur sechs Prozent ihrer Stimmen, den abgeschlagenen letzten Platz. Den nehmen im neuen Bundestag die Grünen ein mit 8,9 Prozent.

Die Linke kommt unter den Kindern und Jugendlichen auf 7,3 Prozent, im Bundestag ist sie mit 9,2 Prozent etwas stärker vertreten. Die FDP holt unter den Schülern 8,8 Prozent, im Vergleich zu 10,7 Prozent bei der Bundestagswahl.

Im Vergleich zu der Juniorwahl 2013 sind die Ergebnisse relativ konstant. Auch hier wurden die Grünen bereits drittstärkste Kraft. Wie bei den Erwachsenen haben die Schüler die SPD in diesem Jahr aber abgestraft und die FDP und die AfD stärker unterstützt als noch vor vier Jahren.

Ähnlich waren auch die Wahlergebnisse bei der U-18-Wahl, an der eine Woche vor der Bundestagswahl bereits 200.000 Kinder und Jugendliche teilgenommen haben.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version der Grafik fehlten unter "Sonstige" zum Jahr 2013 die Stimmen der Piratenpartei.

sun



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772e0fbe 25.09.2017
1. Ergebnis?
Eine interessante Sache. Nun würde ich gerne mehr über die Gründe erfahren. Gibt es dazu auch schon Anhaltspunkte? Studien oder sonstige Umfragen? Wie kommt es dazu, dass in den Schulen die Grünen so stark, in der Erwachsenenwelt so schwach sind? Wird man als herangehender Erwachsener entzaubert und geht man dann nur noch CDU und AFD wählen? (überspitzt formuliert) Eines kann man, denke ich, wirklich heraus lesen: Die Jugend zeigt sich politisch interessiert und gewillt an Inhalte herangelassen zu werden. So war es schon bei uns. Allerdings ließ, zumindest unsere Schule, dies kalt. Politische Bildung gab es nur für diejenigen, die sich wirklich selber damit aussetzten. Vielleicht hat sich das allmählich geändert. Ich würde es begrüßen. Wir brauchen mehr Diskussion, mehr Teilhabe und mehr Verständnis in der Debattenkultur.
aspro86 25.09.2017
2. Falsche Grafik
Eigentlich sollte man skeptisch werden, wenn man eine Grafik präsentiert und analysiert, in der fast alle Parteien auf ein Plus kommen und nur die SPD verliert. Daher kommt man mit den Balken von 2013 auch nicht auf 100%. Das Problem ist, das damals noch die Piraten auf 12,2% gekommen sind. Also entweder macht man noch einen Balken für die Piraten oder ordnet sie unter Sonstige ein. So ist die Grafik aber definitiv falsch.
karl-felix 25.09.2017
3. Ich
Zitat von 772e0fbeEine interessante Sache. Nun würde ich gerne mehr über die Gründe erfahren. Gibt es dazu auch schon Anhaltspunkte? Studien oder sonstige Umfragen? Wie kommt es dazu, dass in den Schulen die Grünen so stark, in der Erwachsenenwelt so schwach sind? Wird man als herangehender Erwachsener entzaubert und geht man dann nur noch CDU und AFD wählen? (überspitzt formuliert) Eines kann man, denke ich, wirklich heraus lesen: Die Jugend zeigt sich politisch interessiert und gewillt an Inhalte herangelassen zu werden. So war es schon bei uns. Allerdings ließ, zumindest unsere Schule, dies kalt. Politische Bildung gab es nur für diejenigen, die sich wirklich selber damit aussetzten. Vielleicht hat sich das allmählich geändert. Ich würde es begrüßen. Wir brauchen mehr Diskussion, mehr Teilhabe und mehr Verständnis in der Debattenkultur.
denke, das liegt daran , dass die Junioren die Wahlprogramme lesen und verstehen . Kleines Erlebnis von gestern , ohne es verallgemeinern zu wollen : Ins Wahllokal kommt ein 85 jähriger Mann, er könne nicht mehr lesen- wisse aber was er wählen solle. Die AfD . Die wären für Hitler und Hitler" wöre ne joode Mann jewärs", den hätte er als Kind noch selber gesehen und sein Bruder wär bei der Leibstandarte gewesen . . Eine der Damen machte die entsprechenden Kreuze für ihn . Die politische Willensbildung der Junioren wird eben anders verlaufen .
vitalik 25.09.2017
4.
Zitat von 772e0fbeEine interessante Sache. Nun würde ich gerne mehr über die Gründe erfahren. Gibt es dazu auch schon Anhaltspunkte? Studien oder sonstige Umfragen? Wie kommt es dazu, dass in den Schulen die Grünen so stark, in der Erwachsenenwelt so schwach sind? Wird man als herangehender Erwachsener entzaubert und geht man dann nur noch CDU und AFD wählen? (überspitzt formuliert) Eines kann man, denke ich, wirklich heraus lesen: Die Jugend zeigt sich politisch interessiert und gewillt an Inhalte herangelassen zu werden. So war es schon bei uns. Allerdings ließ, zumindest unsere Schule, dies kalt. Politische Bildung gab es nur für diejenigen, die sich wirklich selber damit aussetzten. Vielleicht hat sich das allmählich geändert. Ich würde es begrüßen. Wir brauchen mehr Diskussion, mehr Teilhabe und mehr Verständnis in der Debattenkultur.
Interessant, zuerst fragen Sie nach einer Studie, die die Gründe erläutern kann, aber gleich danach fangen Sie an irgendwas hinein zu interpretieren. Wie kommen Sie darauf, dass man entzaubert wird und was heißt das? Wie kommen Sie darauf, dass die Jugend sich politisch interessiert zeigt? In der Schule gab es andauernd politische Veranstalltungen. Hatten Sie noch nie bei irgendwelchen Aktionen (Müll sammeln, Spenden, bei der Gemeinde mithelfen, Papier sammeln) mitgemacht? Seltsamerweise geht es alles eher in die Linke/Grüne Richtung. Könnte es nicht sein, dass die Lehrer, die eigene Ideologie auf die Kinder übertragen wollen?
karl-felix 25.09.2017
5. Die
Zitat von aspro86Eigentlich sollte man skeptisch werden, wenn man eine Grafik präsentiert und analysiert, in der fast alle Parteien auf ein Plus kommen und nur die SPD verliert. Daher kommt man mit den Balken von 2013 auch nicht auf 100%. Das Problem ist, das damals noch die Piraten auf 12,2% gekommen sind. Also entweder macht man noch einen Balken für die Piraten oder ordnet sie unter Sonstige ein. So ist die Grafik aber definitiv falsch.
Grafik ist falsch, da man die 2,4% der AfD nicht abgezogen hat von den sonstigen . Die Piraten sind in den 23,1% Sonstige enthalten. Man hat also die 2,4% AfD sowohl unter Sonstige gerechnet als auch noch einmal getrennt eingeführt. Kein Problem .
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